Frauengesundheit

The­men­schwer­punkt Frauengesundheit

Frau­en­ge­sund­heit: Gesund­heit ist poli­tisch – beson­ders für Frauen

Welt­weit ist Frau­en­ge­sund­heit noch immer kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Sie ist ein Grad­mes­ser dafür, wie gerecht eine Gesell­schaft orga­ni­siert ist. Nach Anga­ben der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) haben rund 4,5 Mil­li­ar­den Men­schen kei­nen voll­stän­di­gen Zugang zu essen­zi­el­len Gesund­heits­diens­ten – also zu grund­le­gen­der medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung bei Krank­heit, Schwan­ger­schaft oder chro­ni­schen Erkrankungen.

Beson­ders dra­ma­tisch ist die Lage rund um Schwan­ger­schaft und Geburt: 2023 star­ben laut WHO welt­weit über 280.000 Frau­en an Kom­pli­ka­tio­nen im Zusam­men­hang mit Schwan­ger­schaft oder Geburt – die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit die­ser Todes­fäl­le wäre medi­zi­nisch ver­meid­bar gewe­sen. Das sind jeden Tag mehr als 767 Frauen.

Über 90 Pro­zent der Müt­ter­ster­be­fäl­le tre­ten in Län­dern mit nied­ri­gem oder mitt­le­rem Ein­kom­men auf.

Hin­zu kom­men struk­tu­rel­le Hür­den. Laut dem United Nati­ons Popu­la­ti­on Fund (UNFPA) kön­nen über 40 Pro­zent der Frau­en in unter­such­ten Län­dern nicht selbst­be­stimmt über ihre eige­ne Gesund­heits­ver­sor­gung, Sexua­li­tät oder Ver­hü­tung ent­schei­den.
Frau­en­ge­sund­heit ist damit kei­ne Rand­fra­ge medi­zi­ni­scher Infra­struk­tur. Sie ist eine Fra­ge von Macht, von Res­sour­cen und von gesell­schaft­li­cher Prio­ri­tä­ten­set­zung. Wo Frau­en kei­nen Zugang zu Gesund­heits­ver­sor­gung haben, gera­ten gan­ze Gemein­schaf­ten ins Wanken.

Phar­ma­zeu­ti­sche Kom­pe­tenz für mehr Gerechtigkeit

Hier liegt ein zen­tra­ler Ansatz­punkt für Ver­än­de­rung: Seit 2000 enga­gie­ren wir uns welt­weit für eine gerech­te Gesund­heits­ver­sor­gung. Nicht als kurz­fris­ti­ger Kri­sen­kom­men­ta­tor, son­dern als Akteur für belast­ba­re Strukturen.

Unse­re Stär­ke liegt in unse­rer phar­ma­zeu­ti­schen Fach­kom­pe­tenz. Es geht nicht allein dar­um, Medi­ka­men­te zu ver­tei­len, son­dern um ver­läss­li­che, loka­le Lie­fer­ket­ten, pro­fes­sio­nel­le Lager­hal­tung, sach­ge­rech­te Anwen­dung, Schu­lun­gen und nach­hal­ti­ge Struk­tu­ren. Denn gute Ver­sor­gung braucht mehr als gute Absich­ten – sie braucht Pla­nung, Wis­sen und Kontinuität.

Geburt unter unsi­che­ren Bedingungen

In Bau­din, einer länd­li­chen Regi­on Hai­tis, ist das gemein­sa­me Gesund­heits­zen­trum von Medi-Phar­ma und Apo­the­ker ohne Gren­zen oft die ein­zi­ge ver­läss­li­che Anlauf­stel­le für Frau­en. In einem Land, das von poli­ti­scher Insta­bi­li­tät und öko­no­mi­schem Kol­laps geprägt ist, wird Schwan­ger­schaft schnell zum Risiko.

Jede Woche wer­den über 50 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten betreut, dar­un­ter zahl­rei­che Schwan­ge­re. Vie­le Frau­en kom­men ohne finan­zi­el­le Mit­tel, oft ohne vor­he­ri­ge Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen. Kom­pli­ka­tio­nen wie Eklamp­sie oder postpar­ta­le Blu­tun­gen wer­den hier erst­ver­sorgt, Risi­ko­schwan­ge­re sta­bi­li­siert und bei Bedarf wei­ter­über­wie­sen. Inner­halb eines Jah­res wer­den über 2.000 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten behan­delt, rund 30 Kin­der kamen in die­sem Zeit­raum in der Sta­ti­on sicher zur Welt. Hier ent­schei­det nicht nur medi­zi­ni­sches Wis­sen, son­dern Ver­füg­bar­keit – von Per­so­nal, von Medi­ka­men­ten, von Zeit.

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Auf­klä­rung ist Gesundheitsvorsorge

In Tar­keshwor, Nepal, wach­sen vie­le Mäd­chen mit Tabus rund um Mens­trua­ti­on, Sexua­li­tät und Gewalt auf. Feh­len­de Auf­klä­rung führt zu ver­meid­ba­ren Infek­tio­nen, ver­spä­te­ter medi­zi­ni­scher Hil­fe und Unsi­cher­heit im Umgang mit dem eige­nen Körper.

Ein Pro­jekt von Apo­the­ker ohne Gren­zen stärkt die sexu­el­le und repro­duk­ti­ve Gesund­heit von Mäd­chen und Frau­en ganz­heit­lich. In elf Gemein­de­be­zir­ken und 21 Schu­len wur­den mehr als 3.300 Men­schen erreicht. 165 Gesund­heits­hel­fe­rin­nen wur­den inten­siv geschult und fun­gie­ren als dau­er­haf­te Ansprech­part­ne­rin­nen. Gesund­heit bedeu­tet hier auch, spre­chen zu dür­fen – und gehört zu werden.

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Ver­läss­lich­keit ret­tet Leben

In Buk­oba, im Nor­den Tan­sa­ni­as, ent­schei­det oft das Ein­kom­men dar­über, ob ein Mensch behan­delt wird. Fast die Hälf­te der Bevöl­ke­rung kann sich kei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung leis­ten. Gesund­heit wird zur Fra­ge der Zahlungsfähigkeit.

Das von den St. The­re­se Sis­ters betrie­be­ne Gesund­heits­zen­trum ver­sorgt rund 800 Patient:innen pro Quar­tal. Es ist medi­zi­ni­sche Anlauf­stel­le und Ver­trau­ens­ort zugleich. Die Schwes­tern neh­men sich Zeit, hören zu, erklä­ren. Für vie­le Frau­en ist genau die­ses Zuhö­ren der Unter­schied zu staat­li­chen Ein­rich­tun­gen. Hier geht es nicht nur um Behand­lung, son­dern um Zukunft.

Apo­the­ker ohne Gren­zen unter­stützt mit regel­mä­ßig finan­zier­ten Quar­tals­be­stel­lun­gen essen­zi­el­ler Arz­nei­mit­tel. Medi­ka­men­ten­eng­päs­se konn­ten von 9 auf 4 Pro­zent redu­ziert wer­den. Was nüch­tern klingt, bedeu­tet kon­kret: weni­ger Rezep­te ohne Medi­ka­men­te, weni­ger ris­kan­te Verzögerungen.

Ein neu­es Blut­ana­ly­se­ge­rät ver­bes­sert die Dia­gnos­tik, Schu­lun­gen stär­ken das Lager­ma­nage­ment. Ver­sor­gung wird plan­bar – und damit ver­läss­lich. Und Ver­läss­lich­keit ist in fra­gi­len Sys­te­men kei­ne Neben­sa­che, son­dern Vor­aus­set­zung für Sicherheit.

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Gesund­heit im Schat­ten der Großstadt

In den struk­tu­rell benach­tei­lig­ten Vier­teln rund um Bue­nos Aires leben zehn­tau­sen­de Men­schen unter extrem schwie­ri­gen Bedin­gun­gen. Infla­ti­on von rund 40 Pro­zent, man­gel­haf­te Hygie­ne, schlech­te Ernäh­rung und unsi­che­re Medi­ka­men­ten­ver­sor­gung prä­gen den All­tag. Beson­ders betrof­fen sind allein­er­zie­hen­de Müt­ter – in vie­len Slums wer­den Einel­tern­haus­hal­te fast aus­schließ­lich von Frau­en geführt. Armut ist hier weib­lich organisiert.

Das Gesund­heits­zen­trum Nr. 16 im Stadt­be­zirk Gene­ral San Mar­tín ver­sorgt ein Ein­zugs­ge­biet von 30.000 bis 35.000 Men­schen. Apo­the­ker ohne Gren­zen betreibt dort seit 2008 eine eige­ne Apotheke.

In Argen­ti­ni­en erhal­ten Patient:innen häu­fig nur Teil­men­gen ihrer Medi­ka­men­te, weil staat­li­che Bestän­de nicht aus­rei­chen. Unvoll­stän­di­ge The­ra­pien füh­ren zu Kom­pli­ka­tio­nen und Chro­ni­fi­zie­rung. Eine Behand­lung beginnt – und bleibt unvollendet.

Hier setzt das Pro­jekt an: mit kon­ti­nu­ier­li­cher Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung, finan­zier­ten ärzt­li­chen Stun­den und phar­ma­zeu­ti­scher Bera­tung. Monat­lich wer­den rund 2.000 Arz­nei­mit­tel abge­ge­ben – voll­stän­di­ge The­ra­pien, leit­li­ni­en­ge­recht. Schwan­ge­re erhal­ten Vor­sor­ge und Eisen­prä­pa­ra­te, jun­ge Müt­ter Bera­tung zu Ernäh­rung und Gesund­heit, Krebs­prä­ven­ti­on und Fami­li­en­pla­nung sind Teil der Versorgung.

Gesund­heit bedeu­tet hier Sta­bi­li­tät. Wenn Medi­ka­men­te ver­läss­lich ver­füg­bar sind, schützt das nicht nur ein­zel­ne Frau­en – son­dern gan­ze Fami­li­en vor dem Absturz in noch tie­fe­re Armut.

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Gesund­heit ohne Zugangshürden

Auch in Deutsch­land ist Frau­en­ge­sund­heit nicht für alle selbst­ver­ständ­lich. Laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt waren 2023 rund 61.000 Men­schen ohne Krankenversicherungsschutz.

In einem Land mit hohem medi­zi­ni­schem Stan­dard bleibt der Zugang den­noch selektiv.

Vie­le Betrof­fe­ne sind Frau­en in pre­kä­ren Lebens­la­gen – ohne fes­ten Wohn­sitz, ohne Auf­ent­halts­sta­tus oder mit exis­ten­zi­el­len Ängs­ten. Apo­the­ker ohne Gren­zen unter­stützt bun­des­weit nied­rig­schwel­li­ge Ambu­lan­zen, die anonym und kos­ten­frei behan­deln. Hier zeigt sich: Das Pro­blem ist nicht feh­len­des medi­zi­ni­sches Wis­sen, son­dern feh­len­der Zugang.

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Wer Frau­en stärkt, sta­bi­li­siert Gesellschaften

Frau­en­ge­sund­heit ist kein Nischen­the­ma. Sie ist ein Seis­mo­graph gesell­schaft­li­cher Gerechtigkeit.

Sie ent­schei­det dar­über, ob Mäd­chen zur Schu­le gehen kön­nen, ob Müt­ter arbei­ten kön­nen, ob chro­ni­sche Erkran­kun­gen recht­zei­tig behan­delt werden.

Gesund­heit beginnt bei Frau­en – nicht, weil sie allein ver­ant­wort­lich wären, son­dern weil gesell­schaft­li­che Struk­tu­ren sie beson­ders ver­letz­lich machen. Zugang zu Ver­sor­gung ist Vor­aus­set­zung für Gerech­tig­keit. Wer Frau­en­ge­sund­heit stärkt, stärkt Generationen.

Spen­den

Gesund­heit ist poli­tisch. Frau­en­ge­sund­heit ist ein Grad­mes­ser für Gerech­tig­keit. Wir stär­ken welt­weit die Gesund­heits­ver­sor­gung von Frauen.

Mehr Trans­pa­renz bei Spenden

Als Unter­zeich­nen­de der Initia­ti­ve Trans­pa­ren­te Zivil­ge­sell­schaft (ITZ) haben wir uns dazu ver­pflich­tet, 10 Punk­te zu ver­öf­fent­li­chen, die es Ihnen ermög­li­chen, unse­re Glaub­wür­dig­keit und unse­re Mis­si­on zu über­prü­fen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kei­ne Arz­nei­mit­tel spenden

Uns errei­chen vie­le Anfra­gen, ob man auch alte Arz­nei­mit­tel spen­den oder Samm­lun­gen orga­ni­sie­ren soll. Grund­sätz­lich ist das nicht sinn­voll. Lesen Sie hier mehr dazu.

Spen­den

Unter­stüt­zen Sie unse­re Hilfe!

Jede Spen­de zählt und kommt an! Unter­stüt­zen Sie die Arbeit von Apo­the­ker ohne Gren­zen und ermög­li­chen Sie Men­schen ein Leben in Gesund­heit. Mit einem regel­mä­ßi­gen monat­li­chen Bei­trag kön­nen wir gemein­sam lang­fris­tig hel­fen und nach­hal­ti­ge Gesund­heits­struk­tu­ren schaf­fen und sichern.

Wie Ihre Spen­de hilft:

Dank Ihrer 5 € Spen­de kön­nen wir 4 Fami­li­en in Nepal mit Hygie­ne­ar­ti­keln versorgen.

Mit nur 10 ermög­li­chen Sie die Behand­lung von sechs an Lun­gen­ent­zün­dung erkrank­ten Kin­dern in Nepal.

Mit nur 20 € ermög­li­chen Sie die Behand­lung von zehn an Mala­ria erkrank­ten Kin­dern in Tansania.

Mit 50 ermög­li­chen Sie die Behand­lung eines herz­kran­ken woh­nungs­lo­sen Men­schen in Deutsch­land für ein Jahr.

Schon mit 100 € ermög­li­chen Sie die Asth­ma­the­ra­pie von 3 Schul­kin­dern in den Armen­vier­teln von Bue­nos Aires in Argen­ti­ni­en für ein Jahr.

Mit 150 € ermög­li­chen Sie einem jun­gen Men­schen mit einer Immun­krank­heit in Argen­ti­ni­en einen Monat lebens­ret­ten­de Medikamente.

Dank Ihrer 200 € Spen­de kön­nen wir eine 5‑tägige Schmerz­be­hand­lung in der Kli­nik für ca. 14 Patient:innen in der Ukrai­ne finanzieren.

Mit Ihrer Spen­de von 250 € kön­nen wir für 800 Men­schen die medi­zi­ni­sche Not­fall­ver­sor­gung nach Kata­stro­phen sicherstellen.

Mit 300 € ermög­li­chen Sie 5 Stipendiat:innen die Aus­bil­dung an der PTA-Schu­le in Burun­di.

Mit 400 € kön­nen 250 Kin­der in Argen­ti­ni­en fluo­rid­hal­ti­ge Zahn­pas­ta erhalten.

Mit 500 € kön­nen die Uni-Stu­di­en­ge­büh­ren einer Pharmazie-Student:in für ein Jahr in Burun­di gedeckt werden.

Mädchen blickt durch Mauerloch in Haiti  bei Nothilfeeinsatz von Apotheker ohne Grenzen
Mädchen mit Mutter im Hintergrund bei Einsatz von Apotheker ohne Grenzen
Kinder beim Spielen in Tansania
Apotheker ohne Grenzen Mitglied verteilt Medikamente an Wohnungslose in Deutschland