Im Mai 2008 hinterließ Zyklon Nargis verheerende Spuren im Irrawady-Delta in Myanmar. Die Vereinten Nationen gingen davon aus, dass über 100.000 Menschen ihr Leben verloren haben und bis zu 2 Mio. heimatlos geworden sind. Neben Nahrung und Unterkunft fehlten medizinisches Fachpersonal und Hilfsgüter.
Die Restriktionen der Regierung Myanmars erschwerten auch die Arbeit der Helfer von Apotheker ohne Grenzen und der Partnerorganisationen LandsAid und Arche Nova e.V. beträchtlich. Erst für die dritte Einsatzkraft konnte ein Geschäftsvisum als Grundlage für die Reise ins Irrawaddy-Delta erwirkt werden. Sie arbeitete mit der Amara Health Care Foundation zusammen, die zusätzlich die nötigen lokalen Genehmigungen erwirkte.
Die Dörfer GwayyKone, TaManSu, SwelTawKone, KyonHlutTaMan im Delta waren nur per Boot bei hohem Wasserstand erreichbar. Innerhalb von drei Tagen konnten über 500 Menschen behandelt werden, die über zwei Monate nach dem Zyklon nur einmal mit Haushaltswaren und Lebensmitteln versorgt worden waren. Die Mitarbeiter der Apotheker ohne Grenzen konnten die lokalen Mitarbeiter der Amara Health Care Foundation im Umgang mit den Standards der Weltgesundheitsorganisation schulen.
Für Myanmar gibt es wie für jedes Land eine Liste der Essenziellen Arzneimittel und Behandlungsrichtlinien für Gesundheitsstationen im ländlichen Raum. Durch deren Berücksichtigung kann die Versorgungsqualität erhöht werden und damit können auch die Kosten gesenkt werden. Auch die Lagerhaltung konnte verbessert werden. Myanmar verfügt über eine ausgeprägte touristische Infrastruktur. Bedingt durch den Mangel an staatlicher Unterstützung haben sich deutsch-birmanische Reisebüros mit Geschäftspartnern und Kontakten zu Privatkliniken in die Unterstützung der medizinischen Versorgung eingebracht.
Die Apotheker ohne Grenzen unterstützen vertrauenswürdige Partner mit Arzneimitteln, die vor Ort angekauft wurden. Die organoleptische Überprüfung, die Kontrolle der Verfalldaten und der allgemeinen Sauberkeit und die Übersichtlichkeit des Warenlagers können auch unter den schwierigen Bedingungen eines derartigen Einsatzes vorgenommen werden. Die Mitarbeiter von Apotheker ohne Grenzen zeigten sich begeistert vom spontanen und gut organisierten Einsatz der lokalen Helferteams.
Bedauerlicherweise stand auch bei diesem Einsatz wieder einmal die Entsorgung unbrauchbarer Arzneimittelspenden an. Arzneimittel, die nicht dem aktuellen Bedarf in Myanmar entsprechen oder das Verfallsdatum bereits überschritten hatten, wurden fachgerecht entsorgt. Mehr zum Thema Vermeidung von Arzneimittelspendenmüll lesen Sie hier.
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