In News,Uganda

Bildung ist die wichtigste Waffe, um die Welt zu verändern

Optimierung von zehn Gesundheitszentren und Schulung der lokalen Mitarbeiter

Education is the most powerful weapon which you can use to change the world (Nelson Mandela, 1918-2003)

Es ist noch so warm, dass ich kaum glauben kann, dass es um 19 Uhr schon dunkel ist. Das erinnert mich daran, dass in wenigen Wochen bei uns die Sommerzeit aufhört. Schade, dann kommt die Dunkelheit des Winters wieder zu uns. Die Zikaden zirpen laut. Von der Dorfkneipe höre ich laute afrikanische Musik bis hinauf in unser einfaches Zimmer in Karuguuza. Ein gutes Zeichen, dann gibt es Strom und ich kann noch meine Mails beantworten. Strom ist ein kostbares und häufig ausfallendes Gut in Uganda.

Mit meiner Kollegin Claudia Martin und Andreas Wiegand von Apotheker helfen e.V. bin ich nach Uganda gekommen – einem Hilferuf folgend. EMESCO, eine lokale Gesundheitshilfsorganisation, hat uns um Unterstützung bei der Optimierung des Arzneimitteleinkaufs, der –logistik und der –bevorratung gebeten. Sie haben mit Spenden Gesundheitszentren für die Armen im Distrikt Kibaale aufgebaut. AoG und Apotheker helfen werden dieses Projekt gemeinsam durchführen und so Erfahrungen und Stärken zusammenbringen. Die apobank Stiftung unterstützt zusätzlich das gemeinsame Projekt.

Wir sind zum ersten Mal vor Ort, um die Gegebenheiten in zehn Gesundheitszentren zu überprüfen und daraus folgend einen Projekt- und Arbeitsplan für die nächsten zwei Jahre zu erstellen. Gleichzeitig halten wir bereits die ersten Schulungen zu den Themen Lagerorganisation, richtige Anwendung von Arzneimitteln inklusive der Beratung der Patienten sowie Bestellmanagement mit vielen Rechenaufgaben, um die benötigten Mengen auszurechnen.

Claudia Martin in der Schulung:

Die Menschen hier haben keine Krankenversicherung. Der Arztbesuch ist kostenlos, jedoch muss jedes Medikament und jede Operation aus eigener Tasche finanziert werden. Schwierig für die Menschen, nachdem was ich hier bislang gesehen habe. Jede Erkrankung bedeutet bedrückende Angst und die große Sorge, „ob ich das bezahlen kann?“ Wenn ich den kranken Menschen in die Augen sehe, ihre bescheidene Freude, wenn ihnen geholfen wird, dann bin ich gleich noch mehr motiviert. Drei Fälle verfolgen mich heute in den Schlaf.

Skovia, 23 J., kam heute Morgen ins Health Center. Ihr Ehemann hatte sie schwer verprügelt: Striemen am ganzen Körper, Schwellungen im Gesicht, rasende Kopfschmerzen und Schwindelanfälle machten ihr sichtbar zu schaffen. Diclofenac und eine Infusion mit Kochsalz linderten ihre Schmerzen. Die Kollegen boten ihr an, wenigstens heute Nacht hier zu bleiben, um sich von den Schlägen zu erholen. Sie nahm dankbar an. Morgen muss sie sich wieder in ihr Schicksal fügen, im Gepäck Paracetamol. Ihre vier kleinen Kinder warten schon sehnsüchtig auf sie. Das Gesundheitszentrum ist eine Oase der Zuflucht für viele Frauen – hier fühlen sie sich beschützt.

Beatrice, 30 J., trug ihre Tochter Margret, 11 J., bewusstlos auf ihren Armen ins Gesundheitszentrum. Hohes Fieber und eine Anämie ließen den Verdacht auf Malaria aufkommen. Eine Blutuntersuchung wurde sofort durchgeführt; nach den Testergebnissen wissen wir mehr.

Während Margret noch am Tropf hing, kam Teddy, 30 J. mit Hermann, knapp zwei Jahre alt. Eigentlich wollte sie ihn impfen lassen, denn einmal im Monat kommt das lokale Impfteam um nach Impfschema gegen Polio, TBC, Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Masern und Haemophilus influenzae B zu immunisieren. Doch daraus wird diesmal nichts, denn Hermann keucht, schnieft, leidet unter hohem Fieber und starkem Husten. Diagnose: vereiterte Bronchitis. Er bekommt Paracetamol und zusätzlich für fünf Tage Amoxicillin.

Die meisten Patienten sind arme Bauernfamilien aus der Umgebung. Sie bauen Bohnen, Erdnüsse, Kartoffeln, Avocado, Orangen, Bananen und Maniok an. Das meiste für den Eigenbedarf. Was sie erübrigen können, verkaufen sie und bestreiten davon ihren kargen Lebensunterhalt. Für Medikamente reicht das nicht. Die Testergebnisse Margrets bestätigen den Verdacht – sie hat definitiv Malaria. Das heißt: Sie braucht sofort Arzneimittel für eine adäquate Therapie, sonst kann sie sterben.

Margret und ihre Mutter vor dem Health Center in Karuguuza:

Sie brauchen unsere Hilfe.

Ich sehe, wie wichtig es für die Menschen ist, dass sie in den Gesundheitszentren gut behandelt werden und die richtigen Medikamente für die Behandlung vorhanden sind. Viele warten lange, bevor sie den weiten Weg zur Krankenstation auf sich nehmen und müssen dann die lebenswichtige Feldarbeit liegen lassen, um Hilfe zu suchen. Umso wichtiger ist es, dass wir die Erkrankten mit den passenden Arzneimitteln versorgen können. Ich freue mich darauf, dass wir die Menschen im Kibaale-Distrikt mit Ihrer Hilfe unterstützen können, gesund zu werden, um ihre alltäglichen Herausforderungen wieder zu meistern. Durch Ihre Unterstützung dieser Kranken in Not sehe ich der Zukunft der Menschen optimistisch entgegen.

Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Hilfe.

Mit lieben Grüßen,

Stefanie Pügge

Apothekerin und Projektkoordinatorin der Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V.

IHRE SPENDE HILFT GANZ KONKRET:

Mit 49,- € testen wir 50 Patienten auf Malaria.

Mit 197,- € kann die Lungenentzündung von 100 Patienten behandelt werden.

Mit 515,- € besorgen wir einen medizinischen Kühlschrank für die sichere Medikamentenlagerung.

Mit 7.500,- € kann der Neubau eines Gesundheitszentrums unterstützt werden.

Natürlich können Sie auch Mitglied und ein fester Teil unserer Vision von einer besseren und gesünderen Zukunft für alle Menschen werden.