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Bangladesch

Unterstützung in Flüchtlingscamps

2017 kam es in Myanmar zu schweren Ausschreitungen zwischen Rohingya-Rebellen und dem einheimischen Militär. Die muslimischen Rohingya sind eine ethnische Minderheit in Myanmar und werden nicht als einheimische Bevölkerungsgruppe angesehen. Diskriminierung, Gewalt und Verfolgung trieben in den letzten Jahrzehnten bereits über 200.000 Rohingya nach Bangladesch.

Nach den Ausschreitungen von August 2017 flohen mehr als 600.000 Rohingya ins angrenzende Bangladesch. Die meisten Flüchtlinge suchen Schutz in Flüchtlingslagern wie in Kutupalong, dem größten Flüchtlings- lager der Welt in der Gegend um die Stadt Cox’s Bazar an der Küste von Bangladesch. Die Versorgung der großen Anzahl an Menschen überfordern bis heute die dortigen Verhältnisse und haben zu einer schweren humanitären Krise geführt.

Bereits vor dem großen Flüchtlingsstrom war Apotheker ohne Grenzen kontinuierlich in Kontakt mit der maltesischen Hilfsorganisation MOAS, die seit Oktober 2017 in Cox’s Bazar vor Ort ist. MOAS bat um pharmazeutische Unterstützung für die zwei Apotheken in den Flüchtlingslagern „Shamlapur“ und „Unchiprang“. Im Dezember 2017 unterstützte AoG eine Arzneimittellieferung an die dortigen Gesundheitsstationen mit 4.000 Euro. Dies war der Anfang einer Zusammenarbeit, die seit 2018 weiter ausgebaut wird.

Zyklon Sidr

Im  November 2007 verwüstete der Zyklon Sidr weite Landstriche im Golf von Bengalen. In Bangladesch waren 6,5 Millionen Menschen betroffen. 3.500 Tote waren zu beklagen, die Reisernte wurde vernichtet, das Trinkwasser verseucht.

Aufgrund der Nachbarschaft zu Indien hat sich der pharmazeutische Markt in Bangladesch in den letzten Jahren erstaunlich gut entwickelt. Doch an Fachpersonal für den fachgerechten Umgang mit Arzneimitteln mangelt es weiterhin.

AoG versorgte gemeinsam mit einem vierköpfigen Ärzteteam der deutschen Hilfsorganisation humedica die Überlebenden der Katastrophe im Distrikt Barguna. Er zählte zu den neun Distrikten, die am stärksten betroffen waren. Das Team konnte bis  zu 260 Patienten pro Tag behandeln. Zu den häufigsten Beschwerden zählten Atemwegs- und Hauterkrankungen sowie Schnitt- und Brandverletzungen.

Zum Einsatz kamen dabei sowohl vor Ort gekaufte Medikamente als auch Emergency Health Kits aus Deutschland. AoG arbeitete bei der Arzneimittelabgabe mit Dolmetschern um die richtige Anwendung und Einnahme sicherzustellen.

Als lokale Partner fungierten die Organisation Koinonia und die Fareea Lara Foundation. Sie übernahmen auch die Anmeldung der Patienten. Flutkatastrophen sind am Golf von Bengalen keine Seltenheit. Mit dem Bau von speziellen „Cyclone-Shelters“ und der Entwicklung eines Frühwarnsystems konnten die lokalen Behörden die Zahl der Todesopfer im Vergleich zu früheren Fluten deutlich senken.