Wie und wo wir helfen

San Pantaleón

Von  2002 bis 2008 arbeiteten die Apotheker ohne Grenzen Deutschland im Armenviertel Bajo Boulogne am Rande der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Eine improvisierte Anlaufstelle für mittellose Patienten mit zwei Behand­lungszimmern und der Abgabe von Ärztemustern  auf einem Pfarreigelände hat sich zum funktionstüchtigen Gesundheitszentrum „San Pantaleón" entwickelt.

Erst nachdem von den Apothekern ohne Grenzen regelmäßig und verlässlich Arzneimittel zur Verfügung gestellt wurden, konnten Ärzte und Apotheker einen Schwerpunkt auf die Betreuung von Kindern, Schwangeren und chronisch Kranken legen. Die kostenlos zur Verfügung gestellten Arzneimittel führten zu einer Bindung der Patienten an „ihr" Gesundheitszentrum, ermöglichten Schulungen, Gesprächs- und Fragerunden mit gesundheitsbezogenen und sozialen Themen und verbes­serten die Therapietreue.

Pro Monat wurden ca. 600 Patienten mit Arzneimitteln versorgt. Freiwillig mitarbeitende, einheimische Apothe­kerinnen und Apotheker beschafften die Arzneimittel im Wesentlichen vor Ort und übernahmen deren Abgabe. Die ärztliche Versorgung übernahmen einheimische Mitarbeiter eines privaten Krankenhauses. Mit Hilfe von Krankenschwestern dieses Hospitals wurden monatlich die Blutdruck- bzw. Blutzuckerwerte von 300 bis 400 Hypertonikern und Diabetikern kontrolliert, die ihre Medikamente im Gesundheitszentrum erhielten.

Unhaltbare bauliche Zustände und Raumnot prägten zu Beginn die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter des Gesundheitszentrums. Mit finanzieller Hilfe der Apotheker ohne Grenzen wurde von 2005 bis 2006 ein Ausbau durchgeführt. Auch die Deutsche Botschaft in Buenos Aires schloss sich der Finanzierung an. In einem Land, in dem Korruption allgegenwärtig ist, wurde so Vertrauen geweckt. Argentinische Organisationen und Personen beteiligten sich an der Finanzierung.

Mittlerweile konnte die Nutzung der neu geschaffenen Strukturen vollständig in die Hände der einheimischen Mitarbeiter gelegt werden. Ziel der Arbeit der Apotheker ohne Grenzen ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und die lokalen Kräfte auf dem Weg zur eigenständigen Gestaltung ihrer Aufgaben zu begleiten.

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