: Karibik

AoG im Nothilfeeinsatz in der Karibik

Die Apotheker ohne Grenzen beenden den Einsatz im Hurrikan-Katastrophengebiet

Im September 2017 zogen drei gefährliche Hurrikans, Irma, Maria und José, mit Windgeschwindigkeiten bis zu 260 Km/Stunde über die Karibik hinweg und hinterließen nahezu komplett zerstörte Inseln.

Die Pan American Health Organisation (PAHO) benötigte im Bereich Pharmazie zusätzliche Hilfe. Die Apotheker ohne Grenzen (AoG) wurden von der amerikanischen, medizinischen Hilfsorganisation International Medical Corps (IMC) gebeten, im unabhängigen Inselstaat Dominica die pharmazeutische Versorgung zu übernehmen.

Laut UN OCHA, der Koordinierungsstelle für humanitäre Hilfe, waren fast alle 72.000 Bewohner auf Hilfe in allen Bereichen angewiesen; sie leben in der Hauptsache vom Tourismus und der Landwirtschaft – beide Bereiche werden viele Jahre und zusätzliche Unterstützung benötigen, um sich von den Schäden zu erholen.

Ab dem 09.10. war das erste Einsatzteam, bestehend aus Yasmin Thabet und Bettina Rüdy, unterwegs. Am 11.10 kamen Sie in Roseau, der Hauptstadt Dominicas an. Bei Ihrer Ankunft in der Hauptstadt Roseau stellten die Apothekerinnen schwere Schäden auch in der Zentralapotheke fest: „Der Lagerraum mit den Medizinprodukten wurde sehr stark beschädigt. Das Dach ist weggeflogen und der Raum wurde überschwemmt. Wir haben viele alte Medizinproduktspenden gefunden, oft bereits abgelaufen oder jetzt durch das Wasser unbrauchbar.

Die beiden waren in allen Teilen der Insel unterwegs, um dort Gesundheitsposten und Krankenhäuser zu besuchen und die Lage sowie die pharmazeutische Versorgungssituation zu evaluieren.  Yasmin Thabet berichtet: „In La Plaine wohnen circa  4.000 Einwohner, es gibt dort nur einen Apotheker, der 24 Stunden Rufbereitschaft machen muss. Sein Lager wurde zerstört und er fährt und wandert (!) mit einem Koffer, darin die verbliebenen Medikamente, von Dorf zu Dorf.

Nach Bettina Rüdy war Maruschka Hofer, PTA aus Hamburg, bis zum 8. November vor Ort. Sie unterstützte Yasmin Thabet bis zu ihrer Abreise, arbeitete alleine weiter und nahm dann Anfang November das letzte AoG-Team in Empfang: Apothekerin Barbara Weinmüller aus München und PTA Simone Harries aus Biessenhofen haben bis zum 18. November weiterhin die lokalen pharmazeutischen Strukturen unterstützt und wichtige Themen übernommen: Neben der Verteilung der Ressourcen und dem bedarfsgerechten Einkauf, um Lücken in der Arzneimittelversorgung zu schließen, standen vor allem die Inventarisierungen während des Einsatzes im Vordergrund. Die akribische Arbeit aller ehrenamtlich tätigen Kolleginnen hat Erfolg gezeitigt: Größere Fehlbestellungen – wegen vor Ort mangelnder Fachkenntnisse oder aufgrund nicht inventarisierter Bestände – konnten verhindert werden. Das pharmazeutische Wissen und Know-How der AoG Einsatzkräfte hat es ermöglicht, dass die richtigen Arzneimittel in der richtigen Menge für die Bedürftigen vorhanden und nachbestellt werden konnten.

Eliette Fischbach, Geschäftsführerin der AoG, zum Hilfseinsatz: „Sehr viele Menschen litten unter den Hurrikan-Folgen und benötigten dringend Hilfe, auch nachdem die deutschen Medien nicht mehr von den Schäden der Hurrikans berichtet haben. Die Kompetenz unserer Einsatzkräfte in Haiti im vergangenen Jahr, hat IMC zu dieser Anfrage geführt. Auch dieses Mal konnten die Apotheker ohne Grenzen vor Ort viel bewegen.

Nach der Nothilfe ist vor der Nothilfe – Wir bereiten durch unsere Schulungen unsere Einsatzkräfte weiter aus und bleiben in engem Austausch mit Partnerorganisationen. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung:

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Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. 

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Photografien: © Ken Cedeno 2017