Wie und wo wir helfen

Hilfe für Opfer des Vulkanausbruchs: Gesundheitsteam hilft in Comallo, Río Negro

Einige Monate sind seit dem Ausbruch des Vulkans Puyehue Anfang Juni 2011 vergangen. Doch die Asche, die in einigen Gebieten bis zu 40 cm dick fiel, liegt immer noch in der patagonischen Steppe. Sie hat weit mehr als 1 Million Schafe umgebracht. Tausende von Familien, die nur von ihren Tieren leben, stehen vor dem Ruin. Einige haben ein Drittel ihrer Tiere verloren, andere fast alle.
 
Comallo, eine Ortschaft mit 2.500 - 3.000 Einwohnern, hat zwar ein Krankenhaus, aber keine Ärzte mehr: die beiden letzten verbleibenden Allgemeinärzte sind gegangen. Die einzige Zahnärztin, die im Hospital arbeitete, geht nun auch. Wer kann, sucht sich eine Arbeit woanders. Denn das sowieso schon harte Leben mitten in Patagonien wird durch die ständig vom Wind hochgewirbelte Asche noch schwieriger. Nachmittags, wenn die Intensität des Windes steigt, kann man sich fast nicht mehr außerhalb der Häuser aufhalten. Trotz zugeklebter Fensterritzen und abgedichteter Türen, dringt die Asche überall ein: man hat sie in den Augen, die Haut fühlt sich an wie Schmirgelpapier und selbst beim Matetrinken knirscht es zwischen den Zähnen. 

Nachdem nur ab und zu ein Allgemeinarzt von woanders "ausgeliehen" wird, bat die Leiterin des Krankenhauses, eine Krankenschwester, dringend um Hilfe. Durch die Vulkanasche haben Atemwegs-, Augen- und Hauterkrankungen zugenommen und es fehlt an den entsprechenden Arzneimitteln. Mit viel Arbeit wurde eine "Gesundheitskaravane" für Comallo organisiert: 2 Busse mit ehrenamtlich arbeitenden Ärzten, Zahnärzten, Kinderärzten, Frauenärztin, Krankenpfleger und Apothekerinnen und ein mit Hilfsgütern vollgeladener LKW fuhren Ende Oktober nach Comallo. Ein Dutzend Behandlungszimmer und eine Apotheke wurden in der Grundschule improvisiert. Schon bei Ankunft in aller Früh gab es lange Warteschlangen, die Menschen nutzen die Gelegenheit einen Arzt oder Zahnarzt zu sehen. Der Augenarzt arbeitete ohne Unterbrechung durch. Die beiden Apothekerinnen belieferten mehr als 150 Rezepte (vor allem Augentropfen) und gaben Hunderten von Einwohnern Schutzbrillen und/oder Atemmasken.
 
"Kommt wieder", war die Bitte der Menschen, die sich allein gelassen fühlen. Von den staatlichen Hilfen kommt zu wenig an, niemand berichtet über die Probleme. Der Vulkan setzt immer noch Asche frei. Die Zukunft sieht schwierig aus, die Menschen sind verzweifelt. Da viele Familien nun über Monate kein Einkommen haben werden - es gibt weder Tiere noch Wolle zu verkaufen - werden in der ganzen Region dringend Lebensmittel, Arzneimittel, Schutzbrillen und Atemmasken benötigt.

Während das Gesundheitsteam in Comallo arbeitete, wurde der Apothekerin von einer weiteren Ortschaft eine Bitte um Hilfe vorgelegt. AoG sagte weitere Hilfsfahrten zu, für deren Durchführung um finanzielle Unterstützung gebeten wird.

 

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