: Tansania

Kampf gegen Malaria

Laura Bleicher im Einsatz

„Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.“ (John Ruskin, Sozialphilosoph)

Der tansanaische Abend war schon vier Stunden alt. Die Luft roch würzig. Nach dem kurzen, heftigen Regenguss dampfte die rote Erde. Nur das Zirpen der Grillen und ungewohnte Geräusche von unbekannten Tieren aus dem Busch waren zu hören, als heftiges Klopfen an meiner Zimmertür die Idylle durchbrach, die ich kurz vor dem Schlafengehen noch genießen wollte.

Bruder Lucius bat entschuldigend um meine Hilfe. Ein schwerer Fall sei gerade angekommen. Wir eilten durch die kaum erleuchteten Flure der Benedektinerabtei. Er berichtete, dass der kleine Junge unter akuten, schweren Krämpfen, hohem Fieber und Schüttelfrost leidet. Im Behandlungsraum des Gesundheitszentrums wartet schon Mercy M.* (47 J.) mit ihrem Sohn Emanuel (4 J.). Eine Injektion mit Diazepam linderte schnell seine Krämpfe. Doch die genaue Diagnose konnten wir erst am nächsten Morgen stellen: Malaria!

Zwei Kilometer war Mercy durch die Dunkelheit marschiert – mit ihrem kranken Kind auf dem Arm. Schon vor Jahren hat ihr Mann sie verlassen. Alleinerziehend mit sechs Kindern – ein schweres Los in Tansania. Ihr einziges Glück: Ein Stück Land gehört ihr, auf dem sie u.a. Mais anbaut. Das reicht – mal mehr, mal weniger – zum Überleben. Doch ihr Jüngster, Emanuel, verschlimmerte ihr Schicksal: Er wurde mit einem Wasserkopf geboren. Vor einem Jahr wurde er operiert, um etwas Wasser aus seinem Schädel abzuleiten. Mercy liebt all ihre Kinder, doch am schwer kranken Nesthäckchen hängt sie ganz besonders: „Ohne das Gesundheitszentrum und Apotheker ohne Grenzen wüsste ich nicht, wie ich es schaffen sollte. Ich danke Ihnen!“

Emanuel erhielt Chinin als Infusion (nach jeweils 8 Std. eine Erhaltungsdosis), um die schweren Malaria-Symptome zu lindern. 48 Stunden später konnte er entlassen werden. Für zuhause gab ich seiner Mutter Chinin-Tabletten (alle 8 Std.), zusätzlich Paracetamol-Saft, dreimal täglich, bis das Fieber gesunken ist.

Malaria ist in dieser Region weit verbreitet. Auch Kinder sind gefährdet, da ihr Immunsystem noch keine partielle Immunität besitzt. Wird sie nicht behandelt, endet sie oft tödlich. Tansania gehört zu den Ländern mit der höchsten Sterberate bei Kindern unter 5 Jahren. Seit 2007 unterstützt AoG die Apotheke des Gesundheitszentrums in Hanga/Tansania. AoG finanziert die Arzneimittel und hilft mit ehrenamtlichen Einsatzkräften. Deshalb bin ich schon zum zweiten Mal ehrenamtlich vor Ort, weil ich persönlich sehe, wie wichtig unsere Unterstützung für diese Menschen ist. Das 10jährige Projekt-Jubiläum ist für mich ein gutes Beispiel für unsere langfristige Entwicklungszusammenarbeit: Aus einem kleinen Gesundheitsposten wurde ein Gesundheitszentrum mit OP und angeschlossener Apotheke.

Bitte helfen Sie, dass wir dieses Projekt auch 2017 weiterführen können! Mit einer Spende, einer Mitgliedschaft oder auch direkter Hilfe in den Regionalgruppen können Sie mit uns sicherstellen, dass die Kinder in Tansania auch in Zukunft vor Malaria und anderen Krankheiten geschützt sind.

Herzlichen Dank

Ihre Laura Bleicher

Apothekerin aus Berlin und ehrenamtliche Einsatzkraft für Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V.