2008 begannen die Apotheker ohne Grenzen mit der Unterstützung des Gesundheitszentrums Nr. 16, Villa Zagala. Es untersteht der Stadtverwaltung im Distrikt „General San Martín“, Provinz Buenos Aires. Die Apotheker ohne Grenzen arbeiten in einem Einzugsbereich mit ca. 50.000 Personen. 2.000 bis 2.500 Patienten werden pro Monat behandelt.
Zu den Aufgaben der Apotheker ohne Grenzen zählen die Belieferung des Gesundheitszentrums mit essenziellen Arzneimitteln, vor allem für chronisch Kranke wie Diabetiker, Hypertoniker und Asthmatiker. Die Organisation beschafft auch Reagenzien und Teststreifen.
Zum Jahresende 2008 wurde eine Apotheke in das Gesundheitszentrum eingebaut, in der 7 ehrenamtliche Apothekerinnen in Teilzeitarbeit die Arzneimittelabgabe übernehmen. Gleichzeitig mit dem Umbau erfolgte eine dringend benötigte Teilrenovierung des Gesundheitszentrums.
Im Februar 2009 startete ein Programm zur Behandlung von unterernährten Kindern. Für die Zahnhygiene von Kindern zwischen 3 und 5 Jahren stellen Apotheker ohne Grenzen in drei Kindergärten Zahnbürsten, Zahnpasta, Zahnbecher, Schulungsmaterial (Gebissmodell und eine große Zahnbürste) zur Verfügung und finanzierten mehrere Monate die Arbeit der Zahnärztin, die dann im Gesundheitszentrum angestellt wurde.
San Martín ist der am zweitdichtesten besiedelte Distrikt im Großraum Buenos Aires. Laut Volkszählung von 2001 leben hier ca. 403.000 Menschen. Mitarbeiter der Stadtverwaltung berichten 2008 allerdings von inoffiziellen Schätzungen, dass 150.000 Personen nicht berücksichtigt wurden, da viele Elendsviertel nicht zugänglich sind. Im Distrikt sind mehr als 60 Slums zu finden. Außerdem haben sich in den drei Lagerhallen der ehemaligen Glasfabrik „California“ ab 1999 mehrere Hundert Familien primitive Behausungen gebaut. In den „Californias“ haben praktisch alle Kinder Parasiten - Kloaken existieren nicht.
In San Martín gibt es insgesamt fünf Krankenhäuser und 16 kleine Gesundheitszentren. Alle Krankenhäuser sind veraltet und überfordert: Personal, Geräte, Reagenzien und Arzneimittel sind Mangelware. Auch im Gesundheitszentrum Nr. 16 fehlten Ärzte, so dass die Apotheker ohne Grenzen die Kosten von ca. 30 Wochenstunden von Allgemeinärzten übernommen haben.
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