Ukraine /

STAND / Dezember 2022

Das Jahr neigt sich dem Ende zu – Der Krieg in der Ukraine geht weiter

Bereits im Sommer haben wir berichtet, wie dringend unsere Unterstützung für die medizinische Versorgung der ukrainischen Zivilbevölkerung benötigt wird. An dieser Tatsache hat sich leider bis heute nichts geändert. Durch die massiven russischen Luftangriffe im ganzen Land wurde und wird weiterhin kritische Infrastruktur zerstört. Dazu gehören neben Einrichtungen zur Sicherung der Strom-, Heizungs- und Wasserversorgung auch Krankenhäuser, pharmazeutische Industrie und Apotheken.

Mit Einbruch des Winters spitzt sich die Lage für die Bevölkerung weiter zu. Nahrungsmittelknappheit und damit sinkende Widerstandsfähigkeit in Kombination mit Kälte und fehlender Heizung führen zu vermehrtem Auftreten von Infektions- und Atemwegserkrankungen, für die Medikamente fehlen. Da vorhandene private finanzielle Mittel oft für die Instandsetzung der teilweise zerstörten Behausungen eingesetzt werden müssen, bleibt den Menschen kaum Geld für den Kauf von lebenswichtiger Dauermedikation zur Behandlung chronischer Erkrankungen.


Auch per Luftfracht sind Hilfslieferungen von Apotheker ohne Grenzen Richtung Ukraine

Aus diesen Gründen erreichen den Verein weiterhin viele Hilfsgesuche von Krankenhäusern des gesamten Landes und Apotheker ohne Grenzen ist sehr froh, mit Hilfe eines großen Netzwerks von Partnerorganisationen weiterhin gezielte, bedarfsgerechte medizinische Hilfslieferungen in die Ukraine organisieren zu können. Wir haben es mittlerweile geschafft, durch die regelmäßige Zusammenarbeit mit unseren Partnern, dem Aufbau direkter Kontakte vor Ort und mit der Hilfe vieler engagierter, ehrenamtlicher Einsatzkräfte unsere Abläufe noch effizienter zu gestalten und so gezielt und in großem Umfang Hilfe dort zu leisten wo sie benötigt wird.

Unser größter Fokus liegt hier weiterhin auf dringend benötigten Medikamenten zur Behandlung von Infektions- und Atemwegserkrankungen, Schmerzmitteln, Narkosemitteln, Verbandmitteln aber auch Medikamenten zur Behandlung chronischer Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck und medizinische Verbrauchsmaterialien wie sterile OP-Handschuhe, Infusionsbesteck, Spritzen und Kanülen. Weiterhin beliefern wir über unseren Partner Blau-gelbes Kreuz Medikamente für sogenannte Traumakits zur Behandlung von Kriegsverletzungen durch Raketen- und Bombenangriffe.

Wir konnten auch einige Kinderkliniken in größerem Umfang unterstützen,

denn auch viele speziell für die Kleinsten benötigten Arzneimittel sind nur schwer oder gar nicht in der Ukraine verfügbar. Bis zum Jahresende werden wir mehr als 150 Hilfslieferungen in alle Landesteile mit einem Gesamtwert von ca. 2 Mio. Euro auf den Weg gebracht haben.

AoG-Projektkoordinatorin Dr. Martina Gerhardt

Auch AoG verzeichnet, wie viele andere Hilfsorganisationen, einen deutlichen Rückgang der Spendengelder, obwohl unsere Hilfe weiter so dringend benötigt wird. Deshalb versuchen wir verstärkt, auch staatliche Fördergelder zu beantragen, was jedoch in der Regel sehr zeitaufwendig und langwierig ist. Deshalb sind wir auch weiterhin auf Ihre Spende angewiesen, damit unsere Arbeit zu Gunsten der ukrainischen Zivilbevölkerung auch im nächsten Jahr weitergehen kann.

Wir wünschen uns für das Jahr 2023, dass der Konflikt in der Ukraine weniger auf dem Rücken der notleidenden Zivilbevölkerung ausgetragen wird und so schnell wie möglich eine friedliche Einigung erzielt werden kann. Schon jetzt ist für uns eines klar: Sobald es uns möglich ist aktiv in die Wiederaufbauhilfe einzusteigen sind wir vorbereitet und einsatzbereit!

Ukraine /

STAND / September 2022

Was wir bisher erreicht haben – ein Zwischenbericht

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine organisiert Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. (AoG) die Lieferung von lebensnotwendigen Medikamenten in das von Angriffen gezeichnete Land. Nach sechs Monaten gibt die Hilfsorganisation einen Zwischenbericht:

Insgesamt konnten in diesem halben Jahr mehr als 130 Hilfslieferungen mit lebensnotwendigen Medikamenten und Verbandsstoffen im Gegenwert von ca. 2 Mio. Euro Spendengeldern in 40 verschiedene Zielorte der Ukraine gebracht werden. Die Koordination der gesamten von AoG geleisteten Hilfe für die Ukraine erfolgt durch ein dreiköpfiges, hauptamtlich arbeitendes Koordinationsteam, welches durch eine Vielzahl von ehrenamtlichen, geschulten Einsatzkräften unterstützt wird. Die Transporte erfolgen zügig und wenn möglich, direkt und ohne Zwischenlagerung in entsprechenden Lagerhallen der Westukraine, z.B. in Lviv oder Kyiv. Während des Transportes werden die Arzneimittel sachgerecht und wenn nötig gekühlt gelagert. Nach erfolgreicher Zustellung der Lieferung erhält Apotheker ohne Grenzen eine schriftliche Bestätigung des Medikamenteneingangs, oft kombiniert mit einem Dankesschreiben vom medizinischen Ansprechpartner der Empfängerklinik. Dieses Procedere hat sich bewährt, 99% der Lieferungen sind an ihrem Bestimmungsort angekommen.

Aus den persönlichen Berichten der zahlreichen Partner*innen vor Ort, schließen die Mitarbeitenden von Apotheker ohne Grenzen auf eine sich weiter verschlechternde Situation: Während die Kämpfe in der Ukraine unvermindert weitergehen, wird die Versorgungslage vor allem in der Ost- und Südukraine immer prekärer. Einer steigenden Zahl von Binnenflüchtlingen und Schwerverletzten, die durch das überlastete ukrainische Gesundheitssystem nur unzureichend versorgt werden können, steht ein massiver Rückgang von Hilfslieferungen aus dem Ausland gegenüber. Aus der Stadt Dnipro im Zentrum der Ostukraine unweit des Frontverlaufes, aber auch aus der weiterhin bombardierten Stadt Charkiv werden uns große Versorgungslücken gemeldet. Ein dort ansässiger Arzt ist verzweifelt: „Wir haben hier fast nichts mehr und Hilfslieferungen kommen kaum noch an. Es fehlen Antibiotika, Schmerzmittel, Verbandsmaterialien und OP-Bedarf zur Behandlung von Kriegsverwundeten, aber auch überlebenswichtige Insuline für Diabetiker“. Aufgrund vielfach zerstörter pharmazeutischer Infrastruktur und unterbrochener Lieferketten vor allem in den umkämpften Gebieten ist eine zuverlässige Beschaffung von Arzneimitteln vor Ort nach wie vor kaum möglich.

Wir BITTEN weiterhin um Spenden und Unterstützung!

Apotheker ohne Grenzen freut sich über jede Spende
mit dem Betreff „Ukraine-Hilfe“:

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
IBAN:   DE 88 3006 0601 0005 0775 91
BIC:      DAAEDEDDXXX

Apotheker ohne Grenzen erhält auch weiterhin zahlreiche Bedarfsanfragen aus ukrainischen Kliniken. Bei der Organisation der Arzneimittellieferungen direkt zu den Empfängerkrankenhäusern setzt die Hilfsorganisation auf schon vorhandene langjährige Partnerschaften, z.B. mit action medeor, den Johannitern oder den German Doctors. Mittlerweile konnte aber auch eine Vielzahl von neuen Partnerschaften etabliert werden. So arbeitet Apotheker ohne Grenzen eng mit dem Blau-Gelbes Kreuz e.V. aus Köln zusammen. Diese schon nach der Annexion der Krim gegründete Hilfsorganisation ist durch ihre Vielzahl von ehrenamtlichen Helfern mit ukrainischen Wurzeln sehr gut vor Ort vernetzt, so dass auch die Kliniken in abgelegenen bzw. frontnahen Gebieten der Ukraine über direkte, dezentrale Medikamententransporte erreicht werden können. Mit Unterstützung von Universitätskliniken im Raum Nordrhein werden z.B. Medikamente beschafft, die in sogenannten Trauma-Kits zusammengestellt vor allem für die Versorgung von Patienten mit Kriegsverletzungen essenziell sind. Diese Kits haben sich sowohl für die Verwendung in Kliniken in den umkämpften Gebieten als auch in kleinerer Form als „Rescue Backpacks“ für Feldeinsätze bewährt

Diese Hilfe ist nur möglich aufgrund des großartigen Engagements aller im Verein und natürlich aufgrund der eingegangen Spenden. Ein großes Dankeschön dafür!

Um auch zukünftig die Menschen in der Ukraine mit lebensnotwendigen Arzneimitteln versorgen zu können, ist Apotheker ohne Grenzen weiterhin dringend auf Spenden angewiesen. Dies gilt auch für die zahlreichen anderen Projekte der Entwicklungszusammenarbeit, in denen sich Apotheker ohne Grenzen selbstverständlich auch weiterhin parallel zum Ukraineeinsatz aktiv ist.


Ukraine-Projektkoordinatorin Margarethe Zinser

Leider müssen wir feststellen, dass mittlerweile die Spendenbereitschaft sehr stark nachgelassen hat, obwohl auch weiterhin lebenswichtige Medikamente dringend benötigt werden. Uns erreichen nach wie vor viele Hilfsanfragen und Apotheker ohne Grenzen möchte auch weiterhin kompetente und effektive Hilfe für die Menschen in der Ukraine leisten. Da dies nur mit ausreichenden finanziellen Mitteln möglich ist, möchten wir Sie bitten, uns auch weiterhin zu unterstützen. Jeder Spende hilft und kommt an!

Ukraine /

STAND / Juli 2022

Pharmazeutische Hilfe für die Ukraine

AoG-Hilfe für die Ukraine geht kontinuierlich weiter

Mehr als 130 Tage Krieg und kein Ende in Sicht! Die Not der Menschen wird von Tag zu Tag größer. Apotheker ohne Grenzen hilft seit Beginn des Krieges mit der Lieferung von lebensnotwendigen Medikamenten.

Was haben wir seitdem erreicht und wie wird unsere zukünftige Arbeit aussehen?

Angefangen mit einem vierköpfigen ehrenamtlichen Koordinationsteam konnten wir im März und April mehr als 100 bedarfsgerechte Hilfslieferungen mit dringend benötigten Arzneimitteln und Verbandsstoffen in die Ukraine organisieren. Dies war nur durch den unermüdlichen Einsatz von vielen ehrenamtlichen Helfern und auf der Grundlage eines großen Netzwerkes aus langjährigen Partnerorganisationen und zuverlässigen Lieferanten möglich, welches wir bis heute weiter ausbauen konnten.

Um den anhaltend hohen Bedarf an essentiellen Arzneimitteln auch langfristig bedienen zu können, werden die ehrenamtlichen Helfer seit Mai 2022 durch ein dreiköpfiges hauptamtliches Koordinatorenteam unterstützt. Dieses kümmert sich sowohl um die Organisation der Hilfstransporte und die bedarfsgerechte und kostengünstige Beschaffung der Medikamente in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, als auch um die regelmäßige Kommunikation mit offiziellen Partnern, wie der ukrainischen Botschaft und unseren Partnerorganisationen in Deutschland, Polen und Rumänien.


Unser hauptamtliches AoG-Ukraine-Koordinierungsteam: Dr. Martina Gerhardt, Andreas Portugal, Margarethe Zinser

Um den anhaltend hohen Bedarf an essentiellen Arzneimitteln auch langfristig bedienen zu können, werden die ehrenamtlichen Helfer seit Mai 2022 durch ein dreiköpfiges hauptamtliches Koordinatorenteam unterstützt. Dieses kümmert sich sowohl um die Organisation der Hilfstransporte und die bedarfsgerechte und kostengünstige Beschaffung der Medikamente in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, als auch um die regelmäßige Kommunikation mit offiziellen Partnern, wie der ukrainischen Botschaft und unseren Partnerorganisationen in Deutschland, Polen und Rumänien.

Insgesamt konnte Apotheker ohne Grenzen mit Hilfe seines Netzwerkes aus ehrenamtlichen Helfern, vor allem auch in den Regionalgruppen, langjährigen Partnern mit teilweise sehr guten Kontakten in die Ukraine und zuverlässigen und kostengünstigen Lieferanten bis heute mehr als 130 Medikamentenlieferungen auf den Weg bringen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Logistikpartnern, eine effiziente Nachverfolgung und direkte Rückmeldung des medizinischen Ansprechpartners vor Ort können wir dabei gewährleisten, dass die Medikamente auch in den Kliniken ankommen und in die richtigen Hände gelangen.


Arzneimittellieferung im Gesamtwert von 40.000 EURO ging zusammen mit unseren Partnern Apotheker Helfen e.V. und München hilft Ukraine e.V. auf den Weg Richtung Ukraine

Leider müssen wir feststellen, dass mittlerweile die Spendenbereitschaft sehr stark nachgelassen hat, obwohl auch weiterhin lebenswichtige Medikamente dringend benötigt werden. Uns erreichen nach wie vor viele Hilfsanfragen und Apotheker ohne Grenzen möchte auch weiterhin kompetente und effektive Hilfe für die Menschen in der Ukraine leisten. Da dies nur mit ausreichenden finanziellen Mitteln möglich ist, möchten wir Sie bitten, uns auch weiterhin zu unterstützen. Jeder Spende hilft und kommt an!