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Einsatzkräftefürsorge bei Apotheker ohne Grenzen

Bericht über das erste PEERS-Wochenende

Einsatzkräftefürsorge ist ein wichtiges Thema bei Apotheker ohne Grenzen und nicht erst nach dem Oxfam-Skandal. Um unsere Einsatzkräfte vor, während und nach einem Einsatz auf allen Ebenen gut zu betreuen, verteilen wir diese Aufgaben auf „mehrere Schultern“. Hierbei geht es nicht um inhaltliche Betreuung für den Einsatz, sondern ausschließlich um das Thema der Betreuung und Begleitung auf einer „sozialen Ebene“.

In speziellen Peers-Schulungen schult AoG daher erfahrene Einsatzkräfte und sensibilisiert sie für Themen wie Betreuung, empathische Gesprächsführung und wie man sich richtig verhält, wenn eine Person traumatisiert ist.

Jede Einsatzkraft soll einen „Peer“ in Deutschland haben, jemand der selbst im Einsatz war und der die Person im Einsatz durch Treffen, Kontakt und Gespräche begleitet. Das Wort Peers kommt in diesem Zusammenhang von Peer-Beratung und bezeichnet eine Beratung durch Menschen mit denselben Merkmalen bzw. in derselben Lebenssituation wie der Beratene.

Vortrag beim ersten PEERS-Wochenende von Apotheker ohne Grenzen

Es geht darum Momente zu erkennen in denen eine Einsatzkraft überfordert ist und eventuell weitere Hilfe benötigt. Der Einsatzkraft soll zur Seite gestanden werden und es soll sich um ihr seelisches Wohl gekümmert werden. Dazu gehört beispielsweise, dass die Einsatzkraft am Flughafen verabschiedet und empfangen wird und dass man während des Einsatzes immer wieder Termine für kurze Gespräche vereinbart und der Einsatzkraft dadurch die Möglichkeit gibt, über schwierige Vorfälle und Probleme zu sprechen.

Im Vordergrund stehen die Noteinsätze, jedoch möchte AoG auch Langzeit-Einsatzkräften und bei Bedarf auch Kurzzeit-Einsatzkräfte in den Entwicklungsprojekten diese Option der zusätzlichen Betreuung anbieten.

Ein kleiner Bericht über das 1. PEERS-Wochenende von Justus Schollmeier, AoG-Mexiko-Koordinator und bald ausgebildeter AoG-Peers:

Letztes Wochenende trafen sich im „Panarbora“, ein Naturpark mit Jugendherberge zwischen Köln und Siegen, 18 hochmotivierte und engagierte Apotheker ohne Grenzen aus ganz Deutschland zur PEER Fortbildung. Keiner von uns konnte sich so richtig etwas unter dem Begriff PEER vorstellen und jeder von uns ist mit einer hohen Erwartungshaltung per Bus, Auto oder Zug angereist.

In den folgenden drei Tagen wurden innerhalb der Fortbildung Vorträge zu verschieden Themen gehalten wie zum Beispiel Stress, Psychotraumatologie und empathischer Gesprächsführung. Verhaltenscoach Andreas Hänsel, bei Apotheker ohne Grenzen schon bestens bekannt aus den jährlichen AoG-Einsatzkräfteschulungen, verstand es mithilfe von bildhafter Sprache komplexe Themen ganz simpel erscheinen zu lassen und auf jede einzelne Teilnehmerfrage einzugehen und die richtige Antwort zu finden. Die perfekte Organisation des Wochenendes führte dazu, dass jeder sich sehr wohl fühlte und alles reibungslos funktionierte.

Parallel zu den Vorträgen erarbeiten wir in Gruppenarbeit Fragen, die es für ein für AoG maßgeschneidertes PEER‘s Konzept zu beantworten galt. So konnten wir unter anderem die unterschiedlichen AoG-Einsatzarten definieren, welche eine kongruente PEER Betreuung nötig machen.

Dabei wirkte sich das über die Jahre angesammelte Know-how der AoG-Mitglieder und die hohe Motivation jedes einzelnen synergistisch auf das Ergebnis aus.

Innerhalb von Rollenspielen wurde das angelernte Wissen direkt in die Praxis umgesetzt. Dabei konnten wir das Thema empathische Gesprächsführung direkt üben und uns beide Perspektiven, also die des PEERs und die der Einsatzkraft, genauer anschauen.

Diese positive Dynamik begleitete uns von Anfang an und so ist jeder von uns mit einer großen Vorfreude auf das nächste Peers-Schulungs-Wochenende, welches Anfang Februar stattfinden wird, nach Hause gefahren.

Die TeilnehmerInnen des ersten PEERS-Wochenendes

Justus Schollmeier, letztes Jahr im Einsatz für AoG in Mexiko

Mich hat das Wochenende unheimlich weitergebracht, da ein Perspektivwechsel wie ich ihn in dieser Fortbildung erlebt habe, bei der Lösung von Alltagsproblemen sehr hilfreich ist.