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Deutschland

Anfang September 2015 stauten sich an den deutschen Grenzen Tausende von Flüchtlingen, die von den Balkanländern und Österreich Richtung Deutschland durchgelassen wurden. Aufgrund der schieren Masse an Menschen war Deutschland mit der Aufnahme und Registrierung sehr schnell überfordert. Registrierte Flüchtlinge hatten kein Problem im deutschen, sozialen System aufgefangen zu werden. Doch bei den noch nicht registrierten Flüchtlingen fehlte die schnelle Übernahme der medizinischen und pharmazeutischen Versorgung.

Ab September 2015 dockte AoG deshalb Apotheker/innen an Gesundheitsteams in Erstaufnahmeeinrichtungen an, vor allem in Berlin und Rostock. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte kümmerten sich u.a. um die Arzneimittelbeschaffung/-beratung und -logistik, die Erstellung von Listen der Basisarzneimittel, die Information zur Verabreichung von Medikamenten in fremden Sprachen und um die Information zu korrekten Arzneimittelspenden unter Einhaltung der geltenden Gesetze in Deutschland.

Deutschlandweit haben ab September 2015 bis zu 20 ehrenamtliche AoG-Kollegen/innen und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle von AoG in der Flüchtlingshilfe mitgearbeitet. Allein in Berlin waren 14 ehrenamtliche Kollegen/innen in 20 Notunterkünften aktiv. Von Seiten der Geschäftsstelle wurden die Betreuung der ehrenamtlichen Kollegen/innen und die Beratung/Beantwortung von den sehr zahlreichen Anfragen übernommen.

Bis März 2016 wurden so von AoG Arzneimittelspenden finanziert bzw. gezielte Medikamentenspenden aus der Industrie organisiert und untergebracht im Wert von ca. 60.000 € (Verkaufspreis der Apotheke, da rezeptpflichtige Arzneimittel preisgebunden sind).

Dank der Berliner Senatsverwaltung an die AoG-Projektkoordinatorin der Flüchtlingshilfe (Auszüge):

„… an der Arbeit von AoG in Sachen med. Flüchtlingsversorgung in Berlin fand ich die gute Organisation, den klaren selbsterteilten Arbeitsauftrag sowie die eindeutigen Regeln bei der Ausgestaltung der Tätigkeit positiv bemerkenswert. … AoG hat hier wirklich sehr geholfen und die Unzulänglichkeiten des staatlichen Systems deutlich gelindert …“