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Nothilfe nach dem Tsunami 2004

Als die Nachricht vom Erdbeben in Südostasien und der daraus resultierenden Flutwelle am 26. Dezember 2004 über die Nachrichtenticker lief, ahnte noch niemand, dass sich eine der größten Naturkatastrophen der Menschheit ereignet hatte.

Die Apotheker ohne Grenzen Deutschland organisierten einen Katastropheneinsatz für Sri Lanka innerhalb weniger Stunden. Bereits am 28. Dezember starteten zwei ehrenamtliche Mitarbeiter mit einem Interagency Emergency Health Kit nach Sri Lanka.

Mit diesem speziell für Kriseneinsätze entwickelten Kit konnten mehrere tausend Menschen ch mit dem Notwendigsten medizinisch versorgt werden. AoG vervollständigte ein Team aus Ärzten und Sanitätern der Partnerorganisation Humedica e.V., das bereits mehrere Jahre in Sri Lanka tätig war.

Im Hilfscamp von Humedica und AoG wurde die medizinische Versorgung von rund 5000 Flüchtlingsfamilien sichergestellt. Pro Tag  wurden zwischen 400 und 500 Patienten mit leichten und mittleren Verletzungen sowie Infektionskrankheiten bis hin zu schweren Lungenentzündungen und Wundinfektionen mit beginnenden Blutvergiftungen behandelt.

Wichtigste Aufgabe der Apotheker vor Ort: die Bereitstellung und Abgabe der Medikamente sowie die Koordination des Arzneidepots. Bis Ende März 2005 wechselten sich insgesamt sechs Hilfsteams mit deutscher und schweizerischer Besetzung im dreiwöchigen Rhythmus ab.

Allein in Point Pedro im Norden setzten die Apotheker ohne Grenzen insgesamt 13 ehrenamtliche Mitarbeiter ein. Neben dem Einsatz im Norden ermittelte ein weiteres Team den Hilfsbedarf an der zum Teil noch schwerer getroffenen Ostküste der Insel. Da hier auch Hospitäler und Medizinvorräte zerstört wurden, organisierten die Apotheker ohne Grenzen eine erste Soforthilfe mit Medikamenten aus Deutschland. So sicherten die Pharmazeuten die akute Versorgung des Ashraff Memorial Hospitals in Kalmunai, das 35 kleinere Stationen in der Region mit über 400.000 Einwohnern versorgt an der Ostküste des Landes mit zwei großen Hilfslieferungen wichtiger Medikamente.

 

Krankenhausapotheke Kalmunai

Die Apotheker ohne Grenzen unterstützten für das Ashraff Memorial Hospital den Bau eines Versorgungsgebäudes mit einer modern ausgestatteten Krankenhausapotheke. Die Bauaufsicht hat die Little Smile Association als lokaler Partner übernommen. Anfang Februar 2006 legte die srilankische Bauministerin den Grundstein.
Im Januar 2010 konnte das Gebäude im Beisein von Regierungsvertretern und Vertretern der Apotheker ohne Grenzen eingeweiht werden. Die neue Klinikapotheke erhält eine den regionalen Anforderungen entsprechende funktionelle Inneneinrichtung. Die Aufbauarbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium von Sri Lanka.

 

Diabetesprojekt in Point Pedro

Im Provinzkrankenhaus in Point Pedro unterstützte AoG die bessere Versorgung von Diabetespatienten. Ziel des Projektes war es, registrierte Diabetiker besser einzustellen und Neuerkrankungen früher zu erkennen.

Dazu wurde unter anderem ein Schulungsprogramm zur Prävention aufgebaut. Leider haben die wieder aufgeflammten Unruhen im Tamilengebiet die Arbeit vor Ort erschwert. So musste das Engagement in Point Pedro 2006 eingestellt werden.

Arachchikanda Hospital, Hikkaduwa

Hikkaduwa ist ein kleiner Badeort an der Westküste Sri Lankas, südlich von Colombo auf dem Weg nach Galle gelegen. Das Krankenhaus gehört zur untersten Klasse der vom Gesundheitsministerium versorgten Kranken­häuser und dient zur Versorgung der „einfachen“ Bevölkerung. Aufgrund des schlechten baulichen Zustands der Klinik nahmen immer weniger Patienten die Dienste der Station in Anspruch.

Mit Unterstützung der Apotheker ohne Grenzen erfolgte eine komplette Sanierung der Stationen, sanitären Einrichtung und des Daches. Die Sanierung wurde 2006 abgeschlossen und zeigt ihren Erfolg in der Zunahme der Zahl der Entbindungen, einem deutlichen Zeichen für das wieder gewachsene Vertrauen der Bevölkerung in diese Einrichtung.