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Apotheker ohne Grenzen – Sommertour 2018

Die Apotheker ohne Grenzen auf Tour

Apotheker ohne Grenzen (AoG) organisiert eine Sommertour, bei der ein VW-Bus mit AoG- und Sponsor-Logos vom 18. August bis zum 13. Oktober 2018 quer durch Deutschland fährt. In über 25 Städten von Kiel bis München legt der AoG-Bus einen Stopp ein. Organisiert werden dabei Spenden- und Informationsveranstaltungen auf öffentlichen Plätzen, bei Festen und vor Apotheken.

Dabei wird es verschiedenste Aktionen geben: Von Vorträgen über unsere Arbeit, Spenden sammeln bei Unterstützern, Vorträge und Infoveranstaltungen an den Unis für Pharmaziestudenten – ein kurzer Stopp auf einem Marktstand um Interessenten zu informieren – oder auch die Teilnahme an einem Charity-Sport-Event.

Ziel ist es, den Verein und die weltweite Arbeit von Apotheker ohne Grenzen bekannter zu machen und weitere Unterstützer zu gewinnen, aber auch über wichtige Themen wie Arzneimittelspenden aufzuklären. Getragen wird die Tour ausschließlich von den AoG-Mitgliedern, die in ihren Regionalgruppen den Bus und die Veranstaltungen ehrenamtlich organisieren und betreuen. Die Tour endet auf der Expopharm in München, der größten pharmazeutischen Fachmesse Europas. Hier werden alle gesammelten Spenden dem Verein übergeben.

Viel Interesse für den Infostand der Apotheker ohne Grenzen am Florakiezfest Berlin

Welchen Ort wir als nächstes besuchen, können Sie mit unserem Eventkalender nachverfolgen.

Schauen Sie auch bei unserer Facebook-Präsenz der Sommertour 2018 vorbei. Hier gibt es spannende Fotos und Geschichten.

Falls Sie Presseanfragen haben, weiteres Fotomaterial benötigen oder allgemeine Fragen über unsere Sommertour 2018 haben, können Sie Kira Morandin kontaktieren:

Kira Morandin

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising

e-mail: k.morandin@psfde.org

Auftakt zum neuen AoG-Projekt in Bangladesch

Ein Interview mit unseren Einsatzkräften

Im Februar waren die zweite Vorsitzende von Apotheker ohne Grenzen, Dr. Petra Lange, und unser Pharmazeut im Praktikum, Dominik Walther, für 10 Tage in Bangladesch in den Flüchtlingslagern der Rohingya, um sich einen Überblick über die Lage der Geflüchteten zu machen. Seit letztem Jahr unterstützt AoG dort ein Hilfsprojekt der maltesischen Hilfsorganisation MOAS (Migrant Offshore Aid Station). Zum ersten Mal waren AoG Einsatzkräfte selber vor Ort, verschafften sich einen Überblick über die zukünftigen Aufgaben von AoG im Flüchtlingslager und kamen mit vielen Eindrücken zurück.

AoG: Petra und Dominik, Ihr beide habt eine, wie ich vermute, aufregende Projektreise für AoG nach Bangladesch hinter euch. Wie verliefen eure An- und Abreise?

Dr. Petra Lange: Abgesehen von der relativ langen Reisedauer von jeweils etwa 24 Stunden verlief die An- und Abreise entspannt. Dominik und ich haben uns in Doha getroffen und sind zusammen über Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, nach Cox`s Bazar geflogen. Am Flughafen wurden wir dann von MOAS in Empfang genommen. Die Abreise verlief ebenfalls unkompliziert, jedoch erneut sehr zeitaufwändig.

AoG: Dominik, für dich war es der erste Auslandseinsatz für AoG. Wie liefen die Vorbereitungen? Hast du dir vorher einige zusätzliche Impfungen geben lassen?

Dominik Walther: Der Anfang des Jahres stand bei mir ganz im Zeichen der Vorbereitungen. In meinem Fall war es natürlich praktisch, dass das Planen von Auslandseinsätzen unserer Mitglieder als Pharmazeut im Praktikum ein Teil meiner Tätigkeiten im AoG-Büro ist. Daher hatte ich in diesem Bereich bereits ausreichend Erfahrung gesammelt. Ich war noch einige Male im Outdoorladen und bei der Impfstelle kennen Sie mich jetzt persönlich.

AoG: Petra, du bist hinsichtlich der Nothilfe eine der erfahrensten AoG-Einsatzkräfte, warst unter anderem 2015 nach dem Erdbeben in Nepal, 2013 nach dem Wirbelsturm auf den Philippinen und 2010 auf Haiti. Was „reizt“ dich an diesen Einsätzen?

Dr. Petra Lange: Ich weiß nicht so ganz, ob „reizen“ das richtige Wort ist. Es ist eine Kombination aus Vielem: zum einen weiß man nie genau, was einen erwartet, das macht es bis zu einem gewissen Punkt spannend, zum anderen kann man ganz unmittelbar helfen. Auch die Menschen mit ihren unterschiedlichen Kulturen, die man kennenlernt, spielen eine Rolle. Darüber hinaus habe ich in den verschiedenen Hilfsorganisationen, mit denen wir zusammenarbeiten, immer wieder faszinierende, Menschen getroffen, die idealistisch das gemeinsame Ziel verfolgen, den Menschen ein Leben in Würde und Gesundheit zu ermöglichen.

AoG: Dominik, du bist aktuell PhiP in unserer Geschäftsstelle, inwieweit konntest du von Petras Erfahrungen profitieren?

Dominik Walther: Bei meinem ersten Einsatz mit einer so erfahrenen Einsatzkraft wie Petra reisen zu können, war für mich natürlich großes Glück. Das hat mir ein Stück Gelassenheit gegeben und ich konnte mir viel abgucken.

AoG: Ihr wart in einem Flüchtlingslager der aus Myanmar geflohenen Rohingya in Cox´s Bazar in Bangladesch. Wie können wir uns das Leben in einem solchen Lager vorstellen?

Dr. Petra Lange: Das Leben im Lager ist geprägt vom Überleben. Die Menschen haben leider keine großen Optionen. Ein kleiner Teil arbeitet als Tagelöhner, aber der größte Teil hat keine große Möglichkeit viel zu tun. Darüber hinaus sind die Menschen stets darauf aus, täglich ihr Überleben zu organisieren: an den vorhandenen Brunnen wird Trinkwasser geschöpft, bei der Essensausgabestelle wird zweimal wöchentlich stundenlang für Reis, Öl und Linsen angestanden, außerhalb des Camps organisiert man sich Feuerholz, wenn man erkrankt ist, geht man zu den kleinen Gesundheitsstationen, die es im Camp gibt. Ansonsten gibt es viele spielende Kinder, die sich mit allem beschäftigen, was sie finden – Spielen mit Spielsachen, so wie wir es in Deutschland kennen, gibt es dort natürlich nicht.

AoG: Und was ist deiner Meinung nach die größte Herausforderung hinsichtlich der Organisation und Verwaltung eines solchen Flüchtlingslagers?

Dr. Petra Lange: Es kommt auf das Flüchtlingslager an. Man hat teilweise Lager mit 10.000 – 135.000 Flüchtlingen, aber auch das „Megacamp“ (Kutupalong) mit über 600.000 Flüchtlingen. Je kleiner das Camp, umso leichter ist die Organisation. Vor allem in Kutupalong ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Daher ist das Flüchtlingslager in Blöcke unterteilt, um sicher zu stellen, dass die Menschen mit der ihnen zugedachten Unterstützung in Form von Lebensmitteln oder medizinischer Hilfe versorgt werden. Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass bisher nicht so viele Hilfsorganisationen vor Ort sind, so dass es permanent eine große Herausforderung ist, Hilfe für alle zur Verfügung zu stellen.

AoG: Dominik, wie habt ihr die Bewohner des Lagers erlebt, hattet ihr persönlichen Kontakt?

Dominik Walther: Ein persönlicher Austausch gestaltete sich aufgrund der Sprache tatsächlich schwierig. Die meiste Zeit haben wir in den beiden Gesundheitsstationen unserer Partnerorganisation MOAS gearbeitet, da hat man natürlich die Erkrankungen und das Leid mitbekommen. Auf kurzen Spaziergängen durch die Camps konnte man sehen, unter welchen Umständen die Menschen leben und was sie in den letzten Monaten durchgemacht haben müssen. Aber kommt dann ein Lächeln oder Winken zurück, sagt das mehr als tausend Worte.

Die kleinen Campbewohner freuen sich über AoG-Buttons. © MOAS/Dale Gillett

AoG: Petra, für unseren Verein ist die Unterstützung eines so großen Flüchtlingsprojektes eine große Herausforderung. AoG unterstützt ja bereits eine Klinik im türkisch-syrischen Grenzgebiet, die sich überwiegend um Flüchtlinge kümmert und die du in den vergangenen Jahren mehrfach besucht hast. Wo siehst du Parallelen und was waren die größten Unterschiede?

Dr. Petra Lange: Ein großer Unterschied beider Projekte ist sicherlich, dass in Bangladesch die Flüchtlinge im Camp leben und dort versorgt werden und wir in Antakya, an der türkisch-syrischen Grenze, eine Klinik unterstützen, die Flüchtlinge behandelt, die irgendwo in der Stadt verstreut wohnen, sei es bei Freunden, Verwandten, in angemieteten Wohnungen oder sonst wo. Das Arbeiten in den Camps in Bangladesch ist daher noch direkter. Eine Parallele ist die Traumatisierung der Flüchtlinge. Viele sind traumatisiert und haben unterschiedlichste Gewalterfahrungen hinter sich. Darüber hinaus zählen in beiden Hilfsprojekten vor allem Kinder und Frauen zu den Patienten. Beiden Projekten ist leider die vermeintliche Hilflosigkeit gemein und kein Ausblick auf Besserung, da beide Krisen noch lange andauern werden.

AoG: Du sprichst von vermeintlicher Hilflosigkeit. Kannst du uns etwas über die Aufgabe von AoG im neuen Projekt in Bangladesch sagen?

Dr. Petra Lange: Apotheker ohne Grenzen wird in dem neuen Projekt die Arbeit von MOAS unterstützen. MOAS betreibt in den Flüchtlingslagern Shamlapur (ca. 10.000 Menschen) und Unchiprang (ca. 21.000 Menschen) jeweils ein Gesundheitszentrum, in denen mit Hilfe von insgesamt 8 einheimischen Ärzten, 4 Krankenschwestern, 2 Apothekern und 2 Apothekenhelfern pro Tag etwa 400 Patienten versorgt werden. Dabei unterstützt AoG zum einen die Arzneimitteleinkäufe hinsichtlich Auswahl der Arzneimittel und Kostenübernahme, zum anderen werden die Ärzte und das Apothekenpersonal in den Gebieten Lagerhaltung, Abgabe der Arzneimittel und weiterer pharmazeutischer Tätigkeiten geschult. Bei unserem ersten Besuch haben wir die vorhandenen Arzneimittel sortiert, inventarisiert und Regale für auf den Boden gelagerte Kartons bauen lassen. Darüber hinaus haben wir erste kleine Schulungen durchgeführt. Die Ärzte wurden beispielsweise sensibilisiert, sich an der “Essential Drug List“ der WHO zu orientieren, oder das Apothekenpersonal wurde über die korrekte Menge Wasser bei der Einnahme von oraler Rehydratationslösung aufgeklärt. Ferner wurden stichprobenartig Arzneimittel mit nach Deutschland genommen, um vom Deutschen Zentrallabor ihre Qualität überprüfen zu lassen.

Dr. Petra Lange im Austausch mit den Apothekenmitarbeitern der MOAS-Gesundheitsstation in Unchiprang.

Dominik Walther bei der Arzneimittelabgabe in Shamlapur.

AoG: Eine sehr umfassende Unterstützung, die direkt bei den Menschen ankommt und ihnen ein Stück weit Hoffnung zurückgibt.

Dr. Petra Lange: Ja, das hoffen wir!

AoG: Dominik, in Bangladesch steht die Monsunzeit kurz bevor. Wie bereiten sich die Bewohner aber auch die Verwaltung des Flüchtlingslagers darauf vor?

Dominik Walther: Es werden Sandsäcke gestapelt und Gräben gezogen, manche Gesundheitsstationen müssen umgesiedelt werden. Die Essensausgabe wird auf hochkalorische Kekse umgestellt, falls die Geflüchteten anderweitig nicht mehr versorgt werden können. Da das Gelände sehr hügelig und kahlgeschlagen ist, ist der Untergrund instabil und bei den zu erwartenden Regenmassen ist davon auszugehen, dass viele Hänge abrutschen werden. Die Not vor Ort ist enorm und man will sie sich schon gar nicht in der Monsunzeit vorstellen.

AoG: Was hat dich bei deinem ersten Auslandseinsatz am meisten beeindruckt und kannst du anderen Menschen empfehlen, sich für eine gemeinnützige Hilfsorganisation wie Apotheker ohne Grenzen zu engagieren?

Dominik Walther: Der Blick im „Megacamp“ Kutupalong, dem größten Flüchtlingscamp der Welt, wird mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. In jede Himmelsrichtung notdürftige Hütten aus ein paar Bambusstangen und Planen, soweit das Auge reicht. Diese Erfahrung und das Gefühl unmittelbar helfen zu können, motiviert mich, mich noch stärker zu engagieren – denn die Hilfe wird dringend benötigt.

Der Blick über das weltgrößte Flüchtlingscamp Kutupalong.

AoG: Liebe Petra, lieber Dominik, wir danken euch für eure Eindrücke aus dem Flüchtlingslager der Rohingya in Bangladesch und hoffen, dass das AoG-Projekt weiterhin erfolgreich verlaufen wird und wir viele Menschen auf dem Weg in eine gesündere Zukunft begleiten dürfen.

Ein Gruppenbild zum Abschied.

AoG wird künftig MOAS bei der Arzneimittelbeschaffung unterstützen und mit pharmazeutischer Kompetenz zur Seite stehen.

Wollen auch Sie das neue Projekt unterstützen? Wir freuen uns über Ihre Spende.

Fortbildung in Tübingen

Dr. Petra Lange berichtet von einer interessanten Fortbildungsmöglichkeit

Im Sommer dieses Jahres wird an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zum dritten Mal der Kurs „Pharmazie in Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe” angeboten. Der Kurs richtet sich zum einen an Studierende nach dem 1. Staatsexamen im Rahmen des Wahlpflichtfaches aller deutschen Hochschulstandorte und zum anderen an approbierte ApothekerInnen.

Die Themen des Kurses reichen über den “Aufbau von Gesundheitssystemen in Entwicklungsländern”, der “Qualitätssicherung der Arzneimittellogistik”, über Arzneimittelfälschungen bis hin zu Themen aus dem Bereich der Katastrophenpharmazie.

Ich selber durfte in den ersten beiden Jahren der Veranstaltung Vorträge zum Thema “Arzneimittelbeschaffung und Patientenversorgung in internationalen Katastropheneinsätzen”, inklusive der Betreuung einer Projektarbeit übernehmen. Der Kurs gibt einen sehr guten Überblick, was Pharmazie in der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe bedeutet. Dabei habe ich die Kursteilnehmer als eine “kleine Familie” erlebt, die so unterschiedlich sie auch waren, doch eine gemeinsame Sache im Blick hatten.

Bei den vergangenen Kursen haben auch immer wieder Mitglieder von Apotheker ohne Grenzen teilgenommen, neues dazugelernt und viel Positives berichtet. Elke Althöfer-Blautzik beispielsweise sagte mir, “dass der Kurs sehr hilfreich für ihren zweimonatigen Einsatz auf den Philippinen ist.” 

Professor Lutz Heide und Apothekerin Christine Häfele-Abah, MSc Int. Health, die gemeinsam den Kurs leiten, schließen eine wichtige Lücke im Rahmen der pharmazeutischen Ausbildung und ermöglichen einen Blick über den Tellerrand. Dabei haben sie es geschafft, viele interessante und erfahrene Referenten, aus ganz unterschiedlichen Bereichen und NGOs für diesen Kurs zu gewinnen.

In diesem Jahr wird unsere AoG-Projektkoordinatorin für Argentinien Dr. Carina Vetye zwei Vorträge im Rahmen des Kurses halten. Sie berichtet über „Arzneimittelbeschaffung und Patientenversorgung in internationalen Katastropheneinsätzen“ und stellt das Interagency Emergency Health Kit (IEHK) vor, das auch AoG im Einsatz benutzt und das dafür ausgelegt ist, 10.000 Menschen für drei Monate mit den wichtigsten Arzneimitteln zu versorgen.

Die Ausschreibung des Kurses, weitere Informationen und die Anmeldung findet ihr unter folgendem Link.

Die Absolventen 2017L.Heide/Uni Tübingen)

Unterstützen Sie die Einsätze von Apothekerinnen und Apothekern in der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe und spenden Sie jetzt!

Unsere AoG-Regionalgruppen

Es stellt sich vor: Die Regionalgruppe Kiel

Kieler Regionalgruppentreffen im Winter 2017/18

Bereits im ersten Jahr konnte unsere Regionalgruppe regen Zuwachs an Mitgliedern verzeichnen und dabei bildete sich eine engagierte, kreative und lustige Truppe aus Pharmaziestudierenden, Apotheker/innen und Promovierende/n.

Da es uns bislang an den nötigen Schulungen für einen Auslandseinsatz mangelt, haben wir einfach selbst ein paar Projekte und Aktionen bei uns vor Ort angestoßen. Hauptaugenmerk lag im ersten Jahr darauf bekannter zu werden und dabei zu vermitteln, wofür unser Verein steht.

Dies konnten wir durch eine öffentliche Vortragsreihe an der Universität und ein Beachvolleyballturnier an der Kiellinie erreichen. Nicht zuletzt die mediale Aufmerksamkeit mit mehreren Zeitungsartikeln und Radiointerviews half dabei, die Bekanntheit unserer Regionalgruppe und des gesamten Vereins zu steigern. Außerdem konnten wir durch unsere Aktionen bereits einige Spendeneinnahmen in die Geschäftsstelle nach München schicken, um die Projekte von AoG auch finanziell zu unterstützen.

Vortragsabend an der Uni Kiel

Beachvolleyballturnier an der Ostsee im Sommer 2017

Ein Beachvolleyballturnier soll auch dieses Jahr wieder stattfinden: Am 01.07.2018 findet das Turnier von und mit Pharmazeuten und Freunden bei uns im schönen Norden statt. Weitere Infos werden Ihnen bald über Facebook und via E-Mail zugehen.

Bei Fragen zum Turnier oder allgemein zu unserer Regionalgruppe, können Sie sich über regionalgruppe.kiel.aog@web.de gerne bei uns melden. Wir freuen uns über Ihre Post!

Auch in anderen deutschen Städten hat AoG aktive Regionalgruppen. Eine Liste dazu finden Sie hier.

Als Mitglied der Apotheker ohne Grenzen können Sie sich nicht nur aktiv an Projekten und Aktionen beteiligen und somit unsere Vision von einer gesünderen Welt mit Leben füllen, sondern auch an Einsatzschulungen teilnehmen und sich mit Gleichgesinnten sozial engagieren!

„Apotheker ohne Grenzen“ goes Hollywood

AoG folgt einer Einladung des Partners IMC zu einer gemeinsamen Nothilfe-Simulation

AoG-Einsatzkraft Jochen Wenzel während der Nothilfe-Simulation

Die US-amerikanische Hilfsorganisation IMC ist seit dem gemeinsamen Nothilfe-Einsatz in der Karibik 2016 Partner von AoG. Bereits 2017 erfolgte ein weiterer Einsatz mit IMC nach dem Wirbelsturm „Maria“, der die pharmazeutisch-medizinischen Versorgungsstrukturen der Karibikinsel Dominica komplett zerstört hatte.

Während der Simulation wurden der Ausbruch einer Cholera-Epidemie, ein Katastrophenfall, sowie die Behandlung chronisch unterernährter Kinder im Krisengebiet nachgestellt. Nach einer thematischen Einführung in die jeweilige Materie wurden die drei Notfälle im extra dafür aufgebauten Field Hospital praktisch simuliert.

Die Simulation war eine großartige Gelegenheit für uns, die Bedeutung von Pharmazeuten in der Nothilfe zu verdeutlichen, wofür wir sehr viel positives Feedback von den anderen Teilnehmern bekamen. Neben Vertretern von IMC und AoG nahmen weitere Einsatzkräfte aus US-amerikanischen Krankenhäusern aus Stanford und Massachusetts sowie von Rescue Global aus Großbritannien teil.

Die Simulation war eine hervorragende Möglichkeit die zukünftige Zusammenarbeit von IMC und AoG zu optimieren. Wir können uns nun noch gezielter auf die gemeinsamen Nothilfeeinsätze vorbereiten, voneinander profitieren und noch enger zusammenarbeiten.

Bei einer künftigen Naturkatastrophe werden wir somit noch besser vorbereitet und abgestimmt in den Einsatz gehen können. Weiter werden wir auch dieses Jahr wieder Einsatzkräfte in unseren Schulungen vorbereiten. Dies gehört zu unserer Vereinsarbeit dazu und wir freuen uns über die vielen Anfragen und Anmeldungen. Wie bei unseren Projekten sind wir auch bei den Schulungen auf Ihre Unterstützung angewiesen. Mit den Beiträgen der Teilnehmer decken wir einen Teil der Unkosten, freuen uns aber über jede weitere Unterstützung.

„Bienvenue à Haiti“

AoG folgt dem Hilferuf einer tapferen Krankenschwester

Glücklich und geschafft, AoG-Einsatzkraft Lili Schürch bei ihrem Einsatz in Haiti

Das erste Treffen mit Alène fand in der Hauptstadt Port-au-Prince statt. Alène erzählte mir voller Begeisterung von ihrem Gesundheitsposten, und dass sie den Plan verfolgt einen Arzt anzustellen, um den Menschen in ihrem Heimatdorf Baudin noch besser helfen zu können. Noch am gleichen Tag lernte ich Dr. Wilfood Marseille kennen. Er ist ein alter Schulfreund von Alène, stammt aus derselben Gemeinde und hat großes Interesse in seiner Heimatregion zu arbeiten und zu helfen.

Alène ist als „Einheimische“ im Ort bestens bekannt und ihr Service im Gesundheitsposten wird von der Bevölkerung gut und dankbar angenommen. Sie betreut ihre Patienten sehr kompetent und liebevoll, sei es bei der Abgabe von Arzneimitteln, der Versorgung von kleinen Wunden und Verletzungen oder auch beim Thema Familienplanung. Selbst Hausbesuche bietet sie an, wenn der Weg zum Gesundheitsposten für Alte oder Bettlägerige zu beschwerlich ist. Schwer kranke Patienten, die von ihr nicht behandelt werden können, verweist sie an die nächstgelegenen Krankenhäuser in den umliegenden Städten. Die Fahrtzeit von ein bis zwei Stunden auf Buckelpisten mit dem Motorradtaxi kann aber nicht allen Patienten zugemutet werden.

Einige Tage später machten wir uns auf den Weg nach Baudin. Mit unserem Allrad betriebenen Jeep steuerten wir zunächst unsere Unterkunft in einem Kloster an, das etwa 5km vom Gesundheitsposten Medi-Pharma in Baudin entfernt liegt.

Elektrisches Licht suchte ich vergeblich, dafür gab es eine Dusche mit kaltem Wasser aus Kübeln. Da ich die Gegebenheiten in Haiti von früher kannte und an einfache Unterkünfte gewohnt war, überraschten mich die örtlichen Gegebenheiten nicht. Der Ort Baudin liegt in den Bergen, etwa drei bis vier Stunden Fahrtzeit von Port-au-Prince entfernt, ein Hotel oder einen Laden gibt es nicht. In der Gegend leben rund 20.000 Einwohner. Es gibt ein staatliches Gesundheitszentrum, in dem es allerdings keinen Arzt, nur hin und wieder einen Krankenpfleger und nur unzureichend Medikamente gibt.

Im Centre Medi-Pharma inspizierte ich die Apotheke. Sie war fein säuberlich eingerichtet, aber die Medikamente waren lediglich nach Größe und Farbe der Packung geordnet. Ich führte eine Schulung mit Alène durch, sie war sehr lernwillig und von der besseren Art der Einordnung nach Indikation schnell überzeugt. So wird sich auch Dr. Wilfood Marseille besser zurechtfinden können.

Anschließend schaute ich mir noch die Patientenkartei an. Eine stattliche Menge in ein paar Monaten, alles genau von Hand geschrieben, allerdings fehlten auf allen Belegen die Menge, Dosierung und Zeitdauer der abgegebenen Medikamente. Alène ist sehr froh, dass ich sie darauf hingewiesen habe und wir die Dokumentation der Patientendaten gemeinsam besprechen konnten.

Das Untersuchungszimmer im Gesundheitsposten ist recht klein. Es befinden sich ein schlichtes Pult mit drei Stühlen und drei Betten darin. Zwischen den Betten vermisst man eine Abtrennung, die den Patienten eine gewisse Privatsphäre geben könnte.

Die neu sortierte Apotheke im Gesundheitsposten

Das kleine Behandlungszimmer

An diesem Tag bekomme ich auch einige Patienten zu Gesicht. Das ist zum einen ein Familienvater, der die Rechnung für die Medikamente bezahlen kam: Diese und die gute Beratung hätten gegen seinen hartnäckigen Durchfall geholfen! Daneben findet an diesem Tag ein Ehepaar den Weg ins Medi-Pharma. Der Besuch endet jedoch etwas trostlos, weil Alène die Frau mit der Vermutung auf eine Eileiterschwangerschaft ins nächstgelegene Krankenhaus schicken musste. Gottseidank kamen sie aber rechtzeitig zu Alène.

Noch bevor ich meine Rückreise in die Schweiz angetreten habe, konnte ich Alène mit der großartigen Nachricht überraschen, dass ich von AoG aus Deutschland grünes Licht bekommen habe, dringende Einkäufe für ihren Gesundheitsposten zu tätigen: eine Personenwaage, eine stabile Kartei für die Patientenakten, sowie eine ausreichende Menge Arzneimittel für die nächsten Wochen und Monate. Der Einkauf der Waren in der chaotisch verstopften Hauptstadt bedeutete viele weite Wege und nahm viel Zeit in Anspruch. Aber auch dies haben wir gemeistert.

Kurze Zeit später begab ich mich auf den Rückweg, mit dem guten Gefühl, dass wir von Apotheker ohne Grenzen Alène und den Menschen in Baudin nachhaltig helfen und ihnen ein gesünderes Leben ermöglichen werden.

AoG wird künftig Alène beim Medikamenteneinkauf helfen, das Gehalt für 2 Arbeitstage pro Woche vom Arzt mitfinanzieren und mit pharmazeutischer Kompetenz über Mail und vor Ort Alène unterstützen und weiter schulen.

Wollen auch Sie das neue Projekt unterstützen? Wir freuen uns über Ihre Spende.

Mit 150 Euro unterstützen Sie die wöchentliche Arbeit von Alène und Dr. Wilfood. Mit 300 Euro finanzieren Sie den monatlichen Einkauf an Arzneimitteln.

Einsatz in Uganda

Reisebericht der Projektkoordinatorin Claudia Martin

AoG-Einsatzkraft Claudia Martin bei der Schulung der neuen eSMT-Software:
AH-Geschäftsführer Andreas Wiegand und AoG-Einsatzkraft Claudia Martin bei ihrem Projektbesuch im Kibaale District in Uganda

Claudia Martin, die voriges Jahr als Pharmazeutin im Praktikum bei AoG arbeitete, berichtet im Folgenden von ihrer zweiten Reise:

Die Menschen im Westen Ugandas haben keine Krankenversicherung. Der Arztbesuch ist kostenlos, jedoch muss jedes Medikament und jede Operation aus eigener Tasche finanziert werden. Schwierig für die Mehrheit der Patienten, die meist arme Bauern aus der Umgebung sind. Jede Erkrankung bedeutet bedrückende Angst und die große Sorge, „ob ich das bezahlen kann?“

Die armen Bauernfamilien aus der Umgebung bauen Bohnen, Erdnüsse, Kartoffeln, Avocados, Orangen, Bananen und Maniok an. Das meiste für den Eigenbedarf. Was sie erübrigen können, bieten sie zum Verkauf an und bestreiten von den spärlichen Einnahmen ihren kargen Lebensunterhalt. Für Medikamente im Krankheitsfall reicht das Geld häufig nicht. Genauso aber kämpfen die Gesundheitszentren um ihre Existenz. Die staatliche Unterstützung ist gering. Arbeitet die Einrichtung nicht kostendeckend, so droht ihr bald das Aus und die Patienten müssen noch weitere Wege auf sich nehmen, um medizinisch und pharmazeutisch betreut zu werden. Dies ist ein Teufelskreis, der nur durch viele Akteure mit Erfahrung, Geduld und Ausdauer durchbrochen werden kann.

Bereits im Mai 2017 wurde mit finanzieller Unterstützung von Apotheker Helfen und AoG eine neue Apotheke in Karuguuza im Kibaale Distrikt eröffnet. Die derzeit einzige Apotheke im Umkreis von 50 km fungiert gleichzeitig als pharmazeutischer Großhandel für viele Gesundheitszentren und ist bereits heute ein zuverlässiger Lieferant für qualitativ hochwertige und sichere Arzneimittel im gesamten Distrikt. Daniel Olowo – der momentan einzige Apotheker weit und breit – ist ein kompetenter Ansprechpartner für Arzneimittelfragen. Seit der Eröffnung der neuen Apotheke wächst die Zahl der Patienten.

Man erkennt sofort, wie dankbar die Menschen sind, dass sie in den Gesundheitszentren gut behandelt werden und die richtigen Medikamente für ihre Behandlung vorhanden sind. Viele Patienten warten lange, bevor sie den weiten und oft beschwerlichen Weg zur Krankenstation auf sich nehmen. Denn dies bedeutet, dass sie die lebenswichtige Feldarbeit liegen lassen müssen. Man stelle sich vor, was in diesen Menschen vorginge, wäre ein solch aufwendiger Arztbesuch erfolglos: kein Arzt oder Gesundheitshelfer da, keine Medikamente vorhanden…Man ging unverrichteter Dinge, krank und niedergeschlagen wieder nach Hause.

In der ersten Woche unserer Projektreise haben wir erneut EDF-Gesundheitszentren evaluiert und Unterstützung vor Ort geleistet. Vielen Menschen fällt es schwer Ein- und Ausgaben, sowohl privat als auch bei ihrer Arbeit in den Gesundheitseinrichtungen, im Auge zu behalten. Daher entschieden wir uns für einen mehrtägigen Workshop in Finanzmanagement mit den Mitarbeitern der Gesundheitszentren. Schwerpunkte waren dieses Mal das generelle Kostenbewusstsein, Arten von Kosten, sowie der Wert von Medikamenten und der Arzneimittelversorgung.

Im Rahmen unserer Reise testeten wir dieses Mal in der Apotheke eine neue datenbankgestützte Warenwirtschaftssoftware. An der Entwicklung und Anpassung dieser Software arbeitet AoG bereits seit einigen Jahren. Es ist spannend, sie nun in der Wirklichkeit zu testen! Schritt für Schritt erklären wir die Anwendung von eSMT (electronic Stock Management Tool) und prüfen sie auf ihre Tauglichkeit für die hiesigen Gegebenheiten: Es soll nun möglich sein, dass neben der Dokumentation des Lagermanagements auch Bestellungen, Inventuren, Monatsberichte und Bestellstatistiken schneller und einfacher gemacht werden können. Bisher geschah das zeitaufwändig per Hand und mit einfachen Excel-Tabellen.

Positive Entwicklungen und Rückschläge gehören beide zum Projektalltag. Das spornt uns noch mehr zu nachhaltigen und an die lokalen Gegebenheiten adaptierte Schulungen an. Wir freuen uns, dass wir den Menschen im Kibaale-Distrikt mit Ihrer Hilfe helfen, gesund zu werden. So können sie ihre alltäglichen Herausforderungen wieder meistern.

Claudia Martin, ehrenamtliche Projektkoordinatorin

 

Für die Verbesserung des Gesundheitsmanagements und für viele weitere Projekte geben wir unser Bestes.

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung!

Bank: Deutsche Apotheker- und Ärztebank

BLZ: 300 606 01

IBAN: DE 88 3006 0601 0005 0775 91

BIC (Swiftcode): DAAEDEDDXXX

Vielen Herzlichen Dank!

Der Junge mit den Schwefelhölzern

Neuigkeiten aus unserem Gesundheitszentrum in Bueonos Aires

 

Ein ganz normaler Vormittag in der AoG-Apotheke im Gesundheitszentrum Nr. 16 in Villa Zagala in der Provinz Buenos Aires. Edu, ein Mitarbeiter, der selber im größten Slum des AoG-Einzugsgebietes lebt, kommt in die Apotheke und fragt, ob jemand Kinderkleidung übrig hat, denn eine Hütte, in der eine alleinerziehende Mutter mit ihren sechs Kindern lebt, ist komplett abgerannt. Die Familie steht vor dem Nichts.

Dieses Vorkommnis ist leider kein Einzelfall: Rosa, die Großmutter der siebenköpfigen Familie betreibt ein klitzekleines Geschäft, mit dem sie sich, ihre Tochter Juana und die sechs Enkel über Wasser hält. Als Rosa überraschend stirbt, übernimmt Juana notgedrungen den Laden, denn die Familie benötigt dringend das Geld zum Überleben. Die sechs Kinder im Alter von 1 bis 13 Jahren bleiben alleine zu Hause. So auch an diesem Tag, nur eine Woche nach dem Tod der Großmutter. Während seine Brüder und Schwestern schlafen, spielt der vierjährige Sohn Santi mit Feuer, wobei er ungewollt eine Matratze in Brand setzt und alles sofort in Flammen aufgeht. Ein beherzter Nachbar stemmt das Gitter auf, mit denen, wie üblich, alle Türen und Fenster in den Slums vergittert sind und kann gerade noch die eingesperrten und verzweifelten Kinder retten. Die Hütte und das gesamte Hab und Gut der Familie werden ein Raub der Flammen.

Die Lebenserwartung der Slum-Bewohner liegt nicht nur aufgrund solcher Vorfälle etwa 12 bis 15 Jahre unter dem der Argentinier der Mittelklasse. Die Slum-Bewohner führen ein hartes Leben und haben nur selten Zugang zu lebenswichtigen Basismedikamenten. Der Bluthochdruck bleibt unbehandelt, die Diabeteserkrankung wird nicht angegangen, erhöhte Blutfettwerte werden ignoriert.  AoG betreut seit Jahren Hunderte von chronischen Patienten in Villa Zagala und nimmt sich dieser Probleme an.

Die ältere Generation, die der Großmütter und Großväter, ist extrem wichtig für den Familienverbund. Wenn die Eltern arbeiten gehen müssen, und es keine Oma oder keinen Opa in der Familie gibt, die auf die Enkelkinder aufpassen, müssen die Kinder meist alleine bleiben, denn staatliche Betreuungsplätze gibt es nicht. Für die Kleinsten kann das lebensgefährlich sein!

Dank der Hilfe von AoG und unserer Arzneimittel können viele Menschen der älteren Generation ein längeres und gesünderes Leben führen! Und sie können für ihre Enkelkinder sorgen!

Möchten Sie uns bei unserem Projekt in Argentinien und in vielen weiteren Ländern unterstützen?

Dann freuen wir uns über eine Spende. Sie können auch jederzeit Mitglied werden und uns bei unserer Arbeit unter die Arme greifen!

Ihre Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V.

Vielen Herzlichen Dank!

 

Apotheker ohne Grenzen in Berlin im Einsatz

Neues Obdachlosenprojekt in Berlin

Auch nach Weihnachten lässt es sich bei diesem ungemütlichen Wetter in einer geheizten Wohnung gut aushalten. Man genießt sein kuscheliges, warmes Zuhause und bastelt an den guten Vorsätzen fürs neue Jahr. Währenddessen vergisst man schnell, dass deutschlandweit Menschen ohne Obdach leben müssen. Allein in Berlin kämpfen inzwischen bis zu 6.000 Menschen, mit dramatisch steigender Tendenz, auf der Straße ums Überleben.

In der kalten Jahreszeit sind diese Menschen besonders gefährdet. Jedes Jahr steigt die Zahl der Toten. Die Lebenserwartung der Obdachlosen liegt im Schnitt um 25 Jahre unter dem Durchschnitt.

Mehrere Organisationen der Zivilgesellschaft engagieren sich bereits für Obdachlose, die aus eigener Kraft keinen Ausweg mehr finden. So betreibt die Berliner Stadtmission am Bahnhof Zoologischer Garten eine Notversorgung für die Betroffenen. Neben einem Hygiene Center erhalten sie hier psychosoziale Hilfe, Kleidung, Schlafsäcke und eine warme Mahlzeit. Ergänzt wir das Angebot durch eine mobile Einzelfallhilfe.

Dies wird durch die ehrenamtliche Hilfe vieler Berliner Bürger ermöglicht. Auch das Team von AoG unterstützte bereits im vergangenen Jahr die Berliner Stadtmission bei der Essensausgabe. Apotheker ohne Grenzen startet nun ein neues Hilfsprojekt und unterstützt ab sofort die Ambulanz der Berliner Stadtmission in der Nähe des Hauptbahnhofs, um die medizinische Versorgung der Obdachlosen zu verbessern.

Zweimal wöchentlich kümmern sich in der Ambulanz Ärzte und Krankenpfleger ehrenamtlich um akute medizinische Probleme und leisten Notversorgung. Apotheker ohne Grenzen wird zukünftig die Arzneimittelbeschaffung übernehmen und für den korrekten Einsatz der Medikamente und die optimale Versorgung der Betroffenen sorgen. Weiterhin werden Schulungen in pharmazeutischen Themengebieten, wie der korrekten Lagerhaltung von Arznei- und Hilfsmitteln, für die freiwilligen Helfer in der Ambulanz erarbeitet und angeboten.

„Auch in Deutschland sind viele Menschen auf die Unterstützung von Organisationen wie AoG angewiesen“, sagt Geschäftsführerin Eliette Fischbach. „Neben unseren Projekten im Ausland, bin ich froh, dass wir nun auch in unserer Hauptstadt die im Mainzer Projekt gesammelten Erfahrungen für die Obdachlosen gewinnbringend nutzen und der Berliner Stadtmission dadurch helfen können. In Berliner hat AoG eine einsatzerfahrene und sehr motivierte Regionalgruppe. Dank ihr kommt dieses Projekt zustande.“

Bitte helfen auch Sie!

Wir freuen uns über eine Spende für unsere Arbeit in Berlin und für viele weitere Projekte.

Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V.

Bank: Deutsche Apotheker- und Ärztebank

BLZ: 300 606 01

IBAN: DE 88 3006 0601 0005 0775 91

BIC (Swiftcode): DAAEDEDDXXX

Vielen Herzlichen Dank!

Apotheker ohne Grenzen im „La-La-Land“

AoG beginnt ein neues Projekt in Nepal

© AoG-Archiv: Jochen Wenzel (links) und Dr. Ralph Bültmann mit den jüngsten Dorfbewohnern vor dem neuen Medical Store

Die AoG-Projektkoordinatoren für Nepal, Jochen Wenzel und Dr. Ralph Bültmann, sind nach einer erfolgreichen Projektreise zurück in Deutschland. Sie berichten von der Reise:

Wer jetzt an den Oscar prämierten Film mit Emma Stone und Ryan Gosling denkt, der irrt. „La-La“ sagen die Nepalesen besonders gerne am Telefon, es heißt so viel wie „ja ja“, und da sie ihr Telefon permanent benutzen, hört man unentwegt „La-La“.  Anstelle einer unerfüllten Liebesgeschichte aus dem Film, realisieren die Apotheker ohne Grenzen einen Lebenstraum von mehreren Tausend Dorfbewohnern im Himalaya.

Nach einem 16-stundigen Jeeptrip aus Kathmandu hatten wir es endlich geschafft. Müde und zugleich voller Vorfreude und Erwartungen kamen wir in unserem Zielort in Basa im Solukhombu Distrikt an, die gleiche Region in der auch der Mount Everest gelegen ist. AoG engagiert sich mittlerweile seit fast zehn Jahren in Nepal. In unserem neuen Projekt bauen wir gemeinsam mit der lokalen Hilfsorganisation Basa Foundation ein Arzneimittellager auf, das von unserer nepalesischen Health Assistant Alisa geleitet wird. Sie wird einfache Untersuchungen und Behandlungen durchführen und die Patienten mit den notwendigen Arzneimitteln versorgen.

Unser erster Weg führte uns dann auch direkt zum neuen Medical Store, wo wir von den Dorfbewohnern mit einem fröhlichen „Namaste“ aufs herzlichste begrüßt und empfangen wurden.

© AoG-Archiv: Der Medical Store wird Beratung und Medikamente für Groß und Klein bereithalten – das ist ein Anlass zum Feiern

„Die Leute konnten es nicht glauben, dass hier in unserem Dorf ein Medical Store errichtet wird. Davon haben sie schon immer geträumt!“ erzählt uns Buddi Rai, ein Mitglied der Basa Foundation. „Die Leute sind so glücklich, dass Vertreter von AoG extra aus Deutschland hergekommen sind, um ihnen zu helfen! Nun müssen sie nicht mehr ins weit entfernte Salleri laufen, wenn sie erkrankt sind!“ berichtet er weiter. Nach Salleri benötigt man 10 Stunden zu Fuß, wie wir selbst erfahren durften, wenn man gesund ist! Nur wenige Bewohner des Dorfes haben in der Vergangenheit diesen beschwerlichen Weg auf sich genommen.

Während unseres Aufenthalts in Basa führten wir eine intensive Schulung mit unserer Health Assistant durch, in der wir ihr die Vorteile einer gründlichen Lagerhaltung nahebrachten. Dazu gehören exakte Bestandslisten der einzelnen Arzneimittel sowie eine regelmäßige Inventur und rechtzeitige Bestellung der notwendigen Arzneimittel. Ebenso trafen wir uns mit dem Leiter des nahegelegenen Health Posts, der mit Hilfe seiner großen Erfahrung eine Liste aller notwendigen Arznei- und Hilfsmittel für uns anfertigte, die zukünftig im Medical Store vorrätig sein werden. Für uns eine riesengroße Unterstützung, denn er kennt die vorherrschenden Krankheiten und die gängigen Arzneimittel am besten!

An einem Abend während unseres Aufenthalts gab es noch eine ganz besondere Überraschung für uns. Extra zu Ehren des neuen AoG-Basa-Projekts wurde ein Büffel geschlachtet, der im Rahmen einer großen Feier von der Dorfgemeinschaft verspeist wurde. Hier entdeckten wir dann doch noch eine Parallele zum bereits erwähnten Hollywoodstreifen, denn an diesem Abend wurde lange und intensiv gesungen und getanzt.

Dies zeigte uns erneut, dass die Menschen in Basa große Erwartungen in den Medical Store setzen. “Viele Kinder sterben in Basa und viele Menschen sterben viel zu jung, darum ist der Medical Store eine große Hoffnung für die Zukunft von Basa!“ sagte uns Buddhi Rai im Vertrauen. Insgesamt wird die Arzneimittelversorgung durch den Medical Store die Lebensqualität der Bewohner von Basa deutlich und nachhaltig verbessern. Wir als Projektkoordinatoren freuen uns darüber, dass wir unseren Teil dazu beitragen dürfen.

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