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Jahresrückblick von Apotheker ohne Grenzen – 2019

Wir haben viel geschafft in diesem Jahr – 2 Nothilfeeinsätze, viele Projektbesuche und Weiterentwicklungen in den weltweiten Projekten, neue Einsatzkräfte ausgebildet, ein neues Deutschlandprojekt in Frankfurt gestartet und dazu verschiedenste Aktivitäten der ehrenamtlichen AoG-Mitglieder. Dieser kleine Jahresrückblick kann nur ansatzweise die Arbeit von Apotheker ohne Grenzen im Jahr 2019 darstellen, zeigt jedoch anschaulich wie vielfältig sich der Verein engagiert:

Januar – Philippinen-Einsatz

Elke Althöfer-Blautzik bei der Abgabe von Medikamenten an eine Mutter mit Kind.

Von 2. Januar bis zum 3. März 2019 war unsere ehrenamtliche Einsatzkraft Elke Althöfer-Blautzik auf den Philippinen und half den örtlichen Mitarbeitern bei ihrer Arbeit in der Apotheke auf der Insel Mindoro. Ihre weiteren Aufgaben lagen in der Schulung des lokalen Personals im Lagermanagement sowie zur Durchführung der Arzneimittelabgabe während der sogenannten „Rolling Clinic“. Diese mobile Klinik, bei denen ein Ärzteteam und einheimische Mitarbeiter mit einem Jeep die abgelegenen und schwer erreichbaren Bergdörfer der Insel Mindoro besuchen, werden von der Partnerorganisation German Doctors organisiert und durch Apotheker ohne Grenzen regelmäßig begleitet.

Februar – Peer-Workshop

Vom 1. – 3. Februar fand das insgesamt zweite Seminarwochenende für die AoG-Einsatzkräfte-Fürsorger, die sogennanten Peers, auf der Burg Rothenfels statt. Während sich das erste Fortbildungswochenende um die Themen Stress, Psychotraumatologie und empathische Gesprächsführung drehte, befassten sich die Peers im Februar mit der praktischen Durchführung der Einsatzkräftebetreuung. Durch die Anwesenheit eines Schauspielers, konnten echte Fälle im Einsatz nachgespielt werden.

Die gutgelaunten Peers bei ihrem Workshop im Februar auf der Burg Rothenfels.

März – AoG gewinnt Vision.A-Award

Große Freude des AoG-Teams bei der Vision.A-Award-Preisverleihung in Berlin über den ersten Preis!

Große Freude im März 2019: AoG gewinnt mit der AoG-Sommertour 2018 Gold beim Vision.A-Award, der aktuelle Kommunikationstrends, Innovationen und nachhaltige Konzepte des Apotheken- und Gesundheitsmarktes würdigt. In der Kategorie „Kommunikation – Apothekenteams/Healthcare Professionals“ überzeugte AoG die Jury neben fünf anderen Mitstreitern. Das ausgezeichnete Projekt war unsere AoG-Sommertour quer durch Deutschland mit dem AoG-Sommertourbus. Durch unsere Aktion wollten wir Apotheker ohne Grenzen bekannter machen, Spenden für unsere Projekte sammeln, neue Mitglieder werben und möglichst viele Leute innerhalb und außerhalb von Apotheken für unsere Arbeit und Projekte im In- und Ausland begeistern. Eine super Idee fanden wir – die Jury des Vision.A-Awards offensichtlich auch!

März – Uganda-Einsatz

Die beiden ehrenamtlichen AoG-Einsatzkräfte Karin Schröder und Heidrun Mariacher reisten vom 10.03. – 23.03.2019 mit der AoG-Partnerorganisation amref health africa nach Uganda um bei Gesundheitsveranstaltungen in abgelegenen Gebieten pharmazeutische Hilfe zu leisten. amref health africa Uganda führt in Zusammenarbeit mit dem District Health Office Adjumani und lokalen religiösen Institutionen sogenannte „Family Health Days“ durch.

Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Frauen und Kindern. Dabei werden zusammen mit fünf Gesundheitszentren „Outreaches“ (zu Deutsch: Einsätze) in Flüchtlingsgebiete durchgeführt, die einen schlechten Zugang zu einer adäquaten medizinischen Versorgung haben. Während der Outreaches werden neben Impfungen für Kinder unter 5 Jahren auch pränatale Untersuchungen, Entwurmungen oder Blutdruckmessungen für Schwangere angeboten. Komplizierte Fälle werden an die Gesundheitseinrichtungen übermittelt.

Die beiden AoG-Kräfte konnten Besichtigungen der von amref unterstützten Medikamentenlager und Apotheken durchführen, im Bereich Datenerfassung, Bestellung und Fehlbestände beraten, das örtliche Apothekenpersonal zu Lagermanagement und Dokumentation schulen und somit die pharmazeutische Versorgungssituation nachhaltig verbessern.

Viele Patienten nehmen das Angebot bei den „Family Health Days“ dankbar an, die medizinisch-pharmazeutische Versorgungssituation im ländlichen Raum in Uganda ist nicht ausreichend ausgebaut.

März – Nothilfeeinsatz Mosambik

Die Einsatzkraft Marjolein Jacob verabreicht in der Gesundheitsstation dispergierte Malariatablette an ein Kleinkind.

Großer Andrang bei der Nothilfe-Apotheke von AoG in Mosambik: Einsatzkraft Elke Althöfer-Blautzik von Team I bei der Arbeit.

Nach dem verheerenden Zyklon in Südostafrika im Frühling 2019 hatte im März 2019 die Regierung von Mosambik offiziell um internationale Hilfe gebeten. AoG reagierte schnell und professionell: In wenigen Tagen war das AoG-Fact-Finding-Team, bestehend aus dem Vorstandsmitglied Dr. Petra Nolte zusammen mit unserer Partnerorganisation NAVIS e.V., in der besonders zerstörten Küstenregion rund um die Stadt Beira. Dort wurde die Lage eingeschätzt und einen Nothilfeeinsatz vorbereitet.

Über 3 Millionen Menschen benötigten nach den Überschwemmungen humanitäre Hilfe, darunter ca. 1 Millionen Kinder. Vor allem in den ländlichen Gebieten war die Zerstörung katastrophal, viele Menschen waren gezwungen stehendes, verunreinigtes Wasser zu trinken. Nach Auswahl eines geeigneten Einsatzorts durch Petra wurde ein erstes AoG-Einsatzteam entsendet um in Beira in einer Gesundheitsstation medizinisch-pharmazeutische Nothilfe zu leisten.

Insgesamt vier AoG-Einsatzteams halfen von März bis Ende Mai 2019 in mehreren Medikamentenlagern der Notcamps in der zerstörten Küstenregion und konnten viele Patienten mit lebenswichtigen Medikamenten versorgen. Vielen Dank an euch für diesen fantastischen Einsatz!

April – Nepaleinsatz

In der Gesundheitsstation in Basa

Die Einsatzkräfte Jochen Wenzel und Barbara Weinmüller besuchten im April 2019 die beiden AoG-Nepal-Projekte. Im Nepal-Projekt in Basa, wo AoG in Kooperation mit der Basa-Foundation, einen abgelegenen Gesundheitsposten am Fuße des Mount Everests pharmazeutisch unterstützt, wurde eine Bestandsaufnahme der Medikamentenlagerung und ‑bestellung durchgeführt. Anschließend wurde das Gesundheitspersonal im Bereich Lagermanagement und Dokumentation geschult.

Das zweite Nepal-Projekt von AoG wurde 2017 gemeinsam mit action medeor und der nepalesischen Organisation PHECT im Chandragiri District im Großraum Kathmandu zur Aufklärung zu Sexualkrankheiten, Menstruationshygiene und Selbstschutz für Betroffene von sexueller Gewalt begonnen. Dazu wurden Gesundheitshelferinnen zu Themen wie sexuell übertragbare Krankheiten, Menstruationshygiene und im Weiteren auch zu Familienplanung und Selbstschutz bei häuslicher Gewalt geschult. 2019 wurde das Konzept auf einen weiteren Distrikt ausgeweitet. Erstmals wurden auch sogenannte Female Community Health Worker (FCHV) zu Themen wie sexuell übertragbare Krankheiten und deren Prävention, Sexualhygiene und Selbstschutz geschult. Barbara Weinmüller besuchte bei ihrem Einsatz eine Schulungsveranstaltung von Gesundheitshelfern und konnte sich selbst ein Bild der effektiven Aufklärungsarbeit machen.

Die Gesundheitshelferinnen geben ihr Wissen zu Sexualhygiene und Infektionskrankheiten an junge Frauen weiter.

April – DR Kongo-Einsatz

Bettina Rüdy mit einer Kollegin bei der Überprüfung der Bestände und der Finanzen der Apotheke.

Vom 02. – 12. April 2019 flog die Einsatzkraft Bettina Rüdy für AoG in die Demokratische Republik Kongo. Die Apotheke im neu gebauten Gesundheitszentrum in Maluku, einem Vorort der Hauptstadt Kinshasa, wurde gemeinsam mit der Partnerorganisation Hilfe für Menschen im Kongo e.V. eingerichtet. Bettina konnte beim Einkauf und der Abholung einer Erstausstattung von Medikamenten helfen und das Apothekenpersonal im Bereich Lagermanagement und Dokumentation schulen. Auch die feierliche Eröffnung des Gesundheitszentrums und der angeschlossenen Apotheke im April 2019 wurde von Bettina für Apotheker ohne Grenzen begleitet.

April – Mitgliederversammlung in Münster

Am 14. April 2019 fand in Münster die jährliche Mitgliederversammlung statt. Die Mitglieder konnten sich ausführlich über die AoG-Projektarbeiten, die Leistungen und Erfolge des Vereins aus dem Jahr 2018 informieren.

Die AoG-Mitglieder lauschen dem Vortrag des ersten Vorsitzendens Hans-Joachim Schreek bei der Mitgliederversammlung.

Mai – Tansania-Einsatz

Einsatzkraft Martina Gerhard bekommt zum Dank ihrer Hilfe ein Huhn geschenkt.

Die AoG-Einsatzkraft Martina Gerhard war vom 20. Mai – 03. Juni 2019 für Apotheker ohne Grenzen im Einsatz in Tansania. Da es bereits ihr zweiter Besuch im Gesundheitszentrum der Benediktinerabtei St. Bernard in Hanga im Süden Tansanias war, konnte sie die Weiterentwicklung des Projekts beurteilen.

„Das Medikamentenlager und die Medikamentenausgabe sind [personell] sehr gut besetzt und erstmals auch unter Leitung einer ausgebildeten Pharmazeutin. Es gibt momentan keine Fluktuation und keinen Personalmangel in der Apotheke – drei der fünf Mitarbeiterinnen kenne ich schon von meinem letzten Projektbesuch Oktober 2015 – eine sehr gute Basis für unsere weitere Zusammenarbeit. Auch die regelmäßigen Schulungen der letzten Jahre zeigen Wirkung.“
AoG-Einsatzkraft Martina Gerhard

Juni –Pharmaweekend BPhD

Im Rahmen des PharmaWeekends hielten unsere erfahrene AoG-Einsatzkraft Petra Isenhuth und AoG-PhiP (Pharmazeutin im Praktikum) Luise Marenbach am 16. Juni einen spannenden Vortrag über das Thema Ebola. Dabei ging es um die neuen Impfstoffe, die im derzeitigen Ausbruchsgebiet im Osten der DR Kongo eingesetzt werden, und auch um die besonderen Herausforderungen der Infektionsbekämpfung in dieser unruhigen Region, wie z.B. das mangelnde Vertrauen der Bevölkerung in das Gesundheitssystem oder die gezielten Angriffe auf Gesundheitszentren.

AoG-Einsatzkraft Petra Isenhuth und PhiP Luise Marenbach auf dem BPhD PharmaWeekend in Heidelberg

Juli –AoG-Charity-Beachvolleyball Cup

Sportlicher Einsatz von unseren Mitgliedern für Apotheker ohne Grenzen!

Der dritte AoG-Charity-Beachvolleyball Cup am 7. Juli 2019 in Kiel war wieder ein voller Erfolg! Auch das stürmische Ostseewetter konnte die Stimmung der Teilnehmer nicht trüben.

Wer gerade nicht mit Beachvolleyball spielen beschäftigt war, konnte sich am Apotheker ohne Grenzen-Infostand über unsere aktuellen Projekte informieren oder bei einer Limo den anderen Mannschaften zusehen, denn auch für das leibliche Wohl war gesorgt.

Vielen Dank an die AoG-Regionalgruppe Kiel für die großartige Organisation des jährlichen Turniers!

August – Einsatzkräfteschulung II

Vom 23. – 25. August 2019 fand die AoG-Einsatzkräfteschulung II statt, ein spannendes Wochenende mit vielen wichtigen Inhalten für den Einsatz. Auf dem Programm standen Themen wie Lagermanagement, Einsatzplanung und vertiefte Arbeit mit dem IEHK. Highlight des Wochenendes war eine praktische „Einsatzübung“, sowie Geländefahrtraining mit einem Einsatzfahrzeug.

Erste Hilfe Praxisübungen an einem Probanden bei der Einsatzschulung II.

September –expopharm in Düsseldorf

Die AoG-Mitglieder mit großer Motivation bei der Betreuung des Standes bei der expopharm in Düsseldorf.

Vom 25. – 28. September 2019 fand die alljährliche expopharm in Düsseldorf statt. Auch Apotheker ohne Grenzen war wieder mit einem Stand vertreten. Wer wissen wollte, wie ein Einsatz für einen Apotheker oder PTA im Projektland aussieht, welche Voraussetzungen man dafür mitbringen sollte, wie man sich aktiv mit seiner eigenen Apotheke engagieren kann oder wie man Mitglied wird, der konnte sich von erfahrenen AoG-Einsatzkräften und Mitgliedern am Stand beraten lassen. Bei einem speziellen „Apotheker-Quiz“ konnte man zusätzlich sein Wissen auf die Probe stellen. Bildcollagen und Videos erzählten eindrucksvoll aus den weltweiten Katastrophen- und Entwicklungseinsätzen.

Oktober – Mexiko-Einsatz

Ulrike Niehle und Claudia Dirksen fuhren vom 26. September – 12. Oktober 2019 zum Einsatz in das AoG-Mexiko-Projekt. Seit November 2017 unterstützt Apotheker ohne Grenzen die mexikanische Stiftung Leon XIII beim Aufbau eines Gesundheitsprogramms für indigene Bevölkerungsgruppen durch die Schulung von Gesundheitshelfern – den sogenannten „Promotores de salud“.

„Wir haben 3 Gemeinden in der Zone Huatulco und 2 Gemeinden in der Zone Sta. Elena besucht. Bei diesen Besuchen konnten wir nicht nur Gespräche mit den Promotores führen, sondern auch mit den Gemeindemitgliedern selbst. Die Resonanz gegenüber dem Gesundheitsprogram war überall sehr positiv. Die Gemeindemitglieder kommen gerne zu den Vorträgen um neue Dinge zu lernen und sich mit dem Thema Gesundheit zu beschäftigen. Auf die Frage, warum ihnen Gesundheit so wichtig sei, antworten viele, dass Gesundheit das Wichtigste im Leben ist und jeder Mensch glücklicher ist, wenn er gesund ist.“
AoG-Einsatzkraft Claudia Dirksen

Die beiden Einsatzkräfte beim Besuch eines Vortrags über Dengue-Prävention in einer kleinen mexikanischen Gemeinde durch die ausgebildeten „Promotores de salud“

November – Bahamas-Nothilfeeinsatz

Kristin übergibt einer Frau in der mobilen Gesundheitsstation auf den Bahamas Medikamente.

Nach den verheerenden Verwüstungen durch Hurrikan Dorian auf den Bahamas lief schnell die internationale Hilfe an – auch aus Deutschland.

Unsere amerikanische Partnerorganisation International Medical Corps (IMC) hatte AoG kontaktiert und um pharmazeutische Unterstützung gebeten. Vom 23. September – 06. Oktober 2019 machte sich unsere erfahrene AoG-Einsatzkraft Petra Isenhuth auf den Weg nach Freeport auf Grand Bahama, der größten und nördlichsten Insel des Bahamas-Archipels. Dort konnten wir vier Kliniken mit den nötigsten Medikamenten und medizinischen Produkten versorgen. Da eine regionale Klinik durch den Hurrikan zerstört wurde, errichtete IMC daraufhin eine Zeltklinik mit medizinischer Grundversorgung und einer kleinen Apotheke. Schwierig war die fachgerechte Lagerung der Medikamente: In den Zelten herrschten Temperaturen bis zu 35 Grad Celsius.

Fast zwei Monate nach dem Hurrikan waren dessen Auswirkungen immer noch deutlich zu sehen und unsere Hilfe wurde weiterhin dringend benötigt. So fuhr unsere zweite AoG Einsatzkraft, Kristin Hortmann, vom 17.Oktober – 07. November 2019 in den Einsatz. Als im November 2019 die Not auf den Bahamas immer noch groß und die Hilfe und pharmazeutische Kompetenz von Apotheker ohne Grenzen weiterhin benötigt wurden, flog Kristin zum 2. Mal auf die Bahamas, diesmal mit der Verstärkung von Apotheker Tobias Winter. Beide sind am 15. Dezember von ihrem Einsatz zurück in Deutschland.

Dezember – Regionalgruppe Berlin: Rixdorfer Weihnachtsmarkt

Pünktlich zum Nikolaus startete die Regionalgruppe Berlin wieder mit einem AoG-Stand auf dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt. Vom 06. – 08.Dezember 2019 gab es, neben frisch gebackenen Waffeln und selbst gewürztem Apfelpunsch, für die Kleinen auch ein lustiges Entenangelspiel mit tollen Preisen.

Vielen Dank für euren Einsatz!

Die Mitglieder der Regionalgruppe Berlin verkauften auf dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt fleißig Punsch und Waffeln – und informierten die Besucher nebenbei über AoG.

„GEDULD IST DAS ZUGPFERD DER HOFFNUNG.“ – Argentinisches Sprichwort

Kranke Kinder lassen Oma Clelia verzweifeln: Sie hat zwei von ihren eigenen vier Kindern viel zu früh verloren. Ihre erste Tochter Maria de los Angeles starb schon kurz nach der Geburt „Bei mir gab es keine Untersuchungen während der Schwangerschaft, so wie Ihr das im Gesundheitszentrum macht! Das ist so wichtig! Die Kleine hätte leben können. Heute finden sie rechtzeitig heraus, wenn etwas schief läuft.“

Laura, eine weitere Tochter starb mit 35 Jahren an Diabetes „Ihre Nieren waren kaputt. Im Krankenhaus sagten sie mir, das nichts mehr geht. Ich habe soviel geweint damals. Während sie es sagt, kommen wieder Tränen.

„Wenn die Arzneimittel nicht da sind, wenn man sie wirklich braucht, dann ist man schnell tot!“

Ihre Enkelin Melisa ist ihr Sonnenschein! Fieber, Husten und Mattigkeit bei der 8-Jährigen haben ganz schlechte Erinnerungen bei Clelia hochkommen lassen. „Auch meine jüngste Tochter Eva, die Mutter von Melisa, wäre fast gestorben. Sie hatte mit neun Jahren eine Gehirnentzündung, war schon mehr tot als lebendig: “Wenn Du keine Krankenversicherung hast, bist Du aufgeschmissen.“

Oma Clelia berichtet bei einem Besuch von Dr. Carina Vetye über ihren täglichen Kampf für ihre kleinen Enkelkinder.

Ein Leben mit Zukunft – Durch Medikamente

Melisa bekommt von der AoG-Apotheke im Gesundheitszentrum ein Antibiotikum und ein Fiebermittel und erholt sich schnell von der Lungenentzündung. Nur Dank AoG gibt es ausreichend Ärztinnen und Apothekerinnen mit Medikamenten im Health Center!

Auch Oma Clelia bekommt ihre Medikamente in der AoG-Apotheke: Sie hat zu hohen Bludruck, Gastritis und starke Schmerzen. „Ich habe zu früh arbeiten müssen, mein Körper ist kaputt. Mein Vater ist gestorben, als ich elf war. Ich wollte noch die 7. Klasse machen, aber ich musste jeden Tag Geld verdienen für meine kleineren Geschwister. Ich habe in einem Gemüsehandel mitgearbeitet, jeden Tag bis 18 Uhr, das war sehr hart. Ich wollte in die Abendschule gehen, aber das habe ich nicht ausgehalten, ich war ja nur ein Kind.“

Geduldig erklärt AoG-Apothekerin Dr. Carina Vetye die Verwendung der Salbutamol- und Budesonid-Dosieraerosole, bis Oma Clelia und Melisa es verstanden haben.

Die 64-Jährige hat ihr Leben lang schwer gearbeitet und hat trotzdem jetzt fast kein Geld. Die zwei Zimmerchen im Slum, in denen sie mit den zwei Enkeln und zwei weiteren Verwandten wohnt, hat sie mühsam in Jahrzehnten abzahlen können. Sie häkelt und strickt und versucht vom Verkauf dieser Sachen die beiden Enkel, Melisa und ihren kleinen Bruder Nazereno, zu ernähren. Denn ihre Tocher Eva ist nach der Gehirnentzündung anfällig geblieben, leidet jetzt an sehr schwerem Asthma und hat deshalb ihre beiden Kinder in die Obhut der Oma gegeben.

Das Milchpulver, das Clelia im Gesundheitszentrum bekommt, ist daher enorm wertvoll! „Die Kinder trinken gerne Milch und ich kann sie mir nicht leisten!“

In der Schule bekommen Melisa und ihr Bruder Nazareno auch zu essen, doch wenn sie krank sind und fehlen, fällt das Essen aus. Gesundsein ist wichtig! Sonst startet die Abwärtsspirale: Kranksein, weniger Essen und damit noch weniger Chancen, gesund zu werden und aus der Armut rauszukommen durch mehr Bildung!

Oma Clelia möchte, dass Melisa die Schule besuchen kann. Sie soll eine bessere Arbeit bekommen können!

Beide wissen, dass sie ihre Medikamente zuverlässig in der AoG-Apotheke bekommen.

„Ihr seid unheimlich wichtig für uns!“

Die Ärmsten der Armen brauchen unsere Hilfe

Im Gesundheitszentrum im Viertel „Villa Zagala“ in Buenos Aires bietet Apotheker ohne Grenzen im Team mit Ärztinnen, Hebammen und Krankenschwestern armen Familien Tag für Tag lebenswichtige Unterstützung: Wir begleiten Schwangere und Babys, beraten die oft sehr jungen Mütter und ermöglichen Familienplanung durch die Abgabe von Kontrazeptiva. Parasiten, Durchfall, Mangelernährung oder eine Lungenentzündung wie bei Melisa werden sofort behandelt. Kinder mit asthmatischen Problemen bekommen geeignete Asthmasprays. Auch Eltern und Großeltern versorgen wir mit den nötigen Medikamenten: So erhält Clelia endlich Arzneimittel gegen ihren Bluthochdruck und die starken Schmerzen.

Hier im Slum sind die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise in Argentinien mit Händen greifbar: 35% der argentinischen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Lebensbedingungen für die Menschen in den Slums sind verheerend. Über sechs Millionen Kinder leben in bitterer Armut. Sie leiden unter Mangelernährung und sind akut krankheitsgefährdet. Apotheker ohne Grenzen ist langfristiger Partner vor Ort und leistet seit 2008 bedarfsgerechte und nachhaltige Hilfe, etwa durch Aufklärung der Slum-Bewohner über gesunde Ernährung. Mit viel Geduld können wir den Familien Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben.

Das Gesundheitszentrum im Viertel „Villa Zagala“ in den Slums von Buenos Aires ist eine zuverlässige Stütze für viele Menschen.

Kompetenz rettet Leben

Das öffentliche argentinische Gesundheitssystem ist aufgrund der brutal angestiegenen Armut völlig überlastet. Zu viele Basisarzneimittel fehlen. Vertrauensvoll wenden sich die Menschen an Apotheker ohne Grenzen. Wir sind für die Menschen in „Villa Zagala“ eine verlässliche Stütze in der Gesundheitsversorgung. Wir bieten ihnen Zugang zu lebensrettenden Arzneimitteln. Melisa und ihre Familie ist eine von vielen, denen wir mit unserem Projekt helfen können.

Medikamentenausgabe beim Gesundheitszentrum.

Apotheker ohne Grenzen in der DR Kongo

Apotheker ohne Grenzen unterstützt ein neu eröffnetes Gesundheitszentrum in einem kongolesischen Armenviertel mit der Ausstattung und Einrichtung der Apotheke, schult das Personal vor Ort und finanziert die Beschaffung geeigneter Medikamente. So kann die Gesundheitsversorgung insbesondere der Kinder in der Region gewährleitet werden.

Das Mädchen Estelle aus Maluku wartet vor dem Ausgabefenster der Apotheke des Gesundheitszentrums auf ihre Medikamente.

Leben im ärmsten und reichsten Land der Welt

Die Demokratische Republik Kongo ist eines der Länder mit den reichsten Bodenschätzen und Rohstoffen der Welt – doch die Bevölkerung leidet bittere Armut. Seit der Unabhängigkeit 1960 herrschen große politische Instabilität, Korruption und Kriminalität. 70% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Bevölkerung wächst rasant, ein funktionierendes Gesundheitssystem fehlt bis heute. In den wenigen staatlichen Gesundheitseinrichtungen fehlt es an allem, an Medikamenten, Personal und einfachster Ausstattung wie Matratzen. Maluku ist eines der vielen Armenviertel vor den Toren der Hauptstadt Kinshasa, direkt am Kongo-Fluss.

Gesundheit als Schlüssel

Mit dem ‘Kongo-Projekt’ setzt Apotheker ohne Grenzen gezielt sein Fachwissen ein, um die pharmazeutische Versorgung der Menschen in Maluku zu verbessern: Die Partnerorganisation Hilfe für Menschen im Kongo baute hier vor acht Jahren ein Waisenhaus für die Straßenkinder von Kinshasa. 60 Waisenkinder können seither glücklich und beschützt aufwachsen und lernen in der Schule des Hilfsprojekts Lesen und Schreiben.

Die Kinder aus dem Waisenhaus in Maluku können, trotz schwieriger Lebensumstände, in die Schule gehen und brauchen keine Angst mehr vor dem Hunger zu haben.

Schnell war klar, dass Gesundheit der Schlüssel zur Zukunft für die Menschen der Region ist: Deshalb eröffnete der Verein Hilfe für Menschen im Kongo 2019 zusätzlich zum Waisenhaus ein Gesundheitszentrum mit dem Namen Nzoto Mpe Motema, übersetzt „Leib und Seele“. Dort können die Kinder des Waisenhauses sowie die rund 20.000 Bewohner Malukus betreut werden. Die nötige Versorgung mit Medikamenten und Hilfsmitteln war aber mit der Einrichtung des Gesundheitszentrums noch nicht gewährleistet – Hier sind Apotheker ohne Grenzen mit ihrer pharmazeutischen Kompetenz zur Stelle.

Der Andrang im Gesundheitszentrum ist groß, schnell hat sich herumgesprochen, dass es hier medizinische und pharmazeutische Versorgung gibt.

Inzwischen nehmen sogar Menschen aus Brazzaville, der Hauptstadt der benachbarten Republik Kongo auf der gegenüberliegenden Flussseite, den Weg auf sich, um hier Hilfe in der Not zu finden. Manche überqueren den Fluss mit kleinen pirogues, Kanus. Viele Patienten aber, die sich diesen teuren Transport nicht leisten können, schwimmen nach Maluku, soweit sie genügend Kraft dazu haben. Vorherrschende Krankheiten sind Malaria, Anämien, Magendarmerkrankungen sowie Infektionen. Ein weiteres Problem ist die schlechte Mutter‐Kind‐Versorgung in der Region.

So funktioniert eine Apotheke in Afrika

Die Aufgaben in der Apotheke in Nzoto Mpe Motema unterscheiden sich nicht viel von denen in anderen Apotheken auf dieser Welt. Täglichen werden Temperaturkontrollen der Kühlräume durchgeführt, das Budget wird geplant und der Arzneimitteltransport transportiert. Bei den hohen Temperaturen stellt der Transport von gekühlten Medikamenten und Einhaltung von Kühlketten eine besondere Herausforderung dar. Die von Apotheker ohne Grenzen eingerichtete Apotheke verwendet keine Arzneimittelspenden aus Deutschland, sondern kauft die benötigten Medikamente in enger Zusammenarbeit mit dem lokalen Krankenhauspersonal und den Ärzten bedarfsgerecht ein.

Die Apothekerin Iris Ferchland-Howe während ihres Kongo-Einsatzes bei der Arbeit in der Apotheke.

Manchmal unterscheidet sich die pharmazeutische Arbeit in Maluku aber doch von der, in einer deutschen Apotheke. Die Apothekerin Iris Ferchland-Howe, die für Apotheker ohne Grenzen im Juli 2019 das Projekt besuchte, gibt Einblick, was sie beim Besuch bei einem Großhändler in Kinshasa erlebte:

„Die Wahl des lokalen Großhändlers überprüfen wir sorgfältig, denn nicht immer sind Qualität und Arzneimittelsicherheit gewährleistet. Hier scheint auf den ersten Blick Chaos zu herrschen. Die große Halle ist überfüllt von Menschen, es ist ohrenbetäubend laut. Dennoch überzeugten uns schließlich Dokumentation, Lagerhaltung und die Ausbildung des Personals dieses Großhändlers. Inzwischen ist unsere Apotheke in Maluku gut ausgestattet, so dass nicht nur Tropenkrankheiten wie Durchfälle, Entzündungen, Infektionen, Parasiten behandelt werden können, sondern auch Bluthochdruck, Asthma oder Diabetes. Auch die schlechte Mutter‐Kind‐Versorgung und die Mangelernährung zahlreicher Kinder können wir endlich wirksam bekämpfen.“

Apotheker ohne Grenzen möchte den Menschen in und um Maluku weiterhin eine ausreichende Versorgung mit Basisarzneimitteln garantieren und ihre Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern.

Spenden statt Schenken

So können Apotheken AoG in der Weihnachtszeit unterstützen

Weihnachten steht vor der Tür und in den Apotheken beginnen die Vorbereitungen um Kunden und Geschäftspartnern an Weihnachten eine kleine Freude zu machen. Tees werden abgefüllt, Kerzen oder Dufttücher bestellt und Handcremes angerührt. Doch ist das wirklich nötig? Wäre es nicht schöner, den Menschen eine Freude zu bereiten, die nur mit Mühe an lebenswichtige Medikamente kommen?

„Wer nichts für andere tut, tut nichts für sich.“
J. W. von Goethe

Statt Weihnachtsgeschenke für Kunden – eine Spende an AoG

Schon im letzten Jahr haben sich einige Apothekerinnen* dazu entschieden Apotheker ohne Grenzen mit einer Weihnachtsspende zu unterstützen. Anstatt ihren Kunden und Geschäftspartnern ein kleines Geschenk um die Weihnachtszeit zu überreichen, entschieden sich die Apotheken dazu, einen feste Betrag an AoG zu spenden.

Auch dieses Jahr freuen wir uns über jede Apotheke, die sich zu dieser Weihnachtsaktion entschließt! Denn eine sinnvolle und nachhaltige Alternative zu Weihnachtsgeschenken ist eine Spende, die Menschen in Not mit lebenswichtigen Medikamenten unterstützt!

„Wir sind sicher, dass wir damit mehr Freude schenken, als vielen eine Kleinigkeit zu überreichen. Wir hoffen, dass diese Entscheidung auch in Ihrem (der Apothekenkunden) ist.“
Thomas Weißenborn und das Team der „Weißenborn Apotheken“ – 2018

Um auch Ihren Kunden damit eine Freude zu machen, kann das Engagement natürlich in der Apotheke bekannt gemacht werden. Gerne unterstützen wir bei der Gestaltung von Weihnachtskarten, einem Spruch oder einem Bild für Ihre Apotheke.

Setzen auch Sie ein Zeichen für eine gesündere Welt und machen mit bei „Spenden statt Schenken“

Einsatzkräftefürsorge bei Apotheker ohne Grenzen

Bericht über das erste PEERS-Wochenende

Einsatzkräftefürsorge ist ein wichtiges Thema bei Apotheker ohne Grenzen und nicht erst nach dem Oxfam-Skandal. Um unsere Einsatzkräfte vor, während und nach einem Einsatz auf allen Ebenen gut zu betreuen, verteilen wir diese Aufgaben auf „mehrere Schultern“. Hierbei geht es nicht um inhaltliche Betreuung für den Einsatz, sondern ausschließlich um das Thema der Betreuung und Begleitung auf einer „sozialen Ebene“.

In speziellen Peers-Schulungen schult AoG daher erfahrene Einsatzkräfte und sensibilisiert sie für Themen wie Betreuung, empathische Gesprächsführung und wie man sich richtig verhält, wenn eine Person traumatisiert ist.

Jede Einsatzkraft soll einen „Peer“ in Deutschland haben, jemand der selbst im Einsatz war und der die Person im Einsatz durch Treffen, Kontakt und Gespräche begleitet. Das Wort Peers kommt in diesem Zusammenhang von Peer-Beratung und bezeichnet eine Beratung durch Menschen mit denselben Merkmalen bzw. in derselben Lebenssituation wie der Beratene.

Vortrag beim ersten PEERS-Wochenende von Apotheker ohne Grenzen

Es geht darum Momente zu erkennen in denen eine Einsatzkraft überfordert ist und eventuell weitere Hilfe benötigt. Der Einsatzkraft soll zur Seite gestanden werden und es soll sich um ihr seelisches Wohl gekümmert werden. Dazu gehört beispielsweise, dass die Einsatzkraft am Flughafen verabschiedet und empfangen wird und dass man während des Einsatzes immer wieder Termine für kurze Gespräche vereinbart und der Einsatzkraft dadurch die Möglichkeit gibt, über schwierige Vorfälle und Probleme zu sprechen.

Im Vordergrund stehen die Noteinsätze, jedoch möchte AoG auch Langzeit-Einsatzkräften und bei Bedarf auch Kurzzeit-Einsatzkräfte in den Entwicklungsprojekten diese Option der zusätzlichen Betreuung anbieten.

Ein kleiner Bericht über das 1. PEERS-Wochenende von Justus Schollmeier, AoG-Mexiko-Koordinator und bald ausgebildeter AoG-Peers:

Letztes Wochenende trafen sich im „Panarbora“, ein Naturpark mit Jugendherberge zwischen Köln und Siegen, 18 hochmotivierte und engagierte Apotheker ohne Grenzen aus ganz Deutschland zur PEER Fortbildung. Keiner von uns konnte sich so richtig etwas unter dem Begriff PEER vorstellen und jeder von uns ist mit einer hohen Erwartungshaltung per Bus, Auto oder Zug angereist.

In den folgenden drei Tagen wurden innerhalb der Fortbildung Vorträge zu verschieden Themen gehalten wie zum Beispiel Stress, Psychotraumatologie und empathischer Gesprächsführung. Verhaltenscoach Andreas Hänsel, bei Apotheker ohne Grenzen schon bestens bekannt aus den jährlichen AoG-Einsatzkräfteschulungen, verstand es mithilfe von bildhafter Sprache komplexe Themen ganz simpel erscheinen zu lassen und auf jede einzelne Teilnehmerfrage einzugehen und die richtige Antwort zu finden. Die perfekte Organisation des Wochenendes führte dazu, dass jeder sich sehr wohl fühlte und alles reibungslos funktionierte.

Parallel zu den Vorträgen erarbeiten wir in Gruppenarbeit Fragen, die es für ein für AoG maßgeschneidertes PEER‘s Konzept zu beantworten galt. So konnten wir unter anderem die unterschiedlichen AoG-Einsatzarten definieren, welche eine kongruente PEER Betreuung nötig machen.

Dabei wirkte sich das über die Jahre angesammelte Know-how der AoG-Mitglieder und die hohe Motivation jedes einzelnen synergistisch auf das Ergebnis aus.

Innerhalb von Rollenspielen wurde das angelernte Wissen direkt in die Praxis umgesetzt. Dabei konnten wir das Thema empathische Gesprächsführung direkt üben und uns beide Perspektiven, also die des PEERs und die der Einsatzkraft, genauer anschauen.

Diese positive Dynamik begleitete uns von Anfang an und so ist jeder von uns mit einer großen Vorfreude auf das nächste Peers-Schulungs-Wochenende, welches Anfang Februar stattfinden wird, nach Hause gefahren.

Die TeilnehmerInnen des ersten PEERS-Wochenendes

Justus Schollmeier, letztes Jahr im Einsatz für AoG in Mexiko

Mich hat das Wochenende unheimlich weitergebracht, da ein Perspektivwechsel wie ich ihn in dieser Fortbildung erlebt habe, bei der Lösung von Alltagsproblemen sehr hilfreich ist.

Apotheker ohne Grenzen – Sommertour 2018

Die Apotheker ohne Grenzen auf Tour

Apotheker ohne Grenzen (AoG) organisiert eine Sommertour, bei der ein VW-Bus mit AoG- und Sponsor-Logos vom 18. August bis zum 13. Oktober 2018 quer durch Deutschland fährt. In über 25 Städten von Kiel bis München legt der AoG-Bus einen Stopp ein. Organisiert werden dabei Spenden- und Informationsveranstaltungen auf öffentlichen Plätzen, bei Festen und vor Apotheken.

Dabei wird es verschiedenste Aktionen geben: Von Vorträgen über unsere Arbeit, Spenden sammeln bei Unterstützern, Vorträge und Infoveranstaltungen an den Unis für Pharmaziestudenten – ein kurzer Stopp auf einem Marktstand um Interessenten zu informieren – oder auch die Teilnahme an einem Charity-Sport-Event.

Ziel ist es, den Verein und die weltweite Arbeit von Apotheker ohne Grenzen bekannter zu machen und weitere Unterstützer zu gewinnen, aber auch über wichtige Themen wie Arzneimittelspenden aufzuklären. Getragen wird die Tour ausschließlich von den AoG-Mitgliedern, die in ihren Regionalgruppen den Bus und die Veranstaltungen ehrenamtlich organisieren und betreuen. Die Tour endet auf der Expopharm in München, der größten pharmazeutischen Fachmesse Europas. Hier werden alle gesammelten Spenden dem Verein übergeben.

Viel Interesse für den Infostand der Apotheker ohne Grenzen am Florakiezfest Berlin

Welchen Ort wir als nächstes besuchen, können Sie mit unserem Eventkalender nachverfolgen.

Schauen Sie auch bei unserer Facebook-Präsenz der Sommertour 2018 vorbei. Hier gibt es spannende Fotos und Geschichten.

Falls Sie Presseanfragen haben, weiteres Fotomaterial benötigen oder allgemeine Fragen über unsere Sommertour 2018 haben, können Sie Kira Morandin kontaktieren:

Kira Morandin

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising

e-mail: k.morandin@psfde.org

Auftakt zum neuen AoG-Projekt in Bangladesch

Ein Interview mit unseren Einsatzkräften

Im Februar waren die zweite Vorsitzende von Apotheker ohne Grenzen, Dr. Petra Lange, und unser Pharmazeut im Praktikum, Dominik Walther, für 10 Tage in Bangladesch in den Flüchtlingslagern der Rohingya, um sich einen Überblick über die Lage der Geflüchteten zu machen. Seit letztem Jahr unterstützt AoG dort ein Hilfsprojekt der maltesischen Hilfsorganisation MOAS (Migrant Offshore Aid Station). Zum ersten Mal waren AoG Einsatzkräfte selber vor Ort, verschafften sich einen Überblick über die zukünftigen Aufgaben von AoG im Flüchtlingslager und kamen mit vielen Eindrücken zurück.

AoG: Petra und Dominik, Ihr beide habt eine, wie ich vermute, aufregende Projektreise für AoG nach Bangladesch hinter euch. Wie verliefen eure An- und Abreise?

Dr. Petra Lange: Abgesehen von der relativ langen Reisedauer von jeweils etwa 24 Stunden verlief die An- und Abreise entspannt. Dominik und ich haben uns in Doha getroffen und sind zusammen über Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, nach Cox`s Bazar geflogen. Am Flughafen wurden wir dann von MOAS in Empfang genommen. Die Abreise verlief ebenfalls unkompliziert, jedoch erneut sehr zeitaufwändig.

AoG: Dominik, für dich war es der erste Auslandseinsatz für AoG. Wie liefen die Vorbereitungen? Hast du dir vorher einige zusätzliche Impfungen geben lassen?

Dominik Walther: Der Anfang des Jahres stand bei mir ganz im Zeichen der Vorbereitungen. In meinem Fall war es natürlich praktisch, dass das Planen von Auslandseinsätzen unserer Mitglieder als Pharmazeut im Praktikum ein Teil meiner Tätigkeiten im AoG-Büro ist. Daher hatte ich in diesem Bereich bereits ausreichend Erfahrung gesammelt. Ich war noch einige Male im Outdoorladen und bei der Impfstelle kennen Sie mich jetzt persönlich.

AoG: Petra, du bist hinsichtlich der Nothilfe eine der erfahrensten AoG-Einsatzkräfte, warst unter anderem 2015 nach dem Erdbeben in Nepal, 2013 nach dem Wirbelsturm auf den Philippinen und 2010 auf Haiti. Was „reizt“ dich an diesen Einsätzen?

Dr. Petra Lange: Ich weiß nicht so ganz, ob „reizen“ das richtige Wort ist. Es ist eine Kombination aus Vielem: zum einen weiß man nie genau, was einen erwartet, das macht es bis zu einem gewissen Punkt spannend, zum anderen kann man ganz unmittelbar helfen. Auch die Menschen mit ihren unterschiedlichen Kulturen, die man kennenlernt, spielen eine Rolle. Darüber hinaus habe ich in den verschiedenen Hilfsorganisationen, mit denen wir zusammenarbeiten, immer wieder faszinierende, Menschen getroffen, die idealistisch das gemeinsame Ziel verfolgen, den Menschen ein Leben in Würde und Gesundheit zu ermöglichen.

AoG: Dominik, du bist aktuell PhiP in unserer Geschäftsstelle, inwieweit konntest du von Petras Erfahrungen profitieren?

Dominik Walther: Bei meinem ersten Einsatz mit einer so erfahrenen Einsatzkraft wie Petra reisen zu können, war für mich natürlich großes Glück. Das hat mir ein Stück Gelassenheit gegeben und ich konnte mir viel abgucken.

AoG: Ihr wart in einem Flüchtlingslager der aus Myanmar geflohenen Rohingya in Cox´s Bazar in Bangladesch. Wie können wir uns das Leben in einem solchen Lager vorstellen?

Dr. Petra Lange: Das Leben im Lager ist geprägt vom Überleben. Die Menschen haben leider keine großen Optionen. Ein kleiner Teil arbeitet als Tagelöhner, aber der größte Teil hat keine große Möglichkeit viel zu tun. Darüber hinaus sind die Menschen stets darauf aus, täglich ihr Überleben zu organisieren: an den vorhandenen Brunnen wird Trinkwasser geschöpft, bei der Essensausgabestelle wird zweimal wöchentlich stundenlang für Reis, Öl und Linsen angestanden, außerhalb des Camps organisiert man sich Feuerholz, wenn man erkrankt ist, geht man zu den kleinen Gesundheitsstationen, die es im Camp gibt. Ansonsten gibt es viele spielende Kinder, die sich mit allem beschäftigen, was sie finden – Spielen mit Spielsachen, so wie wir es in Deutschland kennen, gibt es dort natürlich nicht.

AoG: Und was ist deiner Meinung nach die größte Herausforderung hinsichtlich der Organisation und Verwaltung eines solchen Flüchtlingslagers?

Dr. Petra Lange: Es kommt auf das Flüchtlingslager an. Man hat teilweise Lager mit 10.000 – 135.000 Flüchtlingen, aber auch das „Megacamp“ (Kutupalong) mit über 600.000 Flüchtlingen. Je kleiner das Camp, umso leichter ist die Organisation. Vor allem in Kutupalong ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Daher ist das Flüchtlingslager in Blöcke unterteilt, um sicher zu stellen, dass die Menschen mit der ihnen zugedachten Unterstützung in Form von Lebensmitteln oder medizinischer Hilfe versorgt werden. Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass bisher nicht so viele Hilfsorganisationen vor Ort sind, so dass es permanent eine große Herausforderung ist, Hilfe für alle zur Verfügung zu stellen.

AoG: Dominik, wie habt ihr die Bewohner des Lagers erlebt, hattet ihr persönlichen Kontakt?

Dominik Walther: Ein persönlicher Austausch gestaltete sich aufgrund der Sprache tatsächlich schwierig. Die meiste Zeit haben wir in den beiden Gesundheitsstationen unserer Partnerorganisation MOAS gearbeitet, da hat man natürlich die Erkrankungen und das Leid mitbekommen. Auf kurzen Spaziergängen durch die Camps konnte man sehen, unter welchen Umständen die Menschen leben und was sie in den letzten Monaten durchgemacht haben müssen. Aber kommt dann ein Lächeln oder Winken zurück, sagt das mehr als tausend Worte.

Die kleinen Campbewohner freuen sich über AoG-Buttons. © MOAS/Dale Gillett

AoG: Petra, für unseren Verein ist die Unterstützung eines so großen Flüchtlingsprojektes eine große Herausforderung. AoG unterstützt ja bereits eine Klinik im türkisch-syrischen Grenzgebiet, die sich überwiegend um Flüchtlinge kümmert und die du in den vergangenen Jahren mehrfach besucht hast. Wo siehst du Parallelen und was waren die größten Unterschiede?

Dr. Petra Lange: Ein großer Unterschied beider Projekte ist sicherlich, dass in Bangladesch die Flüchtlinge im Camp leben und dort versorgt werden und wir in Antakya, an der türkisch-syrischen Grenze, eine Klinik unterstützen, die Flüchtlinge behandelt, die irgendwo in der Stadt verstreut wohnen, sei es bei Freunden, Verwandten, in angemieteten Wohnungen oder sonst wo. Das Arbeiten in den Camps in Bangladesch ist daher noch direkter. Eine Parallele ist die Traumatisierung der Flüchtlinge. Viele sind traumatisiert und haben unterschiedlichste Gewalterfahrungen hinter sich. Darüber hinaus zählen in beiden Hilfsprojekten vor allem Kinder und Frauen zu den Patienten. Beiden Projekten ist leider die vermeintliche Hilflosigkeit gemein und kein Ausblick auf Besserung, da beide Krisen noch lange andauern werden.

AoG: Du sprichst von vermeintlicher Hilflosigkeit. Kannst du uns etwas über die Aufgabe von AoG im neuen Projekt in Bangladesch sagen?

Dr. Petra Lange: Apotheker ohne Grenzen wird in dem neuen Projekt die Arbeit von MOAS unterstützen. MOAS betreibt in den Flüchtlingslagern Shamlapur (ca. 10.000 Menschen) und Unchiprang (ca. 21.000 Menschen) jeweils ein Gesundheitszentrum, in denen mit Hilfe von insgesamt 8 einheimischen Ärzten, 4 Krankenschwestern, 2 Apothekern und 2 Apothekenhelfern pro Tag etwa 400 Patienten versorgt werden. Dabei unterstützt AoG zum einen die Arzneimitteleinkäufe hinsichtlich Auswahl der Arzneimittel und Kostenübernahme, zum anderen werden die Ärzte und das Apothekenpersonal in den Gebieten Lagerhaltung, Abgabe der Arzneimittel und weiterer pharmazeutischer Tätigkeiten geschult. Bei unserem ersten Besuch haben wir die vorhandenen Arzneimittel sortiert, inventarisiert und Regale für auf den Boden gelagerte Kartons bauen lassen. Darüber hinaus haben wir erste kleine Schulungen durchgeführt. Die Ärzte wurden beispielsweise sensibilisiert, sich an der “Essential Drug List“ der WHO zu orientieren, oder das Apothekenpersonal wurde über die korrekte Menge Wasser bei der Einnahme von oraler Rehydratationslösung aufgeklärt. Ferner wurden stichprobenartig Arzneimittel mit nach Deutschland genommen, um vom Deutschen Zentrallabor ihre Qualität überprüfen zu lassen.

Dr. Petra Lange im Austausch mit den Apothekenmitarbeitern der MOAS-Gesundheitsstation in Unchiprang.

Dominik Walther bei der Arzneimittelabgabe in Shamlapur.

AoG: Eine sehr umfassende Unterstützung, die direkt bei den Menschen ankommt und ihnen ein Stück weit Hoffnung zurückgibt.

Dr. Petra Lange: Ja, das hoffen wir!

AoG: Dominik, in Bangladesch steht die Monsunzeit kurz bevor. Wie bereiten sich die Bewohner aber auch die Verwaltung des Flüchtlingslagers darauf vor?

Dominik Walther: Es werden Sandsäcke gestapelt und Gräben gezogen, manche Gesundheitsstationen müssen umgesiedelt werden. Die Essensausgabe wird auf hochkalorische Kekse umgestellt, falls die Geflüchteten anderweitig nicht mehr versorgt werden können. Da das Gelände sehr hügelig und kahlgeschlagen ist, ist der Untergrund instabil und bei den zu erwartenden Regenmassen ist davon auszugehen, dass viele Hänge abrutschen werden. Die Not vor Ort ist enorm und man will sie sich schon gar nicht in der Monsunzeit vorstellen.

AoG: Was hat dich bei deinem ersten Auslandseinsatz am meisten beeindruckt und kannst du anderen Menschen empfehlen, sich für eine gemeinnützige Hilfsorganisation wie Apotheker ohne Grenzen zu engagieren?

Dominik Walther: Der Blick im „Megacamp“ Kutupalong, dem größten Flüchtlingscamp der Welt, wird mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. In jede Himmelsrichtung notdürftige Hütten aus ein paar Bambusstangen und Planen, soweit das Auge reicht. Diese Erfahrung und das Gefühl unmittelbar helfen zu können, motiviert mich, mich noch stärker zu engagieren – denn die Hilfe wird dringend benötigt.

Der Blick über das weltgrößte Flüchtlingscamp Kutupalong.

AoG: Liebe Petra, lieber Dominik, wir danken euch für eure Eindrücke aus dem Flüchtlingslager der Rohingya in Bangladesch und hoffen, dass das AoG-Projekt weiterhin erfolgreich verlaufen wird und wir viele Menschen auf dem Weg in eine gesündere Zukunft begleiten dürfen.

Ein Gruppenbild zum Abschied.

AoG wird künftig MOAS bei der Arzneimittelbeschaffung unterstützen und mit pharmazeutischer Kompetenz zur Seite stehen.

Wollen auch Sie das neue Projekt unterstützen? Wir freuen uns über Ihre Spende.

Fortbildung in Tübingen

Dr. Petra Lange berichtet von einer interessanten Fortbildungsmöglichkeit

Im Sommer dieses Jahres wird an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zum dritten Mal der Kurs „Pharmazie in Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe” angeboten. Der Kurs richtet sich zum einen an Studierende nach dem 1. Staatsexamen im Rahmen des Wahlpflichtfaches aller deutschen Hochschulstandorte und zum anderen an approbierte ApothekerInnen.

Die Themen des Kurses reichen über den “Aufbau von Gesundheitssystemen in Entwicklungsländern”, der “Qualitätssicherung der Arzneimittellogistik”, über Arzneimittelfälschungen bis hin zu Themen aus dem Bereich der Katastrophenpharmazie.

Ich selber durfte in den ersten beiden Jahren der Veranstaltung Vorträge zum Thema “Arzneimittelbeschaffung und Patientenversorgung in internationalen Katastropheneinsätzen”, inklusive der Betreuung einer Projektarbeit übernehmen. Der Kurs gibt einen sehr guten Überblick, was Pharmazie in der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe bedeutet. Dabei habe ich die Kursteilnehmer als eine “kleine Familie” erlebt, die so unterschiedlich sie auch waren, doch eine gemeinsame Sache im Blick hatten.

Bei den vergangenen Kursen haben auch immer wieder Mitglieder von Apotheker ohne Grenzen teilgenommen, neues dazugelernt und viel Positives berichtet. Elke Althöfer-Blautzik beispielsweise sagte mir, “dass der Kurs sehr hilfreich für ihren zweimonatigen Einsatz auf den Philippinen ist.” 

Professor Lutz Heide und Apothekerin Christine Häfele-Abah, MSc Int. Health, die gemeinsam den Kurs leiten, schließen eine wichtige Lücke im Rahmen der pharmazeutischen Ausbildung und ermöglichen einen Blick über den Tellerrand. Dabei haben sie es geschafft, viele interessante und erfahrene Referenten, aus ganz unterschiedlichen Bereichen und NGOs für diesen Kurs zu gewinnen.

In diesem Jahr wird unsere AoG-Projektkoordinatorin für Argentinien Dr. Carina Vetye zwei Vorträge im Rahmen des Kurses halten. Sie berichtet über „Arzneimittelbeschaffung und Patientenversorgung in internationalen Katastropheneinsätzen“ und stellt das Interagency Emergency Health Kit (IEHK) vor, das auch AoG im Einsatz benutzt und das dafür ausgelegt ist, 10.000 Menschen für drei Monate mit den wichtigsten Arzneimitteln zu versorgen.

Die Ausschreibung des Kurses, weitere Informationen und die Anmeldung findet ihr unter folgendem Link.

Die Absolventen 2017L.Heide/Uni Tübingen)

Unterstützen Sie die Einsätze von Apothekerinnen und Apothekern in der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe und spenden Sie jetzt!

Unsere AoG-Regionalgruppen

Es stellt sich vor: Die Regionalgruppe Kiel

Kieler Regionalgruppentreffen im Winter 2017/18

Bereits im ersten Jahr konnte unsere Regionalgruppe regen Zuwachs an Mitgliedern verzeichnen und dabei bildete sich eine engagierte, kreative und lustige Truppe aus Pharmaziestudierenden, Apotheker/innen und Promovierende/n.

Da es uns bislang an den nötigen Schulungen für einen Auslandseinsatz mangelt, haben wir einfach selbst ein paar Projekte und Aktionen bei uns vor Ort angestoßen. Hauptaugenmerk lag im ersten Jahr darauf bekannter zu werden und dabei zu vermitteln, wofür unser Verein steht.

Dies konnten wir durch eine öffentliche Vortragsreihe an der Universität und ein Beachvolleyballturnier an der Kiellinie erreichen. Nicht zuletzt die mediale Aufmerksamkeit mit mehreren Zeitungsartikeln und Radiointerviews half dabei, die Bekanntheit unserer Regionalgruppe und des gesamten Vereins zu steigern. Außerdem konnten wir durch unsere Aktionen bereits einige Spendeneinnahmen in die Geschäftsstelle nach München schicken, um die Projekte von AoG auch finanziell zu unterstützen.

Vortragsabend an der Uni Kiel

Beachvolleyballturnier an der Ostsee im Sommer 2017

Ein Beachvolleyballturnier soll auch dieses Jahr wieder stattfinden: Am 01.07.2018 findet das Turnier von und mit Pharmazeuten und Freunden bei uns im schönen Norden statt. Weitere Infos werden Ihnen bald über Facebook und via E-Mail zugehen.

Bei Fragen zum Turnier oder allgemein zu unserer Regionalgruppe, können Sie sich über regionalgruppe.kiel.aog@web.de gerne bei uns melden. Wir freuen uns über Ihre Post!

Auch in anderen deutschen Städten hat AoG aktive Regionalgruppen. Eine Liste dazu finden Sie hier.

Als Mitglied der Apotheker ohne Grenzen können Sie sich nicht nur aktiv an Projekten und Aktionen beteiligen und somit unsere Vision von einer gesünderen Welt mit Leben füllen, sondern auch an Einsatzschulungen teilnehmen und sich mit Gleichgesinnten sozial engagieren!

„Apotheker ohne Grenzen“ goes Hollywood

AoG folgt einer Einladung des Partners IMC zu einer gemeinsamen Nothilfe-Simulation

AoG-Einsatzkraft Jochen Wenzel während der Nothilfe-Simulation

Die US-amerikanische Hilfsorganisation IMC ist seit dem gemeinsamen Nothilfe-Einsatz in der Karibik 2016 Partner von AoG. Bereits 2017 erfolgte ein weiterer Einsatz mit IMC nach dem Wirbelsturm „Maria“, der die pharmazeutisch-medizinischen Versorgungsstrukturen der Karibikinsel Dominica komplett zerstört hatte.

Während der Simulation wurden der Ausbruch einer Cholera-Epidemie, ein Katastrophenfall, sowie die Behandlung chronisch unterernährter Kinder im Krisengebiet nachgestellt. Nach einer thematischen Einführung in die jeweilige Materie wurden die drei Notfälle im extra dafür aufgebauten Field Hospital praktisch simuliert.

Die Simulation war eine großartige Gelegenheit für uns, die Bedeutung von Pharmazeuten in der Nothilfe zu verdeutlichen, wofür wir sehr viel positives Feedback von den anderen Teilnehmern bekamen. Neben Vertretern von IMC und AoG nahmen weitere Einsatzkräfte aus US-amerikanischen Krankenhäusern aus Stanford und Massachusetts sowie von Rescue Global aus Großbritannien teil.

Die Simulation war eine hervorragende Möglichkeit die zukünftige Zusammenarbeit von IMC und AoG zu optimieren. Wir können uns nun noch gezielter auf die gemeinsamen Nothilfeeinsätze vorbereiten, voneinander profitieren und noch enger zusammenarbeiten.

Bei einer künftigen Naturkatastrophe werden wir somit noch besser vorbereitet und abgestimmt in den Einsatz gehen können. Weiter werden wir auch dieses Jahr wieder Einsatzkräfte in unseren Schulungen vorbereiten. Dies gehört zu unserer Vereinsarbeit dazu und wir freuen uns über die vielen Anfragen und Anmeldungen. Wie bei unseren Projekten sind wir auch bei den Schulungen auf Ihre Unterstützung angewiesen. Mit den Beiträgen der Teilnehmer decken wir einen Teil der Unkosten, freuen uns aber über jede weitere Unterstützung.