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Der Junge mit den Schwefelhölzern

Neuigkeiten aus unserem Gesundheitszentrum in Bueonos Aires

 

Ein ganz normaler Vormittag in der AoG-Apotheke im Gesundheitszentrum Nr. 16 in Villa Zagala in der Provinz Buenos Aires. Edu, ein Mitarbeiter, der selber im größten Slum des AoG-Einzugsgebietes lebt, kommt in die Apotheke und fragt, ob jemand Kinderkleidung übrig hat, denn eine Hütte, in der eine alleinerziehende Mutter mit ihren sechs Kindern lebt, ist komplett abgerannt. Die Familie steht vor dem Nichts.

Dieses Vorkommnis ist leider kein Einzelfall: Rosa, die Großmutter der siebenköpfigen Familie betreibt ein klitzekleines Geschäft, mit dem sie sich, ihre Tochter Juana und die sechs Enkel über Wasser hält. Als Rosa überraschend stirbt, übernimmt Juana notgedrungen den Laden, denn die Familie benötigt dringend das Geld zum Überleben. Die sechs Kinder im Alter von 1 bis 13 Jahren bleiben alleine zu Hause. So auch an diesem Tag, nur eine Woche nach dem Tod der Großmutter. Während seine Brüder und Schwestern schlafen, spielt der vierjährige Sohn Santi mit Feuer, wobei er ungewollt eine Matratze in Brand setzt und alles sofort in Flammen aufgeht. Ein beherzter Nachbar stemmt das Gitter auf, mit denen, wie üblich, alle Türen und Fenster in den Slums vergittert sind und kann gerade noch die eingesperrten und verzweifelten Kinder retten. Die Hütte und das gesamte Hab und Gut der Familie werden ein Raub der Flammen.

Die Lebenserwartung der Slum-Bewohner liegt nicht nur aufgrund solcher Vorfälle etwa 12 bis 15 Jahre unter dem der Argentinier der Mittelklasse. Die Slum-Bewohner führen ein hartes Leben und haben nur selten Zugang zu lebenswichtigen Basismedikamenten. Der Bluthochdruck bleibt unbehandelt, die Diabeteserkrankung wird nicht angegangen, erhöhte Blutfettwerte werden ignoriert.  AoG betreut seit Jahren Hunderte von chronischen Patienten in Villa Zagala und nimmt sich dieser Probleme an.

Die ältere Generation, die der Großmütter und Großväter, ist extrem wichtig für den Familienverbund. Wenn die Eltern arbeiten gehen müssen, und es keine Oma oder keinen Opa in der Familie gibt, die auf die Enkelkinder aufpassen, müssen die Kinder meist alleine bleiben, denn staatliche Betreuungsplätze gibt es nicht. Für die Kleinsten kann das lebensgefährlich sein!

Dank der Hilfe von AoG und unserer Arzneimittel können viele Menschen der älteren Generation ein längeres und gesünderes Leben führen! Und sie können für ihre Enkelkinder sorgen!

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Ihre Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V.

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