: Deutschland

Ein halbes Jahr als PhiP bei Apotheker ohne Grenzen

Multitasking und spannende Einblicke in eine NGO

Mein Name ist Irene und ich habe im Jahr 2018 sechs Monate meines praktischen Jahres bei Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. (AoG) verbracht. Jede angehende Apothekerin und Apotheker muss in der Ausbildung ein praktisches Jahr absolvieren. Die eine Hälfte des praktischen Jahres muss in einer Apotheke abgeschlossen werden und die andere Hälfte kann zum Erkunden der anderen pharmazeutischen Bereiche genutzt werden. Dabei darf frei gewählt werden, ob man sechs Monate in einer Krankenhausapotheke arbeitet, in die Industrie hineinschnuppert oder ob man Erfahrungen in einer Hilfsorganisation mit direktem Bezug zur Pharmazie, wie bei Apotheker ohne Grenzen, sammelt.

Ich bin die 7. Pharmazeutin im Praktikum (PhiP), die in der Geschäftsstelle in München arbeiten durfte. Die Geschäftsstelle ist klein, einschließlich mir arbeiten fünf weitere Personen im Büro – die Arbeitsatmosphäre ist entspannt und familiär.

Meine Aufgaben

Ich habe zum ersten Mal Einblicke in die Arbeit einer NGO bekommen und nehme viele lehrreiche Erfahrungen aus der Zeit mit. Die Aufgaben einer PhiP bei AoG reichen von Pakete packen, Spendendosen zusammenbasteln und Messevorbereitungen planen, bis hin zu Schulungsmaterial ausarbeiten, pharmazeutische Fragestellungen recherchieren und Einsatzkräfte vorbereiten, um nur einige zu nennen. Jede kleine und große Aufgabe ist wichtig und meistens sind es die „kleinen“ Aufgaben, die besonders zeitaufwendig sind. Trotzdem habe ich sie alle gerne gemacht und durch die Vielfalt und Abwechslung wurde es nie langweilig. Man lernt, sich in Dinge einzuarbeiten und Probleme zu lösen, mit denen man sich zuvor noch nie beschäftigt hat.

Das Besondere als PhiP bei Apotheker ohne Grenzen ist, dass man seine individuellen Interessen zeigen und ausleben kann. Ich bin begeisterte Hobby-Fotografin und gerne kreativ tätig. So konnte ich zum Beispiel Ideen zur Öffentlichkeitsarbeit mit einbringen, indem ich Rezepte nachgekocht und dazu Bilder gemacht habe, welche in unserem nächsten AoG-Kalender 2020 erscheinen werden.

Pharmazeutische Aufgaben dürfen natürlich nicht fehlen. In den sechs Monaten habe ich mich mit dem Thema „minderwertige und gefälschte Arzneimittel“ auseinandergesetzt und dazu eine Projektarbeit verfasst. Im März 2019 durfte ich darüber hinaus mit unserer Projektkoordinatorin Stefanie Pügge beim „foring Symposium“ über internationale Gesundheit einen Vortrag zu diesem Thema halten.

Einsatzkräfteschulung II im Juni 2018

Projektreise nach Tansania

Im November 2018 ging es mit Steffi, die als weltweite Projektkoordinatorin bei AoG tätig ist, ins Projekt nach Tansania. Seit 2008 unterstützt AoG im Süden des Landes ein Gesundheitszentrum. Wir hatten vor Ort viel zu tun: Unter anderem haben wir Schulungen und Rechenübungen mit dem lokalen Personal durchgeführt, Inventur und Dokumentation der Apotheke diskutiert und sind Medikamentenlisten und Finanzen durchgegangen. Aber die Zeit reichte trotzdem aus um die Umgebung zu erkunden, abends etwas Swahili zu lernen und einen Einblick in die Kultur dieses schönen Landes zu bekommen. Als Anfänger mit einer erfahrenen Kollegin unterwegs zu sein, war sehr bereichernd, aber zur gleichen Zeit auch entspannt und ich habe mich nie unsicher gefühlt. Ich kann es kaum erwarten als ausgebildete Apothekerin für AoG in meinen nächsten Einsatz zu gehen.

Steffi und ich mit dem Personal der Apotheke

Neugeborenes unter einer Wärmelampe im Health Center

Ausklang des Arbeitstages im Papaya Garden, Hanga 2018

Für die Zukunft

Meine PhiP-Zeit bei Apotheker ohne Grenzen hat mir einen Einblick in einen weiteren Bereich der Pharmazie gegeben, den ich sonst nirgendwo hätte bekommen können. In meiner Zeit in München durfte ich mit einem außergewöhnlichen und engagierten Team arbeiten und viele talentierte und inspirierende Apotheker und Apothekerinnen kennenlernen. Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft im Bereich Entwicklungszusammenarbeit tätig sein und mich weiterhin bei AoG engagieren kann.

Apotheker ohne Grenzen auf der Expopharm

AoG-Infobus auf der Messe

AoG-Infobus auf der Messe

Seit August 2018 ist unser AoG-Infobus anlässlich der Apotheker ohne Grenzen Sommertour in ganz Deutschland unterwegs, hat Stopps in mehr als 25 Städten eingelegt und über unsere Arbeit informiert. Die letzte Station der Sommertour ist auf unserem Stand. Schauen Sie gerne vorbei!

Am Stand erwartet Sie:

  • Erfahrungsberichte unserer ehrenamtlichen Einsatzkräfte: informieren Sie sich über unsere Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe weltweit
  • Engagement in Deutschland: Wie kann man AoG auch ohne Auslandseinsatz unterstützen? Erfahren Sie von unseren Projekten innerhalb Deutschlands und wie man in unseren 12 bundesweiten Regionalgruppen aktiv werden kann
  • Das große Apothekerquiz: testen Sie ihr Wissen und gewinnen Sie Preise aus der ganzen Welt, die unsere Einsatzkräfte von ihren Reisen mitgebracht haben

Kommen Sie vorbei – AoG in Halle C 05 | Stand C-05 – Wir freuen uns auf Sie!

Apotheker ohne Grenzen unterwegs

Mit dem Sommertour-Bus in Schleswig-Holstein!

Übergabe  des AoG-Sommertour-Bus von Mecklenburg-Vorpommern nach Schleswig-Holstein (v.r.n.l.: Folknand Helmstetter, Tineke Scheltz, Jochen Wenzel)

„Apotheker ohne Grenzen – Was ist das denn?“ „Apotheker ohne Grenzen – Seid ihr von Ärzte ohne Grenzen?“, „Kann ich die Blutdruckmedikamente meines Mannes bei Ihnen abgeben?“, „Apotheker ohne Grenzen – Dürfen da nur Apotheker mitmachen?“ Vier Tage tourte die Regionalgruppe Schleswig-Holstein von Apotheker ohne Grenzen (AoG) mit dem AoG-Infobus quer durch das nördlichste Bundesland und klärte Interessierte auf: über Arzneimittelspenden, die zahlreichen Projekte des Vereins im In- und Ausland und die Arbeit in der Regionalgruppe.

Uns war es wichtig, Orte in Schleswig-Holstein zu besuchen, die etwas abgelegener liegen. Kaum einem ist bekannt, dass die kleine Nordseeinsel Pellworm eine Apotheke besitzt. Die leidenschaftliche Apothekerin Christiane Hain aus der Pellwormer-Apotheke ist die Anlaufstelle für 1200 Inselbewohner und im Sommer nochmal genauso vielen Touristen mit einer ganzheitlichen pharmazeutischen Betreuung. Für die Apothekerin ist diese Arbeit „ein Sechser im Lotto“, trotz der 365 Tage Notdienst im Jahr mit denen die pharmazeutische Versorgung auf der Insel sichergestellt wird.

Die Pellwormer zeigten sich sehr interessiert an den Nothilfeprojekten von AoG und unterstützten uns durch großzügige Spenden.

Christiane Hein (Apothekerin in hellblau), Philipp Hajek, Tineke Scheltz, Anna Meier

Inken Flörkemeier auf der Pellworm I

Der AoG-Bus hat auch am östlichsten Teil Schleswig-Holsteins haltgemacht: auf der einzigartigen Ostseeinsel Fehmarn. Dort wurden wir von der umwerfend gastfreundlichen Apothekerfamilie Bader empfangen. Alles war bereits organisiert: Die Übernachtungsmöglichkeit auf dem Camping-Platz, Werbung durch zwei Zeitungsartikel, ein super Stellplatz für den AoG-Bus direkt vor der Apotheke, Verpflegung und aufregende Gewinne für unser Glücksrad. Die Fehmaraner und Urlauber fieberten auf den Hauptgewinn –  das riesige Stofftier „Lino“ – hin. Während sich das Glücksrad drehte, konnten wir unseren Verein nicht nur auf Fehmarn, sondern auch bei den zahlreichen Touristen bekannter machen. Nebenbei haben wir über 500 EUR Spenden eingenommen. Diese Rekordsumme haben wir der Rathaus-Apotheke zu verdanken: Neben der spendenfreundlichen Apotheker-Familie Bader hat das gesamte Team der Apotheke die eigene Kaffeekasse für AoG geleert.

Folknand Helmstetter und Mann mit Hauptgewinn

Nach diesem sonnigen Wochenende mit tollen Begegnungen wollten wir unseren Verein der breiten Bevölkerung in Kiel vorstellen. Dank der Stadt Kiel durften wir mit unserem AoG-Bus direkt auf dem Wochenmarkt am Blücher platzieren. Zeigte sich das Schleswig-Holstein-Wetter bisher von seiner besten Seite, mussten wir jedoch auf dem Markt vor dem Kieler „Schietwetter“ unter die geöffnete Bus-Kofferraumklappe flüchten. Das hielt viele Interessierte nicht davon ab, mit uns ins Gespräch zu kommen. Der AoG-Infobus wurde um einige Kilo Infomaterial erleichtert und der ein oder andere Kieler weiß nun, dass es nicht nur Ärzte ohne Grenzen gibt, sondern die Apotheker auch einen wichtigen Beitrag bei der Versorgung von kranken Menschen auf der ganzen Welt leisten.

Den Abschluss unserer AoG-Tour im schönen Norden bildete die Veranstaltung „Pharmazie live erleben“ im pharmazeutischen Institut der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Dr. Judith Heidland zeigte Interessierten in der pharmazeutischen Technologie die Herstellung verschiedener Medikamentenformen vom Asthma-Inhalator bis hin zur Tablette. Prof. Dr. Wolfgang Blaschek und die Gärtner aus dem Bereich der pharmazeutischen Biologie, Stefanie Offt und Olaf Zölck, führten bis zur Dunkelheit durch den Arzneipflanzengarten. Im schummrigen Licht des Gewächshauses konnten wir bei den Pharmazieinteressierten für die Mitarbeit in unserer Regionalgruppe werben und mit dem leider weit verbreiteten Klischee aufräumen, dass nur Apotheker bei AoG mitmachen und unterstützen dürfen.

Pharmazeutisches Institut; Prof. Dr. Wolfgang Blaschek im Gewächshaus

Wir hoffen, den ein oder anderen bei unserem nächsten Regionalgruppentreffen wieder zu sehen, um gemeinsam von Schleswig-Holstein aus einen Beitrag zu leisten und Menschen in Not mit pharmazeutischem Fachwissen zu helfen.

Tschüß AoG-Bus – kiek mol wedder in.
Deine Marion, Inken, Anna, Philipp, Folknand und Tineke von der AoG-Regionalgruppe Schleswig-Holstein.

Apotheker ohne Grenzen – Sommertour 2018

Die Apotheker ohne Grenzen auf Tour

Apotheker ohne Grenzen (AoG) organisiert eine Sommertour, bei der ein VW-Bus mit AoG- und Sponsor-Logos vom 18. August bis zum 13. Oktober 2018 quer durch Deutschland fährt. In über 25 Städten von Kiel bis München legt der AoG-Bus einen Stopp ein. Organisiert werden dabei Spenden- und Informationsveranstaltungen auf öffentlichen Plätzen, bei Festen und vor Apotheken.

Dabei wird es verschiedenste Aktionen geben: Von Vorträgen über unsere Arbeit, Spenden sammeln bei Unterstützern, Vorträge und Infoveranstaltungen an den Unis für Pharmaziestudenten – ein kurzer Stopp auf einem Marktstand um Interessenten zu informieren – oder auch die Teilnahme an einem Charity-Sport-Event.

Ziel ist es, den Verein und die weltweite Arbeit von Apotheker ohne Grenzen bekannter zu machen und weitere Unterstützer zu gewinnen, aber auch über wichtige Themen wie Arzneimittelspenden aufzuklären. Getragen wird die Tour ausschließlich von den AoG-Mitgliedern, die in ihren Regionalgruppen den Bus und die Veranstaltungen ehrenamtlich organisieren und betreuen. Die Tour endet auf der Expopharm in München, der größten pharmazeutischen Fachmesse Europas. Hier werden alle gesammelten Spenden dem Verein übergeben.

Viel Interesse für den Infostand der Apotheker ohne Grenzen am Florakiezfest Berlin

Welchen Ort wir als nächstes besuchen, können Sie mit unserem Eventkalender nachverfolgen.

Schauen Sie auch bei unserer Facebook-Präsenz der Sommertour 2018 vorbei. Hier gibt es spannende Fotos und Geschichten.

Falls Sie Presseanfragen haben, weiteres Fotomaterial benötigen oder allgemeine Fragen über unsere Sommertour 2018 haben, können Sie Kira Morandin kontaktieren:

Kira Morandin

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising

e-mail: k.morandin@psfde.org

Apotheker ohne Grenzen in Berlin im Einsatz

Neues Obdachlosenprojekt in Berlin

Auch nach Weihnachten lässt es sich bei diesem ungemütlichen Wetter in einer geheizten Wohnung gut aushalten. Man genießt sein kuscheliges, warmes Zuhause und bastelt an den guten Vorsätzen fürs neue Jahr. Währenddessen vergisst man schnell, dass deutschlandweit Menschen ohne Obdach leben müssen. Allein in Berlin kämpfen inzwischen bis zu 6.000 Menschen, mit dramatisch steigender Tendenz, auf der Straße ums Überleben.

In der kalten Jahreszeit sind diese Menschen besonders gefährdet. Jedes Jahr steigt die Zahl der Toten. Die Lebenserwartung der Obdachlosen liegt im Schnitt um 25 Jahre unter dem Durchschnitt.

Mehrere Organisationen der Zivilgesellschaft engagieren sich bereits für Obdachlose, die aus eigener Kraft keinen Ausweg mehr finden. So betreibt die Berliner Stadtmission am Bahnhof Zoologischer Garten eine Notversorgung für die Betroffenen. Neben einem Hygiene Center erhalten sie hier psychosoziale Hilfe, Kleidung, Schlafsäcke und eine warme Mahlzeit. Ergänzt wir das Angebot durch eine mobile Einzelfallhilfe.

Dies wird durch die ehrenamtliche Hilfe vieler Berliner Bürger ermöglicht. Auch das Team von AoG unterstützte bereits im vergangenen Jahr die Berliner Stadtmission bei der Essensausgabe. Apotheker ohne Grenzen startet nun ein neues Hilfsprojekt und unterstützt ab sofort die Ambulanz der Berliner Stadtmission in der Nähe des Hauptbahnhofs, um die medizinische Versorgung der Obdachlosen zu verbessern.

Zweimal wöchentlich kümmern sich in der Ambulanz Ärzte und Krankenpfleger ehrenamtlich um akute medizinische Probleme und leisten Notversorgung. Apotheker ohne Grenzen wird zukünftig die Arzneimittelbeschaffung übernehmen und für den korrekten Einsatz der Medikamente und die optimale Versorgung der Betroffenen sorgen. Weiterhin werden Schulungen in pharmazeutischen Themengebieten, wie der korrekten Lagerhaltung von Arznei- und Hilfsmitteln, für die freiwilligen Helfer in der Ambulanz erarbeitet und angeboten.

„Auch in Deutschland sind viele Menschen auf die Unterstützung von Organisationen wie AoG angewiesen“, sagt Geschäftsführerin Eliette Fischbach. „Neben unseren Projekten im Ausland, bin ich froh, dass wir nun auch in unserer Hauptstadt die im Mainzer Projekt gesammelten Erfahrungen für die Obdachlosen gewinnbringend nutzen und der Berliner Stadtmission dadurch helfen können. In Berliner hat AoG eine einsatzerfahrene und sehr motivierte Regionalgruppe. Dank ihr kommt dieses Projekt zustande.“

Bitte helfen auch Sie!

Wir freuen uns über eine Spende für unsere Arbeit in Berlin und für viele weitere Projekte.

Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V.

Bank: Deutsche Apotheker- und Ärztebank

BLZ: 300 606 01

IBAN: DE 88 3006 0601 0005 0775 91

BIC (Swiftcode): DAAEDEDDXXX

Vielen Herzlichen Dank!