Themenschwerpunkt Versorgungslücken in Deutschland
Themenschwerpunkt Versorgungslücken in Deutschland
Deutschland verfügt über eines der leistungsfähigsten Gesundheitssysteme der Welt. Trotzdem haben viele Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Gesundheitsversorgung.
Betroffen sind unter anderem wohnungslose Menschen, Menschen ohne Krankenversicherung, Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus oder Personen, die aus finanziellen, sprachlichen oder bürokratischen Gründen keinen verlässlichen Zugang zum regulären Gesundheitssystem haben.
Dabei gilt auch in Deutschland: Gesundheit ist ein Menschenrecht.
Ohne verlässlichen Zugang zu Gesundheitsversorgung werden Krankheiten zum Risiko
Wer keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hat, sucht häufig erst Hilfe, wenn Erkrankungen bereits weit fortgeschritten sind.
- Chronische Erkrankungen bleiben unbehandelt
- Notwendige Medikamente können nicht bezahlt werden
- Wunden entzünden sich
- Schutzimpfungen fehlen
- Psychische Erkrankungen bleiben oft unerkannt
Gerade bei Menschen in prekären Lebenslagen wirken sich zusätzlich Hitze, Kälte, mangelhafte Ernährung oder fehlende Möglichkeiten zur Körperhygiene unmittelbar auf die Gesundheit aus. Niedrigschwellige medizinische Angebote leisten deshalb einen wichtigen Beitrag dazu, Erkrankungen frühzeitig zu behandeln und gesundheitliche Folgen zu verhindern.
Unsere Aufgabe: pharmazeutische Versorgung ermöglichen

Apotheker ohne Grenzen arbeitet bundesweit mit medizinischen und sozialen Einrichtungen zusammen, die Menschen versorgen, die keinen oder nur eingeschränkten Zugang zur regulären Gesundheitsversorgung haben. Besonders wichtig für unsere Arbeit sind unsere vielen Ehrenamtlichen, die ihre Motivation, ihre Zeit und ihre Fachkompetenz für Menschen einbringen, die Unterstützung benötigen.
Unsere Projekte ersetzen keine strukturellen Lösungen. Sie schaffen dort Zugang zu Gesundheitsversorgung, wo Menschen aktuell durch bestehende Versorgungslücken nicht erreicht werden.
Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen tragen wir dazu bei, dass Menschen unabhängig von ihrer Lebenssituation Zugang zu Gesundheitsversorgung erhalten.
So engagieren wir uns:
- pharmazeutische Expertise im Versorgungsalltag
- Finanzierung dringend benötigter Arzneimittel
- Beratung medizinischer Teams
- Arzneimittel-Schulungen zu spezifischen Themen wie Wechselwirkungen
- Unterstützung bei Lagerung und Qualitätssicherung
Acht Projekte. Ein gemeinsames Ziel.



Aktuell unterstützt Apotheker ohne Grenzen acht Projekte in sieben deutschen Großstädten. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen engagieren wir uns für Menschen, die keinen oder nur eingeschränkten Zugang zur regulären Gesundheitsversorgung haben.
Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte verfolgen alle Projekte dasselbe Ziel: Menschen einen verlässlichen Zugang zu Gesundheitsversorgung ermöglichen.
Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen versorgen wir unter anderem:
- wohnungslose Menschen
- Menschen ohne Krankenversicherung
- Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus
- geflüchtete Menschen
- Frauen mit erschwertem Zugang zu gynäkologischer Versorgung
Unsere Arbeit in Deutschland im Überblick:
- Berlin-Lichtenberg: open.med Ambulanz von Ärzte der Welt
- Berlin-Mitte: Ambulanz der Berliner Stadtmission
- Bielefeld: Humanitäre gynäkologischen Sprechstunde der Stadt Bielefeld
- Düsseldorf: Aufsuchende Hilfe durch Rucksackärzt:innen mit der Diakonie Düsseldorf
- Frankfurt am Main: Elisabeth-Straßenambulanz der Caritas Frankfurt
- Mainz: Medizinische Ambulanz ohne Grenzen von Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.
- München: Obdachlosenhilfe St. Bonifaz
- Münster: Mobile Ambulanz des Hauses der Wohnungslosenhilfe

Gemeinsam stärker
Unsere Deutschlandprojekte wachsen kontinuierlich zusammen.
Erfahrungen, Schulungskonzepte und bewährte Prozesse werden standortübergreifend ausgetauscht und gemeinsam weiterentwickelt. Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen entsteht ein bundesweites Netzwerk, das die Versorgung nachhaltig stärkt. Gleichzeitig entstehen gemeinsame Qualitätsstandards für die pharmazeutische Unterstützung niedrigschwelliger medizinischer Angebote.
Gesundheit ist ein Menschenrecht
Gesundheit darf nicht davon abhängen, ob jemand eine Krankenversicherung besitzt, eine Meldeadresse hat oder sich Medikamente leisten kann. Mit unseren Deutschlandprojekten setzen wir uns dafür ein, bestehende Versorgungslücken zu schließen und gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen Menschen zu erreichen, die im regulären Gesundheitssystem häufig durchs Raster fallen. Gesundheit ist ein Menschenrecht, auch in Deutschland.
Weiterführende Infos zu unserer Arbeit in Deutschland:
Berlin Lichtenberg: Ambulanz open.med
Seit 2024 unterstützt Apotheker ohne Grenzen die open.med-Ambulanz von Ärzte der Welt in Berlin-Lichtenberg. Hier erhalten Menschen ohne oder nicht ausreichendem Zugang zum Gesundheitssystem anonyme und kostenfreie medizinische Versorgung sowie sozialrechtliche Beratung.
Der Schwerpunkt unserer Zusammenarbeit liegt auf der Optimierung der Medikamentenlagerung und organisatorischer Abläufe. Darüber hinaus führen wir für die medizinischen Fachkräfte regelmäßig Schulungen zu pharmazeutischen Themen wie Wechselwirkungen von Medikamenten sowie deren Anwendung unter besonderen Bedingungen durch.

Mehr zu unserem Projekt in Berlin Lichtenberg erfahren Sie hier:
Berlin Mitte: Ambulanz der Berliner Stadtmission
Seit 2017 unterstützt Apotheker ohne Grenzen die Ambulanz der Berliner Stadtmission in unmittelbarer Nähe des Berliner Hauptbahnhofs. Das Angebot richtet sich insbesondere an wohnungslose Menschen.
Apotheker ohne Grenzen unterstützt das medizinische Team bei pharmazeutischen Fragestellungen und der Arzneimittelversorgung. Dazu gehören die Beratung zur Arzneimittellagerung und ‑beschaffung sowie die regelmäßige Überarbeitung der Arzneimittelliste. Darüber hinaus führen unsere ehrenamtlichen Apotheker:innen Schulungen zu Themen wie Hygiene, Wundmanagement und dem Umgang mit missbräuchlich genutzten Substanzen durch.

Mehr zu unserem Projekt in Berlin Mitte erfahren Sie hier:
Bielefeld: Humanitäre gynäkologischen Sprechstunde der Stadt Bielefeld
Die humanitäre gynäkologische Sprechstunde der Stadt Bielefeld richtet sich an Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen keinen bzw. keinen ausreichenden Zugang zu Gesundheitsversorgung haben. Für viele von ihnen ist das Angebot die einzige Möglichkeit, gynäkologische Untersuchungen und Behandlungen in Anspruch zu nehmen.
Apotheker ohne Grenzen unterstützt das Projekt seit 2025 mit pharmazeutischer Fachkompetenz und trägt zu einer bedarfsgerechten Arzneimittelversorgung bei. Dabei werden sowohl medizinische Standards als auch die individuellen Lebensumstände der Patientinnen berücksichtigt. Mit dem Projekt leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, Frauen in schwierigen Lebenssituationen eine würdevolle und sichere Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Mehr zu unserem Projekt in Bielefeld erfahren Sie hier:
Düsseldorf: Aufsuchende Hilfe durch Rucksackärzt:innen
Gemeinsam mit der Diakonie Düsseldorf unterstützt Apotheker ohne Grenzen seit 2025 die Versorgung insbesondere von wohnungslosen Menschen sowie von Menschen ohne gesicherten Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Ein Schwerpunkt unserer Projektarbeit liegt auf der Schulung des medizinischen Personals zu pharmazeutischen Fragestellungen sowie der Beratung der behandelnden Ärzt:innen. Ziel ist eine sichere, leitliniengerechte und zugleich wirtschaftliche Arzneimittelversorgung.

Mehr zu unserem Projekt in Düsseldorf erfahren Sie hier:
Frankfurt am Main: Elisabeth-Straßenambulanz
Die Elisabeth-Straßenambulanz der Caritas Frankfurt versorgt seit vielen Jahren wohnungslose Menschen medizinisch und pflegerisch. Neben der allgemeinmedizinischen Versorgung gehören auch psychiatrische und zahnmedizinische Angebote sowie ein mobiler Pflegebus zum Angebot.
Apotheker ohne Grenzen unterstützt die Einrichtung seit 2020 mit pharmazeutischer Beratung im Praxisalltag. Dazu zählen Fragen zur Medikamentenauswahl, der Umgang mit Lieferengpässen sowie die Optimierung der Arzneimittellagerung.

Mehr zu unserem Projekt in Frankfurt am Main erfahren Sie hier:
Mainz: Medizinische Ambulanz ohne Grenzen
Die Medizinische Ambulanz ohne Grenzen von Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. in Mainz bietet Menschen ohne Zugang zur regulären Gesundheitsversorgung eine niedrigschwellige medizinische Versorgung.
Bereits seit 2013 unterstützt Apotheker ohne Grenzen das medizinische Team der Ambulanz, etwa bei der Auswahl und Aktualisierung der Arzneimittellisten sowie bei pharmazeutischen Fragestellungen. Die Medikamentenauswahl wurde kontinuierlich an aktuelle Bedarfe angepasst und berücksichtigt zunehmend auch Umweltaspekte.

Mehr zu unserem Projekt in Mainz erfahren Sie hier:
München: Obdachlosenhilfe St. Bonifaz
Das Projekt in München richtet sich an wohnungslose und nicht krankenversicherte Menschen, die keinen verlässlichen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung chronischer und akuter Wunden.
Apotheker ohne Grenzen unterstützt die Obdachlosenhilfe St. Bonifaz seit 2022 durch pharmazeutische Beratung zur sicheren Anwendung von Arzneimitteln sowie zur Lagerung und Qualitätssicherung der Medikamente. Ergänzend werden unterstützende Maßnahmen finanziert, die zur Stabilisierung der gesundheitlichen Situation beitragen.

Mehr zu unserem Projekt in München erfahren Sie hier:
Münster: Mobile Ambulanz des Hauses der Wohnungslosenhilfe
Seit Februar 2025 unterstützt Apotheker ohne Grenzen den mobilen medizinischen Dienst des Hauses der Wohnungslosenhilfe in Münster. Das Angebot richtet sich an wohnungslose Menschen und umfasst kostenlose medizinische Sprechstunden sowie sozialarbeiterische Beratung.
Gemeinsam mit dem Team vor Ort entwickelt Apotheker ohne Grenzen standardisierte Prozesse für die Arzneimittelversorgung und erarbeitet entsprechende Arzneimittellisten. Ziel ist eine sichere, wirtschaftliche und evidenzbasierte Behandlung der Patient:innen.
Mehr zu unserem Projekt in Münster erfahren Sie hier:
Spenden
Gesundheit ist ein Menschenrecht. Mit unserer Arbeit setzen wir uns dafür ein, dass dieses Recht für möglichst viele Menschen Wirklichkeit wird, in Deutschland und weltweit. Unterstützen Sie uns:

Mehr Transparenz bei Spenden
Als Unterzeichnende der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) haben wir uns dazu verpflichtet, 10 Punkte zu veröffentlichen, die es Ihnen ermöglichen, unsere Glaubwürdigkeit und unsere Mission zu überprüfen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Keine Arzneimittel spenden
Uns erreichen viele Anfragen, ob man auch alte Arzneimittel spenden oder Sammlungen organisieren soll. Grundsätzlich ist das nicht sinnvoll. Lesen Sie hier mehr dazu.
Spenden
Unterstützen Sie unsere Hilfe!
Jede Spende zählt und kommt an! Unterstützen Sie die Arbeit von Apotheker ohne Grenzen und ermöglichen Sie Menschen ein Leben in Gesundheit. Mit einem regelmäßigen monatlichen Beitrag können wir gemeinsam langfristig helfen und nachhaltige Gesundheitsstrukturen schaffen und sichern.
Wie Ihre Spende hilft:
Dank Ihrer 5 € Spende können wir 4 Familien in Nepal mit Hygieneartikeln versorgen.
Mit nur 10 € ermöglichen Sie die Behandlung von sechs an Lungenentzündung erkrankten Kindern in Nepal.
Mit nur 20 € ermöglichen Sie die Behandlung von zehn an Malaria erkrankten Kindern in Tansania.
Mit 50 € ermöglichen Sie die Behandlung eines herzkranken wohnungslosen Menschen in Deutschland für ein Jahr.
Schon mit 100 € ermöglichen Sie die Asthmatherapie von 3 Schulkindern in den Armenvierteln von Buenos Aires in Argentinien für ein Jahr.
Mit 150 € ermöglichen Sie einem jungen Menschen mit einer Immunkrankheit in Argentinien einen Monat lebensrettende Medikamente.
Dank Ihrer 200 € Spende können wir eine 5‑tägige Schmerzbehandlung in der Klinik für ca. 14 Patient:innen in der Ukraine finanzieren.
Mit Ihrer Spende von 250 € können wir für 800 Menschen die medizinische Notfallversorgung nach Katastrophen sicherstellen.
Mit 300 € ermöglichen Sie 5 Stipendiat:innen die Ausbildung an der PTA-Schule in Burundi.
Mit 400 € können 250 Kinder in Argentinien fluoridhaltige Zahnpasta erhalten.
Mit 500 € können die Uni-Studiengebühren einer Pharmazie-Student:in für ein Jahr in Burundi gedeckt werden.











