: Regionalgruppen

Deutschlandweites Regionalgruppentreffen in Hessen

„Los geht’s“

Gegen späten Nachmittag trudelten die Mitglieder von Apotheker ohne Grenzen aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands ein: Von Kiel bis Südbaden, aus Münster, Leipzig und vielen anderen Regionen und Städten reisten die Teilnehmer nach Kassel. Mit Kira Morandin, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising, war auch die Münchner Geschäftsstelle anwesend, die die Regionalgruppen bei der ehrenamtlichen Arbeit unterstützt und Hilfestellung leistet. Initiiert wurde das Ganze von Jochen Wenzel, Mitglied des Vorstandes und selbst bereits jahrelang in der Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern aktiv.

Gleich nach der Ankunft ging es erst mal darum, sich besser kennen zu lernen. Dazu setzten sich die Teilnehmer wortwörtlich an einen Tisch und redeten aufeinander los: beim „Speeddating“ durften sich die Mitwirkenden jeweils eine Minute mit einer (noch) fremden Person austauschen, ohne über Regionalgruppen, Apotheker ohne Grenzen oder Pharmazie zu reden. Das schien anfangs gar nicht so einfach zu sein, klappte dann aber doch immer besser. Die Gespräche konnten anschließend beim Abendessen vertieft werden und trugen so zu einer Atmosphäre bei, bei der aufgeschlossen und ehrlich Erfolge aber auch mögliche Verbesserungen angesprochen werden konnten. Dabei kamen nach dem Essen auch viele Erwartungen, Wünsche und Ideen seitens der Regionalgruppen auf: So wurde danach gefragt, wie man die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen hauptamtlicher Geschäftsstelle und den einzelnen ehrenamtlichen Regionalgruppen verbessern kann, was die Regeln und rechtlichen Rahmenbedingungen für Aktionen und Events der Regionalgruppen sind und wie man die Stärken und Expertisen einzelner Mitglieder besser nutzen könnte.

Auf dem Kasseler Regionalgruppentreffen wurden viele Projekte angestoßen. Der Spaß durfte natürlich trotzdem nicht fehlen!

„Volles Programm“ – Unterstützung bei Veranstaltungen, Pressearbeit und rechtlichen Fragen

Am Samstag und Sonntag ging es dann nach einem ausgiebigen und munteren Frühstück ans Eingemachte: Kira Morandin sprach mit den angestrengt zuhörenden Mitgliedern über wichtige Themen: Zum Beispiel darüber, wie die Regionalgruppen mit einem eigenen AoG-Stand bei Messen und Apothekertagen präsent sein und neue Helferinnen und Helfer von unserer Arbeit überzeugen können. Dabei wurde natürlich auch geklärt, welche Materialen dazu benötigt und von der Geschäftsstelle bereitgestellt werden können und wie ehrenamtliches Engagement auch in Bildern und Videos für Interessierte und Freunde des Vereins möglichst schön und authentisch aufbereitet wird.

Christian Splett, aktives AoG-Mitglied in der Berliner Regionalgruppe und Pressereferent bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, beriet anschließend über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Lokalpresse bei regionalen Events und Veranstaltungen. Er erklärte den Zuhörenden, wie man mit lokalen Zeitungen selbstbewusst und professionell in Kontakt tritt und wie Charity-Events organisiert werden müssen, um auch in der Öffentlichkeit Resonanz zu finden.

Neben den kleinen Kniffen in der Öffentlichkeitsarbeit ging es auch um Tipps zu den Themen Spenden, Sponsoring und Steuern. Jochen Wenzel sensibilisierte hier für die Unterscheidung von Sponsoring und Spenden, sprach über die rechtlich korrekte Verwendung von Logos und machte die Regionalgruppen auf die Bedeutung der Satzung für die ehrenamtliche Arbeit aufmerksam.

Jochen Wenzel, Vorstandsmitglied und erfahrene Einsatzkraft von Apotheker ohne Grenzen, sensibilisiert die Teilnehmer*Innen für rechtliche Fragen der Vereinsarbeit.

„Learning by doing“ – Erfolgreiche Projekte aus Kiel und Mainz

Besonders spannend war die Vorstellung von konkreten Beispiele für gelungene Projekte und Veranstaltungen durch die Regionalgruppen selbst: So zeigte Folknand Helmstetter als Vertreter für die Regionalgruppe Kiel, wie man ein erfolgreiches Charity-Event organisiert: Das Beachvolleyballturnier direkt am Kieler Strand fand dieses Jahr bereits zum dritten Mal statt und die daraus gewonnenen Spendeneinnahmen übersteigen mittlerweile regelmäßig den 5-stelligen Bereich. Hier zeigt sich, wie mit viel Eigeninitiative, Engagement und Durchsetzungswillen eigenständig und ganz ohne weiteres Fachwissen, ein tolles Event organisiert werden kann. In Zusammenarbeit mit unterschiedlichen lokalen Unternehmen und Organisationen, haben es die AoGler aus Kiel geschafft, in kurzer Zeit und mit wenig Ressourcen, ein tolles Sportevent zu schaffen, dass nicht nur viel Spaß bringt, sondern auch den Bedürftigen hilft: Alle Gewinne gehen nämlich an die Projekte von Apotheker ohne Grenzen!

Auch AoG-Mitglied Joachim Thoss aus Braunschweig stellte das bereits seit 6 Jahren laufende Mainzer Projekt vor: Hier unterstützt Apotheker ohne Grenzen die regelmäßige fachärztliche Behandlung und Beratung für bedürftige Menschen, die aufgrund ihrer Armut keinen oder nur sehr begrenzten Zugang zum regulären Gesundheitssystem haben. Dabei helfen ehrenamtliche AoGler in ihrer Freizeit u.a. bei der Auswahl, Beschaffung und Finanzierung der Arzneimittel, bei der Erstellung der Arzneimittelempfehlungs- und Bevorratungslisten für die Sprechstunde, als auch bei der Erarbeitung von Informations- und Anschauungsmaterial für die Patienten. Auch dieses Projekt ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie mit großem Willen und v.a. großer Leidenschaft ein nachhaltiges pharmazeutisches Engagement für die Gesundheit von Obdachlosen auf die Beine gestellt werden kann.

„Ein bisschen Spaß muss sein“ – Erfolgreiche Bilanz des Wochenendes

Trotz des dichten und informationshaltigen Programms und einer Menge Nachfragen und Diskussionen kam natürlich auch der Spaß und freundschaftliche Austausch nicht zu kurz: Zwischen den verschiedenen Vorträgen und Projektvorstellungen gab es beim gemeinsamen Frühstück, Mittag- und Abendessen, sowie bei Kaffee und Kuchen, auch immer wieder Gelegenheit, um sich untereinander besser kennen zu lernen, sich über alte und neue Projekte zu unterhalten und neue Freundschaften zu schließen. Am Samstagabend wurde außerdem bei kalten Getränken und lauem Sonnenuntergang ein Park-Quizz für Pharmazie-Experten ausgetragen, bei dem die verschiedenen Teams ihr Wissen unter Beweis stellen konnten.

Zwischen den Vorträgen und Diskussionen blieb auch Zeit zum kennenlernen und Relaxen, so z.B. beim gemeinsamen Essen und beim Morgenyoga.

Bevor am Sonntagnachmittag wieder alle die Heimreise antraten, wurde Bilanz gezogen: Alle Aktiven wünschen sich eine noch stärkere Vernetzung der Regionalgruppen untereinander und freuen sich bereits auf das nächste Treffen. Neben konkreten Vereinbarungen, wie Erweiterungen im Intranet auf der AoG-Webseite mit unter anderem nützlichen Leitfäden und praktischen Hilfestellungen, wurde auch für die Zukunft geplant: Die Regionalgruppen haben bereits unzählige Pläne und Vorhaben, die dank des Treffens in Kassel sicherlich noch besser umgesetzt werden können. Nicht zuletzt übrigens für das 20-jährige Jubiläum von Apotheker ohne Grenzen im kommenden Jahr!

Wir bedanken uns für euer tolles Engagement und freuen uns auf viele weitere Treffen!

Apotheker ohne Grenzen unterwegs

Mit dem Sommertour-Bus in Schleswig-Holstein!

Übergabe  des AoG-Sommertour-Bus von Mecklenburg-Vorpommern nach Schleswig-Holstein (v.r.n.l.: Folknand Helmstetter, Tineke Scheltz, Jochen Wenzel)

„Apotheker ohne Grenzen – Was ist das denn?“ „Apotheker ohne Grenzen – Seid ihr von Ärzte ohne Grenzen?“, „Kann ich die Blutdruckmedikamente meines Mannes bei Ihnen abgeben?“, „Apotheker ohne Grenzen – Dürfen da nur Apotheker mitmachen?“ Vier Tage tourte die Regionalgruppe Schleswig-Holstein von Apotheker ohne Grenzen (AoG) mit dem AoG-Infobus quer durch das nördlichste Bundesland und klärte Interessierte auf: über Arzneimittelspenden, die zahlreichen Projekte des Vereins im In- und Ausland und die Arbeit in der Regionalgruppe.

Uns war es wichtig, Orte in Schleswig-Holstein zu besuchen, die etwas abgelegener liegen. Kaum einem ist bekannt, dass die kleine Nordseeinsel Pellworm eine Apotheke besitzt. Die leidenschaftliche Apothekerin Christiane Hain aus der Pellwormer-Apotheke ist die Anlaufstelle für 1200 Inselbewohner und im Sommer nochmal genauso vielen Touristen mit einer ganzheitlichen pharmazeutischen Betreuung. Für die Apothekerin ist diese Arbeit „ein Sechser im Lotto“, trotz der 365 Tage Notdienst im Jahr mit denen die pharmazeutische Versorgung auf der Insel sichergestellt wird.

Die Pellwormer zeigten sich sehr interessiert an den Nothilfeprojekten von AoG und unterstützten uns durch großzügige Spenden.

Christiane Hein (Apothekerin in hellblau), Philipp Hajek, Tineke Scheltz, Anna Meier

Inken Flörkemeier auf der Pellworm I

Der AoG-Bus hat auch am östlichsten Teil Schleswig-Holsteins haltgemacht: auf der einzigartigen Ostseeinsel Fehmarn. Dort wurden wir von der umwerfend gastfreundlichen Apothekerfamilie Bader empfangen. Alles war bereits organisiert: Die Übernachtungsmöglichkeit auf dem Camping-Platz, Werbung durch zwei Zeitungsartikel, ein super Stellplatz für den AoG-Bus direkt vor der Apotheke, Verpflegung und aufregende Gewinne für unser Glücksrad. Die Fehmaraner und Urlauber fieberten auf den Hauptgewinn –  das riesige Stofftier „Lino“ – hin. Während sich das Glücksrad drehte, konnten wir unseren Verein nicht nur auf Fehmarn, sondern auch bei den zahlreichen Touristen bekannter machen. Nebenbei haben wir über 500 EUR Spenden eingenommen. Diese Rekordsumme haben wir der Rathaus-Apotheke zu verdanken: Neben der spendenfreundlichen Apotheker-Familie Bader hat das gesamte Team der Apotheke die eigene Kaffeekasse für AoG geleert.

Folknand Helmstetter und Mann mit Hauptgewinn

Nach diesem sonnigen Wochenende mit tollen Begegnungen wollten wir unseren Verein der breiten Bevölkerung in Kiel vorstellen. Dank der Stadt Kiel durften wir mit unserem AoG-Bus direkt auf dem Wochenmarkt am Blücher platzieren. Zeigte sich das Schleswig-Holstein-Wetter bisher von seiner besten Seite, mussten wir jedoch auf dem Markt vor dem Kieler „Schietwetter“ unter die geöffnete Bus-Kofferraumklappe flüchten. Das hielt viele Interessierte nicht davon ab, mit uns ins Gespräch zu kommen. Der AoG-Infobus wurde um einige Kilo Infomaterial erleichtert und der ein oder andere Kieler weiß nun, dass es nicht nur Ärzte ohne Grenzen gibt, sondern die Apotheker auch einen wichtigen Beitrag bei der Versorgung von kranken Menschen auf der ganzen Welt leisten.

Den Abschluss unserer AoG-Tour im schönen Norden bildete die Veranstaltung „Pharmazie live erleben“ im pharmazeutischen Institut der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Dr. Judith Heidland zeigte Interessierten in der pharmazeutischen Technologie die Herstellung verschiedener Medikamentenformen vom Asthma-Inhalator bis hin zur Tablette. Prof. Dr. Wolfgang Blaschek und die Gärtner aus dem Bereich der pharmazeutischen Biologie, Stefanie Offt und Olaf Zölck, führten bis zur Dunkelheit durch den Arzneipflanzengarten. Im schummrigen Licht des Gewächshauses konnten wir bei den Pharmazieinteressierten für die Mitarbeit in unserer Regionalgruppe werben und mit dem leider weit verbreiteten Klischee aufräumen, dass nur Apotheker bei AoG mitmachen und unterstützen dürfen.

Pharmazeutisches Institut; Prof. Dr. Wolfgang Blaschek im Gewächshaus

Wir hoffen, den ein oder anderen bei unserem nächsten Regionalgruppentreffen wieder zu sehen, um gemeinsam von Schleswig-Holstein aus einen Beitrag zu leisten und Menschen in Not mit pharmazeutischem Fachwissen zu helfen.

Tschüß AoG-Bus – kiek mol wedder in.
Deine Marion, Inken, Anna, Philipp, Folknand und Tineke von der AoG-Regionalgruppe Schleswig-Holstein.

Unsere AoG-Regionalgruppen

Es stellt sich vor: Die Regionalgruppe Kiel

Kieler Regionalgruppentreffen im Winter 2017/18

Bereits im ersten Jahr konnte unsere Regionalgruppe regen Zuwachs an Mitgliedern verzeichnen und dabei bildete sich eine engagierte, kreative und lustige Truppe aus Pharmaziestudierenden, Apotheker/innen und Promovierende/n.

Da es uns bislang an den nötigen Schulungen für einen Auslandseinsatz mangelt, haben wir einfach selbst ein paar Projekte und Aktionen bei uns vor Ort angestoßen. Hauptaugenmerk lag im ersten Jahr darauf bekannter zu werden und dabei zu vermitteln, wofür unser Verein steht.

Dies konnten wir durch eine öffentliche Vortragsreihe an der Universität und ein Beachvolleyballturnier an der Kiellinie erreichen. Nicht zuletzt die mediale Aufmerksamkeit mit mehreren Zeitungsartikeln und Radiointerviews half dabei, die Bekanntheit unserer Regionalgruppe und des gesamten Vereins zu steigern. Außerdem konnten wir durch unsere Aktionen bereits einige Spendeneinnahmen in die Geschäftsstelle nach München schicken, um die Projekte von AoG auch finanziell zu unterstützen.

Vortragsabend an der Uni Kiel

Beachvolleyballturnier an der Ostsee im Sommer 2017

Ein Beachvolleyballturnier soll auch dieses Jahr wieder stattfinden: Am 01.07.2018 findet das Turnier von und mit Pharmazeuten und Freunden bei uns im schönen Norden statt. Weitere Infos werden Ihnen bald über Facebook und via E-Mail zugehen.

Bei Fragen zum Turnier oder allgemein zu unserer Regionalgruppe, können Sie sich über regionalgruppe.kiel.aog@web.de gerne bei uns melden. Wir freuen uns über Ihre Post!

Auch in anderen deutschen Städten hat AoG aktive Regionalgruppen. Eine Liste dazu finden Sie hier.

Als Mitglied der Apotheker ohne Grenzen können Sie sich nicht nur aktiv an Projekten und Aktionen beteiligen und somit unsere Vision von einer gesünderen Welt mit Leben füllen, sondern auch an Einsatzschulungen teilnehmen und sich mit Gleichgesinnten sozial engagieren!