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Haiti-Nothilfeeinsatz

AoG-Nothelferin berichtet von der erschütternden Lage in Haiti

Bericht von Barbara Weinmüller, Apothekerin aus München, im Nothilfeeinsatz der Apotheker ohne Grenzen in Haiti:

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„Die Brücke hat Hurrikan Matthew weg gerissen. Wir stehen mit den Allrad-Fahrzeugen der mobilen Klinik, an der wir als Apothekerinnen angegliedert sind, vor einem breiten Fluss. An beiden Ufern liegen Trümmerteile der einstigen Betonbrücke, Baumstämme und angeschwemmtes Gestrüpp. Das Wasser ist zu tief zum Durchqueren. Zeitraubend mühsam suchen wir einen anderen Weg. Wir wissen, dass im Dorf Dori bereits viele Kranke auf uns warten. Auf der Suche nach einer flachen Furt kommen wir durch einen Weiler. Aus einer der Hütten wird gerade eine Leiche getragen. Wir halten sofort an, um zu helfen. Doch die Hilfe kommt zu spät: Höchstwahrscheinlich Cholera vermuten die Ärzte als sie die ca. Vierzigjährige untersuchen. Cholera auch hier. Niemand hat damit gerechnet. Noch ein roter Punkt auf der Karte, wo es vor roten Punkten nur so wimmelt. Jeder rote Punkt steht für noch nicht versorgte Dörfer. Zusätzlich der Eintrag „Cholera!“.

Über 140.000 Menschen warten im Südwesten Haitis seit sechs Wochen noch immer auf Hilfe: Sauberes Wasser, Medikamente und Nahrungsmittel. 140.000 Einzel-Schicksale. In großer Not.

Die Lage der Menschen in Haiti ist katastrophal.

Und bei uns berichtet niemand mehr darüber. Ich fasse es nicht. Beim Erdbeben waren genug Hilfsorganisationen vor Ort. Jetzt, hier, fehlen sie. Warum? Das kann mir niemand erklären.

Überall zerlumpte Menschen in erbärmlichem Zustand am Wegesrand. Ich mag sie gar nicht fotografieren. Das kommt mir so voyeuristisch vor. Mit Schaufeln und den bloßen Händen versuchen sie die angeschwemmten Bäume, Steine und den Müll von ihren kleinen Äckern zu räumen. Ihren Hütten fehlen die Seitenwände oder das Dach. Das einstmals grüne Land sieht aus, als hätte das Kind eines Riesen Matsch und Dreck in gewaltigen Haufen darüber verteilt.

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Entsetzlich. Das zumeist schöne Wetter kommt mir vor wie blanker Hohn angesichts der Situation.

Hier scheint endlich eine seichte Furt zu sein.
Die Fahrer gehen ins Wasser um die Tiefe zu messen. Kniehoch. Reicht.
Und durch.

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In dieser Region gibt es keine Krankenstationen, keine Krankenschwestern, geschweige denn einen Arzt oder Apotheker. Die Menschen hier sind zu arm, als dass sie Gesundheitshelfer bezahlen könnten.

In Dori angekommen, schlagen wir unsere „Klinik“ und „Apotheke“ in der Dorfschule auf – auch hier ist das Dach zum Teil weggeflogen. 50 Patienten sitzen hier schon seit Stunden geduldig wartend. Kaum wird unsere Ankunft bekannt, strömen die Menschen aus allen Richtungen auf uns zu:

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Mütter, selbst krank mit ihren verletzten Kindern auf dem Arm und an der Hand, alte Leute gestützt auf einfache Holzstecken humpeln zu uns. Viele barfuß. Ich kann kaum hinsehen. Für die Behandlung haben sie ihre Sonntagskleider herausgesucht. Da erst fällt mir auf: Es ist auch Sonntag.

Die Ärzte sortieren nach Schwere des Falls und erklären das Procedere. Im Minutentakt werden die Patienten behandelt:

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Entzündungen, Schnittverletzungen, Durchfall, Schwangerschaftsprobleme…Blutdruck und Temperatur messen. Rezepte ausstellen. Alle wandern zur improvisierten Apotheke – eine Schulbank mit schmalem Tisch.

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Hoffentlich reichen die gepackten Arzneimittel-Koffer, bete ich und überprüfe gleichzeitig die Abgabelisten.

Es sind so viele.
So unvorstellbar viele.
Viele Lungenentzündungen.
So viel Schmerzen und Leid.

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Antibiotika…Ibuprofen…ORS…Zinksulfat…Wasserdesinfektionstabletten.
Die Koffer leeren sich schnell.

Ein leises, dankbares „Merci“.
Eine tiefe Verbeugung.

So viel Dankbarkeit, Würde und Geduld habe ich nach den Berichten über aggressive Überfälle nicht erwartet.
Ich bin zutiefst gerührt.

Mit Gesängen versuchen die Haitianer, sich gegenseitig zu stützen und ihre traurige Lage irgendwie etwas aufzuhellen.
Die Gesänge treffen mich ins Mark.

Genauso wie die Auskunft des Arztes auf meine Frage, wann wir denn wieder zur Kontrolle vorbei kommen: „Gar nicht, Barbara. Mehr können wir im Moment nicht tun. Du weißt, dass noch viele Menschen auf uns warten…“

Sechs Teams fahren täglich von Les Cayes aus über die Dörfer – in der Hauptsache haitianische Ärzte und Krankenschwestern, mit Verständigung in der Muttersprache geht die Hilfe schneller von statten. 200-250 Menschen können pro Tag versorgt werden. Die Hin- und Rückfahrten über die zerstörten Straßen rauben unendlich viel Zeit. Und abends packen wir neue Medikamente in die Koffer für den nächsten Tag.

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14-16 Stunden hat unser Arbeitstag. Kein einziger Tag frei.

In fünf Tagen müssen Maria Baumann und ich wieder zurück.

Ich bin sehr froh, dass ein weiteres AoG-Team kommt.
Es warten noch so viele.

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Diese unschuldigen Menschen brauchen uns.“

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Erschütternde Lage der Menschen in Haiti

17. November 2016

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Am 4. Oktober zog „Matthew“ über Haiti hinweg und hinterließ verheerende Schäden in der Natur und der Infrastruktur. Über 175.000 Menschen wurden obdachlos: 52% geben an, ihr Haus oder ihre Hütte sei komplett zerstört; 38% berichten von schweren Schäden. Bislang haben diese Menschen in Schulen und Kindergärten eine Notunterkunft gefunden, doch diese sollen nun für den Schulunterricht wieder geräumt werden oder für die anstehenden Wahlen in der nächsten Woche als Wahllokale zur Verfügung stehen. Wo die betroffenen Haitianer nach der Räumung Zuflucht finden, ist ungewiss.

Zusätzlich benötigen noch über 400.000 Menschen Hilfe in Form von Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und medizinisch-pharmazeutischer Versorgung.
Die Versorgung mit Nahrungsmittel wird noch lange anhalten, denn im Moment ist Pflanzsaison in Haiti, doch 60–80% der Äcker in der betroffenen Region sind zerstört. Die meisten der vom Wirbelsturm betroffenen Haitianer sind Kleinbauern; sie können nicht mehr für ihren Lebensunterhalt sorgen. Derzeit sind sie damit beschäftigt, mit Schaufeln und bloßen Händen den Unrat von ihren Feldern zu entfernen, den Wind und Fluten herangetragen haben.

Inzwischen ist auch die Zahl der Cholerafälle auf 5.840 gestiegen. Die Behörden versuchen, den Ausbruch einzudämmen. Seit wenigen Tagen läuft eine große Cholera-Impfaktion, die über 800.000 Menschen vor der Krankheit schützen soll, doch die Impf-Teams kommen nur langsam voran – viele Straßen und Brücken sind zerstört. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Malaria-Erkrankungen dramatisch zunehmen.

Barbara Weinmüller, Apotheker ohne Grenzen -Nothelferin, derzeit in Les Cayes/Department Sud eingesetzt, konstatiert: „Es sind nur elf medizinisch-pharmazeutische Hilfsorganisationen registriert. Apotheker ohne Grenzen sind eine davon. Es sind viel zu wenige für den großen Bedarf!“

Die Apotheker ohne Grenzen leisten bereits seit 13. Oktober Nothilfe in Haiti. Im Gepäck hatte AoG ein IEHK- und ein Cholera-Kit (WHO-Standard), das von der NOWEDA-Stiftung  für den Einsatz gespendet wurde. Damit können 10.000 Menschen drei Monate mit Arzneimitteln versorgt werden. Doch die ersten Medikamente gehen schon zu Neige.

Zu den Aufgaben der Apothekerinnen der AoG (Maria Baumann/Regensburg und Barbara Weinmüller/München) gehört die Versorgung mit Arzneimitteln der sechs medizinischen Teams der AoG-Partnerorganisation, die täglich mit einer improvisierten „Rolling Clinic“ mobil das Umland versorgen, sowie Unterstützung bei der Medikamentenabgabe. Derzeit verhandelt Maria Baumann mit einem Pharma-Großhändler in der haitianischen Hauptstadt um dringend benötigte Wirkstoffe schnell zu erhalten. Die Lieferung aus Europa dauert zu lange, wie schon der schwierige Einstieg in die Nothilfe am Anfang zeigte. Der Bedarf ist immens: „Selbst in unserer Region warten noch immer über 140.000 Menschen auf Behandlung und Therapie. Wir kommen aufgrund der zerstörten Wege nur sehr langsam voran. Pro Team können täglich nur 200-250 Menschen versorgt werden. Das ist angesichts der vielen Lungenentzündungen, die wir permanent feststellen, entsetzlich für all diejenigen, die noch immer auf Hilfe warten!“

Maria Baumann und Barbara Weinmüllers Einsatz endet am Freitag, 18.11. Doch angesichts der katastrophalen Situation haben sich die Apotheker ohne Grenzen entschieden, ein weiteres Nothilfe-Team nach Haiti zu entsenden: Dietlinde Kerber, Apothekerin aus Frankfurt (Hessen) und PTA/Verwaltungsleiter Andreas Iffland vom St. Georg-Klinikum Eisenach (Thüringen).

Auf Haiti wird noch mehr Hilfe benötigt 

26. Oktober 2016

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Am 4. Oktober zog „Matthew“ mit verheerenden Folgen über Haiti hinweg.
Nur langsam rollt die internationale Hilfe an. Die Apotheker ohne Grenzen (AoG) sind bereits seit dem 13. Oktober vor Ort.

Gemäß des UN Nothilfe-Koordinationzentrums OCHA ist die Bedürftigkeit der Menschen in Haiti weiter angewachsen. Mittlerweile liegen verlässlichere Zahlen vor, die die erschreckenden Zustände erahnen lassen: 900.000 Menschen benötigen eine Cholera-Impfung, um gegen die drohende Epidemie gewappnet zu sein. 894.057 Kinder befinden sich unter den 2,1 Millionen Menschen, die Opfer des Hurrikans “Matthew” wurden. Von diesen benötigen 1,4 Millionen dringend humanitäre Hilfe und über 800.000 zusätzlich Nahrungsmittel. Bei über 100.000 Kindern besteht das Risiko der akuten Unterernährung. Es handelt sich um die größte humanitäre Krise seit dem Erdbeben von 2010. Aufgrund der mangelnden Versorgung der Sturmopfer kam es bereits zu ersten gewaltsamen Ausschreitungen. Die zerstörte Infrastruktur macht die Versorgungslage noch schwieriger, hinzu kommen andauernde sintflutartige Regenfälle, die wieder und wieder alles unter Wasser setzen.

Die verletzten und obdachlos gewordenen Haitianer benötigen dringend zumindest eine Basisgesundheitsversorgung, zumal sich neben Cholera auch bereits Shigella-Infektionen ausbreiten.

Gemeinsam mit einer medizinischen US-Partnerorganisation leisten die Apotheker ohne Grenzen Nothilfe in Les Cayes/Department Sud, der drittgrößten Stadt Haitis, die schwer von „Matthew“ getroffen wurde. Nach Apothekerin Bettina Rüdy aus Nordrhein-Westfalen und AoG- Geschäftsführerin Eliette Fischbach, zuständig für die Einsatzvorbereitung (Transport, Arzneimittelimport, Logistik etc.), trafen die Apothekerinnen Dorothea Wedler (Bayern) und Barbara Leimkugel (Nordrhein-Westfalen) am vergangenen Wochenende in Haiti ein, um die Medikamentenversorgung der Menschen zu verbessern. Sie sind in Les Cayes stationiert, fahren jedoch zusätzlich mit mobilen Kliniken ins Umland.

Da die desaströse Lage nach weiterer Hilfe verlangt, wird sich bereits in der kommenden Woche das dritte, ehrenamtliche AoG-Einsatzteam auf den Weg machen: die Apothekerinnen Maria Baumann und Barbara Weinmüller aus Bayern. Ein weiteres pharmazeutisch kompetente Duo steht auf Abruf bereit.

AoG-Geschäftsführerin Eliette Fischbach, die gemeinsam mit Bettina Rüdy den AoG-Einsatz vorbereitet hat: „ Hier kann man von unserer in Deutschland üblichen medizinisch-pharmazeutischen Versorgung nur träumen. Unsere Hilfe ist gefordert und dennoch ist es sehr aufwändig Hilfspersonal und vor allem die Arzneimittel nach Haiti zu bringen. Doch angesichts des unfassbaren Elends der Menschen, nehmen wir alle diese Mühen gern auf uns.“

AoG bereitet Haiti-Nothilfeeinsatz vor

10. Oktober 2016

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Vergangene Woche zog Hurrikan „Matthew“ über Haiti hinweg. Matthew, häufig als „Jahrhundertsturm“ tituliert, hinterließ hunderte Tote, unzählige Verletzte, zum Teil völlig zerstörte Häuser und schwer beschädigte Infrastruktur. Haiti gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und hat bis heute das schwere Erdbeben von 2010 nicht verkraftet. Viele Menschen leben selbst Jahre danach noch in den provisorischen Zeltstädten.

Angesichts der katastrophalen Verhältnisse und der sehr schlechten pharmazeutischen Versorgung haben sich die Apotheker ohne Grenzen entschlossen, in den Nothilfeeinsatz zu gehen. Aufgrund der Meldungen über eine erhöhte Choleragefahr ist Eile geboten.
Nach den Einsätzen 2008 und 2010 auf Haiti sind die Apotheker ohne Grenzen  vor Ort bereits gut vernetzt und mit den Partnerorganisationen in Kontakt. Während die Gespräche mit lokalen und internationalen, medizinischen Partnerorganisation laufen, ging bereits die erste Anfrage „Wer ist bereit in Haiti zu helfen?“ an die geschulten, ehrenamtlichen Einsatzkräfte.
Ein Assessment-Team wird bereits in dieser Woche reisen. Anschließend werden voraussichtlich weitere Einsatzteams gemeinsam mit den medizinischen Partnern nach Haiti fliegen.

Erste Arzneimittel werden in den nächsten Tagen mit dem ersten AoG- Einsatzteam in Haiti eintreffen.

 

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Hurrikan „Gustav“, „Hanna“ und „Ike“

Im Jahr 2008 haben gleich drei Hurrikans – „Gustav“, „Hanna“ und „Ike“ – die Menschen in Haiti  schwer getroffen. Jahresernten wurden vernichtet, Häuser hinwegfegt und die Infrastruktur zerstört.

Medizinische Versorgung ist für die Menschen ein unerschwinglicher Luxus – umso tragischer angesichts der an sich einfach zu behandelnden Erkrankungen:  Infekte, Parasiten, Magen- und Atemwegserkrankungen herrschten vor. Deren adäquate Versorgung übernahm AoG in Zusammenarbeit mit einem medizinischen Hilfsteam der Organisation humedica im Oktober und November 2008. Mit der mobilen Klinik erreichten sie vom Basisstandort St. Marc aus ca. 1.000 Patienten pro Woche in der umliegenden Küstenregion.

AoG kümmerte sich neben der Abgabe der Arzneimittel an die Patienten auch um die Verbesserung der Lagerhaltung in der Apotheke, die Koordination eingehender Medikamentensendungen aus Deutschland sowie um die Beschaffung von Medikamenten vor Ort.

Notfallhilfe für die Opfer des Erdbebens

Das schwere Erdbeben am 12. Januar 2010 in Haiti forderte hunderttausende Menschenleben. Schätzungen zufolge verloren bis zu 1,8 Millionen Menschen ihr Dach über dem Kopf. Hunderttausende Menschen trugen schwere Verletzungen davon und konnten nur noch durch Amputation von Gliedmaßen behandelt werden. Das Gesundheitssystem des Landes brach völlig zusammen- gemeinsam mit dem Rest von Haitis Infrastruktur. Die Bevölkerung durchlitt eine Tragödie und war auf ausländische Hilfe angewiesen. 

Ab Januar 2010 hat Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. insgesamt 20 Einsatzkräfte nach Haiti entsandt. Über 400 Arbeitstage haben die Pharmazeuten dort geleistet: ehrenamtlich und unter äußerst schwierigen Bedingungen.

Gemeinsam mit den medizinischen Teams unserer Partnerorganisationen humedica und LandsAid versorgten unsere Apotheker zahlreiche Patienten u.a. durch die pharmazeutische Unterstützung der mobilen Kliniken.

Des Weiteren installierten Apotheker ohne Grenzen ein zentrales Arzneimittellager, aus dem die Helferteams der Ärzte ohne Grenzen, der Johanniter, der Malteser oder des Roten Kreuzes mit Medikamenten versorgt werden konnten.