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„GEDULD IST DAS ZUGPFERD DER HOFFNUNG.“ – Argentinisches Sprichwort

Kranke Kinder lassen Oma Clelia verzweifeln: Sie hat zwei von ihren eigenen vier Kindern viel zu früh verloren. Ihre erste Tochter Maria de los Angeles starb schon kurz nach der Geburt „Bei mir gab es keine Untersuchungen während der Schwangerschaft, so wie Ihr das im Gesundheitszentrum macht! Das ist so wichtig! Die Kleine hätte leben können. Heute finden sie rechtzeitig heraus, wenn etwas schief läuft.“

Laura, eine weitere Tochter starb mit 35 Jahren an Diabetes „Ihre Nieren waren kaputt. Im Krankenhaus sagten sie mir, das nichts mehr geht. Ich habe soviel geweint damals. Während sie es sagt, kommen wieder Tränen.

„Wenn die Arzneimittel nicht da sind, wenn man sie wirklich braucht, dann ist man schnell tot!“

Ihre Enkelin Melisa ist ihr Sonnenschein! Fieber, Husten und Mattigkeit bei der 8-Jährigen haben ganz schlechte Erinnerungen bei Clelia hochkommen lassen. „Auch meine jüngste Tochter Eva, die Mutter von Melisa, wäre fast gestorben. Sie hatte mit neun Jahren eine Gehirnentzündung, war schon mehr tot als lebendig: “Wenn Du keine Krankenversicherung hast, bist Du aufgeschmissen.“

Oma Clelia berichtet bei einem Besuch von Dr. Carina Vetye über ihren täglichen Kampf für ihre kleinen Enkelkinder.

Ein Leben mit Zukunft – Durch Medikamente

Melisa bekommt von der AoG-Apotheke im Gesundheitszentrum ein Antibiotikum und ein Fiebermittel und erholt sich schnell von der Lungenentzündung. Nur Dank AoG gibt es ausreichend Ärztinnen und Apothekerinnen mit Medikamenten im Health Center!

Auch Oma Clelia bekommt ihre Medikamente in der AoG-Apotheke: Sie hat zu hohen Bludruck, Gastritis und starke Schmerzen. „Ich habe zu früh arbeiten müssen, mein Körper ist kaputt. Mein Vater ist gestorben, als ich elf war. Ich wollte noch die 7. Klasse machen, aber ich musste jeden Tag Geld verdienen für meine kleineren Geschwister. Ich habe in einem Gemüsehandel mitgearbeitet, jeden Tag bis 18 Uhr, das war sehr hart. Ich wollte in die Abendschule gehen, aber das habe ich nicht ausgehalten, ich war ja nur ein Kind.“

Geduldig erklärt AoG-Apothekerin Dr. Carina Vetye die Verwendung der Salbutamol- und Budesonid-Dosieraerosole, bis Oma Clelia und Melisa es verstanden haben.

Die 64-Jährige hat ihr Leben lang schwer gearbeitet und hat trotzdem jetzt fast kein Geld. Die zwei Zimmerchen im Slum, in denen sie mit den zwei Enkeln und zwei weiteren Verwandten wohnt, hat sie mühsam in Jahrzehnten abzahlen können. Sie häkelt und strickt und versucht vom Verkauf dieser Sachen die beiden Enkel, Melisa und ihren kleinen Bruder Nazereno, zu ernähren. Denn ihre Tocher Eva ist nach der Gehirnentzündung anfällig geblieben, leidet jetzt an sehr schwerem Asthma und hat deshalb ihre beiden Kinder in die Obhut der Oma gegeben.

Das Milchpulver, das Clelia im Gesundheitszentrum bekommt, ist daher enorm wertvoll! „Die Kinder trinken gerne Milch und ich kann sie mir nicht leisten!“

In der Schule bekommen Melisa und ihr Bruder Nazareno auch zu essen, doch wenn sie krank sind und fehlen, fällt das Essen aus. Gesundsein ist wichtig! Sonst startet die Abwärtsspirale: Kranksein, weniger Essen und damit noch weniger Chancen, gesund zu werden und aus der Armut rauszukommen durch mehr Bildung!

Oma Clelia möchte, dass Melisa die Schule besuchen kann. Sie soll eine bessere Arbeit bekommen können!

Beide wissen, dass sie ihre Medikamente zuverlässig in der AoG-Apotheke bekommen.

„Ihr seid unheimlich wichtig für uns!“

Die Ärmsten der Armen brauchen unsere Hilfe

Im Gesundheitszentrum im Viertel „Villa Zagala“ in Buenos Aires bietet Apotheker ohne Grenzen im Team mit Ärztinnen, Hebammen und Krankenschwestern armen Familien Tag für Tag lebenswichtige Unterstützung: Wir begleiten Schwangere und Babys, beraten die oft sehr jungen Mütter und ermöglichen Familienplanung durch die Abgabe von Kontrazeptiva. Parasiten, Durchfall, Mangelernährung oder eine Lungenentzündung wie bei Melisa werden sofort behandelt. Kinder mit asthmatischen Problemen bekommen geeignete Asthmasprays. Auch Eltern und Großeltern versorgen wir mit den nötigen Medikamenten: So erhält Clelia endlich Arzneimittel gegen ihren Bluthochdruck und die starken Schmerzen.

Hier im Slum sind die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise in Argentinien mit Händen greifbar: 35% der argentinischen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Lebensbedingungen für die Menschen in den Slums sind verheerend. Über sechs Millionen Kinder leben in bitterer Armut. Sie leiden unter Mangelernährung und sind akut krankheitsgefährdet. Apotheker ohne Grenzen ist langfristiger Partner vor Ort und leistet seit 2008 bedarfsgerechte und nachhaltige Hilfe, etwa durch Aufklärung der Slum-Bewohner über gesunde Ernährung. Mit viel Geduld können wir den Familien Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben.

Das Gesundheitszentrum im Viertel „Villa Zagala“ in den Slums von Buenos Aires ist eine zuverlässige Stütze für viele Menschen.

Kompetenz rettet Leben

Das öffentliche argentinische Gesundheitssystem ist aufgrund der brutal angestiegenen Armut völlig überlastet. Zu viele Basisarzneimittel fehlen. Vertrauensvoll wenden sich die Menschen an Apotheker ohne Grenzen. Wir sind für die Menschen in „Villa Zagala“ eine verlässliche Stütze in der Gesundheitsversorgung. Wir bieten ihnen Zugang zu lebensrettenden Arzneimitteln. Melisa und ihre Familie ist eine von vielen, denen wir mit unserem Projekt helfen können.

Medikamentenausgabe beim Gesundheitszentrum.