Nächste ordentliche Mitgliederversammlung am 21. März
in Frankfurt am Main
Eschborn/ Die nächste ordentliche
Mitgliederversammlung der Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. findet am
Samstag, den 21.03.2008 ab 13 Uhr. im Spenerhaus in 60311 Frankfurt am Main,
Dominikanergasse 5, Raum 1 statt. Voraussichtliches Sitzungsende ist gegen
19.00 Uhr. Stimmberechtigt in der Versammlung sind nur ordentliche
Mitglieder. Fördermitglieder und Gäste sind jedoch ebenfalls sehr herzlich
zur Teilnahme eingeladen.
Haiti: AoG-Mitarbeiter koordiniert Arzneimittelhilfe
für Humedica-Ärzteteam

Eschborn/ Oktober 2008
Seit dem 22. Oktober versorgt Apothekerin Anna Eschweiler die Menschen in
Poririer mit lebenswichtigen Medikamenten. Die Pharmazeutin und drei
Mediziner kümmern sich um die leidgeprüften Bewohner Haitis, die gleich
Opfer mehrere Wirbelstürme wurden.. Ausländische Hilfe ist im ärmsten Land
auf dem amerikanischen Doppelkontinent dringend gefragt. Die Hurrikans
„Gustav“, „Hanna“ und „Ike“ haben die Jahresernten vernichtet, Häuser
hinwegfegt und Infrastruktur zerstört. Die Hälfte der Bevölkerung ist
unterernährt, 65 Prozent leben unter der absoluten Armutsgrenze.
Medizinische Versorgung ist für sie ein unerschwinglicher Luxus – umso
tragischer angesichts der an sich einfach zu behandelnden Erkrankungen: „Am
häufigsten treffen wir auf Infekte, Parasiten, Magen- und
Atemwegserkrankungen“, berichtet Krankenhausapothekerin Anna Eschweiler aus
Münster nach ihrem ersten Einsatztag in Poririer, einem kleinen Dorf circa
eine Stunde von der 66.000 Einwohner zählenden Küstenstadt St. Marc
entfernt. „Die Zusammenarbeit mit den Ärzten der Partnerorganisation
Humedica funktioniert reibungslos. Die Patienten erhalten von mir die
Arzneimittel und die Erklärungen zur Einnahme, die Ärzte informiere ich über
geeignete Dosierungen und den vorhandenen Bestand an Arzneimitteln. So
können wir gemeinsam viel erreichen. Allein heute haben wir über 200
Menschen geholfen.“ Effiziente Zusammenarbeit ist unter den schwierigen
Bedingungen eines Notfalleinsatzes nicht immer eine leichte Aufgabe.
„Deshalb bereiten wir unsere Einsatzkräfte in Schulungen auf ihre
vielseitigen Herausforderungen vor“, erläutert Jochen Schreeck, Zweiter
Vorsitzender der Apotheker ohne Grenzen, das Konzept der Hilfsorganisation.
Fragen der Arzneimittellogistik stehen dabei ebenso auf dem Programm wie
interkulturelle Kommunikation, Teambuilding oder der Umgang mit
Gefahrensituationen. „Die Schulungen führen wir gemeinsam mit unserer
Partnerorganisation LandsAid unter realen Bedingungen in einem Camp durch“,
führt Seminarleiter Jochen Schreeck weiter aus, „schließlich müssen die
künftigen Helfer bei einem Nothilfeeinsatz nach einem Erdbeben eventuell
auch in einem Zelt übernachten.“ Für Missionen wie in Haiti ist eine gute
Vorbereitung dringend nötig: Während die Nachbarn in der Dominikanischen
Republik vom Tourismus profitieren, leidet Haiti seit mehr als 20 Jahren
unter politischer Instabilität. Im Frühjahr 2008 war es nach einer
drastischen Erhöhung der Preise für Reis und Mais zu Unruhen mit Todesopfern
gekommen. So wird die Gesundheitsversorgung vernachlässigt, sie braucht
bestmögliche Unterstützung aus dem Ausland. Helfen Sie den Apotheker ohne
Grenzen bei ihrer Mission auf Haiti.
AoG bietet im September erneut Schulung für
Einsatzkräfte an

Eschborn/ Oktober 2008 Vom 26. bis 28. September veranstalteten die Apotheker ohne Grenzen erneut eine Schulung zur
Vorbereitung von Hilfskräften auf einen Katastrophenhilfeeinsatz. Die Schulung
fand wieder als Outdoor-Seminar im Allgäu statt. Falls auch Sie Interesse an
Seminaren der Apotheker ohne Grenzen haben, wenden Sie sich bitte direkt an
die Geschäftstelle der Apotheker ohne Grenzen
(info@psfde.org , Telefon
(0700-26426400).
Myanmar: AoG beendet Notfallmission in Myanmar
Eschborn/Rangun Juli 2008 Rund drei Monate
nachdem der Naturkatastrophe in Myanmar kehrte in den vergangenen Tagen die
letzte Einsatzkraft der Apotheker ohne Grenzen aus der Krisenregion zurück
nach Europa. Apothekerin Carole Zen Ruffinen koordinierte in den letzten
Wochen das AoG-Nothilfeprogramm in Rangun, und konnte dabei erstmals auch
bis in das besonders betroffene Delta vordringen. Zuvor war es Mitarbeitern
ausländischer Hilfsorganisationen immer wieder untersagt worden, in diese
Region zu reisen. Wichtigste Aufgabe der schweizerischen Apothekerin war es,
den Bedarf lokaler Partnerorganisationen an Hilfsgütern zu ermitteln, sowie
deren pharmazeutische Hilfe zu koordinieren. Insgesamt stellte AoG bei
dieser Mission Hilfsgüter im Wert von über 20.000 Euro zur Verfügung. Von
Mitte Mai bis Mitte Juli waren dafür drei deutsche Einsatzteams vor Ort.
Myanmar: Apothekerin Dietlinde Kerber übernimmt
Koordination in Rangun
  
Eschborn/Kaufering/Rangun 22. Mai 2008 Die
Zahl der Betroffenen des furchtbaren Zyklons "Nagris" ist immer noch unklar.
Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass an die 100.000 Menschen ihr
Leben verloren haben und bis zu 2 Mio. heimatlos geworden sind. Jetzt drohen
Infektionskrankheiten, hervorgerufen durch verseuchtes Trinkwasser. Mehrere
100.000 Menschen müssen dringend mit Trinkwasser, Lebensmitteln und
Medikamenten versorgt werden. Es hat bereits eine Landflucht eingesetzt -
Menschen aus dem Iraawaddi-Delta machen sich auf den Weg in die Stadt, in
der Hoffnung auf Versorgungschancen. Die Hilfe läuft aufgrund der
schwierigen Umstände insgesamt nur schleppend an. Viele Spender sind in
Sorge, dass die Hilfe nicht ankommt, und die Folge ist mangelnde
Spendenbereitschaft.Die Apotheker ohne Grenzen und ihre
Partnerorganisationen Arche Nova e.V. und LandsAid haben eine
funktionierende Hilfsstruktur im Land aufgebaut. Ein erstes medizinisches
Kit - teilweise gespendet von "Action Medeor e.V."- mit ca. 900kg
Medikamenten konnte bereits auf verschiedene Stellen aufgeteilt werden.
Medikamente sind weiterhin Mangelware. Selbst die Vereinten Nationen
verfügen nicht über genug Bestand in Myanmar, der Nachschub ist schwierig.
Hans Musswessels konnte in den vergangenen Tagen mehrere Verteilungen von
Lebensmitteln organisieren und durchführen. Nun wird Dietlinde Kerber diese
Funktion übernehmen.
Myanmar:
Erkundungsteam in Rangun
Eschborn/Kaufering/Rangun 14.Mai 2008 Über 10
Tage nach der Katastrophe in Myanmar gelingt es ausländischen Helfern kaum
zu den Opfern des Zyklons ins Irrawaddy-Delta vorzudringen. Seit heute
bemüht sich Hans Musswessels, Projektleiter eines medizinischen Teams der
Apotheker ohne Grenzen Deutschland und LandsAid, in Rangun um eine
Genehmigung der Militärs. Nur mit der Zustimmung der Regierung können die
deutschen Ärzte, Apotheker und Rettungssanitäter endlich in die am stärksten
betroffenen Gebiete vordringen. Die Lage im Delta ist weiterhin dramatisch:
Während die Schäden des Zyklons „Nargis“ noch nicht zu überblicken sind,
droht der notleidenden Bevölkerung nach Angaben des Meteorologie-Zentrums
der Vereinten Nationen bereits ein weiterer Wirbelsturm. Die Zahl der Toten
und Vermissten schwankt zwischen 30.000 und 100.000, kaum zu zählen sind
Obdachlose und Verletzte. Kinder, alte und geschwächte Menschen hat der
Zyklon besonders hart getroffen: Windgeschwindigkeiten von über 200
Kilometer pro Stunde hatten sie nichts entgegenzusetzen. Menschen mit
empfindlichem Immunsystem sind den Risiken der mangelnden
Trinkwasserversorgung und Seuchengefahr besonders ausgesetzt. Einsatzleiter
Muswessels kann die guten Kontakte der Partnerorganisation Arche Nova aus
Dresden vor Ort nutzen, deren Mitarbeiter bereits in einem Kloster bei
Yangun mit der Verteilung von Hygieneartikeln begonnen haben. „Wir konnten
gestern ca. 50 km das Deltagebiet südwestlich von Rangun fahren um dort ein
beschädigtes buddhistisches Kinderheim aufzusuchen. Drei Kinder starben beim
Zusammenbruch des Daches während des Sturmes. Viele der 180 Kinder im Heim
sind noch von den Erlebnissen und dem Tod ihrer Freunde traumatisiert“,
berichtet ein Mitarbeiter von Arche Nova. Selbst
Nichtregierungsorganisationen, die bereits seit langem in Myanmar arbeiten,
könnten bisher nur lokales Personal in die betroffenen Gebiete entsenden.
Die lokalen Strukturen reichen jedoch nicht aus, um effektiv die dringend
benötigte Hilfe an die Menschen zu bringen. Zwar akzeptiert die
Militärregierung inzwischen die Einfuhr von Hilfsgütern, sie verweigert aber
auch weiterhin ausländischen Helfern den Zugang in die Krisengebiete. „Unser
Hilfsteam wartet stündlich auf grünes Licht. Wir wollen die wertvollen
Arzneimittel und medizinischen Hilfsgüter nicht einfach der Regierung
übergeben “, sagt Ulrich Brunner, Erster Vorsitzender von Apotheker ohne
Grenzen. „Ohne fachkundige Anleitung zur Einnahme nützt das beste Medikament
nichts. Vor Ort werden einsatzerfahrene Pharmazeuten gebraucht“, so Brunner
weiter. Ein „Emergency Health Kit“ von action medeor mit essenziellen
Medikamenten zur Versorgung von 1000 Patienten ist bereits in Rangun.
Zyklon in Myanmar: AoG und LandsAid stellen
Einsatzteam bereit

Eschborn/Kaufering, 06. Mai 2008 Nach dem
verheerenden Zyklon, der über 20.000 Menschen in Myanmar das Leben kostete,
bereiten die Apotheker ohne Grenzen Deutschland gemeinsam mit ihren Partnern
von LandsAid einen medizinischen Nothilfeeinsatz vor. Geplant ist die
Entsendung eines ersten Teams mit Ärzten, Sanitätern und Apothekern in die
Krisenregion. Zudem sollen essenzielle Arzneimittel und Hilfsgüter zur
Trinkwasser-Aufbereitung bereitgestellt werden. Für diese Soforthilfe stellt
AoG eine erste Anschubfinanzierung von 35.000 Euro zur Verfügung.
Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer
Spende.
Mehr aktuelle
Informationen zum Einsatz lesen Sie hier.
Kenia: Medizinische
Hilfe für Flüchtlingslager
LandsAid und Apotheker ohne Grenzen leisten gemeinsam Nothilfe

Kaufering/Eschborn/Kisumu, 08. März 2008 Nach den blutigen Unruhen der
Wahlen im Dezember hält das Flüchtlingselend in Kenia weiter an. 400.000
Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Die Menschen haben oft
kaum mehr bei sich als die Kleider, die sie am Leib tragen. Es fehlt an
Decken, Wasserbehältern, Hygieneartikeln. Besonders leiden die Kinder. Sie
müssen oft ohne Decken oder Moskitonetz auf dem Boden übernachten. In über
1000m Höhe sind die Nächte empfindlich kalt. Vor allem für die medizinische
Versorgung wird ausländische Hilfe dringend gebraucht. „Am häufigsten sehen
wir Haut- und Atemwegserkrankungen, blutige Durchfälle, Würmer, Malaria“,
berichten die Mediziner des Hilfsteams von LandsAid e.V., die seit Anfang
Februar vor Ort in Westkenia sind. Den konkreten Bedarf an Arzneimitteln
haben sie bereits erhoben. Die Beschaffung größerer Mengen vor Ort und die
Abgabe an die Patienten ist nun Aufgabe von Apothekerin Christl Trischler.

Die Mitarbeiterin von Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. ist am 8. März
gemeinsam mit einem zweiten Team von LandsAid nach Kisumu aufgebrochen. Sie
kennt die Details, auf die es ankommt, genau: „Ein Inhalator ist für viele
Patienten völlig neu. Sie denken oft, dass Medikamente nur geschluckt werden
können. Aber gerade Atemwegserkrankungen werde ich in der Kälte der Berge
oft erleben.“ Geduldiges Erklären in einer fremden Umgebung ist die
66-jährige aus Erzhausen gewohnt. Sie blickt auf Einsatzerfahrung in
Pakistan und Bangladesch zurück. „In Afrika kommt es nicht nur wie überall
auf der Welt auf bedarfsgerechte Arzneimittelspenden an, “ sagt Ulrich
Brunner, Erster Vorsitzender von Apotheker ohne Grenzen.
„Arzneimittelfälschungen haben besonders in afrikanischen Ländern
erschreckende Ausmaße angenommen. Die Fachkompetenz von Apothekern ist hier
sehr gefragt.“ Wie die Vereinten Nationen nehmen auch die Mitarbeiter von
LandsAid und Apotheker ohne Grenzen an, dass die Flüchtlingslager noch
Monate, wenn nicht Jahre, weiter bestehen werden. Hans Musswessels,
Vorstandsvorsitzender von LandsAid : „Die unter Kofi Annan erwirkte Einigung
der Parteien ist ein Schritt in die richtige Richtung, löst aber im Moment
nicht die Probleme der Menschen vor Ort.“ Dauerhafte Strukturen und
Unterstützung werden benötigt. Für schnelle und unbürokratische Hilfe in
Katastrophenfällen sind beide Organisation vor allem auf private Spenden
angewiesen.
Zyklon in Bangladesch:
Pharmazeutin im Einsatz nach der Flutkatastrophe
Am 24.11. ist
Christl Trischler, Mitarbeiterin von Apotheker ohne Grenzen, gemeinsam mit
einem vierköpfigen Ärzteteam ins Krisengebiet nach Bangladesch aufgebrochen.
6,5 Millionen
Betroffene, über 3.500 Tote, eine vernichtete Reisernte und verseuchtes
Trinkwasser zählen zu den Hinterlassenschaften des Zyklons Sidr in
Bangladesch. Flutkatastrophen sind am Golf von Bengalen keine Seltenheit.
Doch der Klimawandel hat die Häufigkeit der Zahl Hochwasser deutlich erhöht.
Die Deiche sind zu niedrig, sie bieten nicht mehr ausreichend Schutz. Es
fehlt an sauberem Trinkwasser, die Gefahr von Typhus- und
Choleraerkrankungen ist noch nicht gebannt. Schlammberge und zerstörte
Straßen erschweren den Hilfsteams den Zugang zu noch unversorgten Dörfern.
Die
medizinische Versorgung im Distrikt Barguna verbessern zu helfen, ist nun
auch die Aufgabe von Christl Trischler. Dieser Katastropheneinsatz ist für
die Apothekerin aus Erzhausen beim Darmstadt nichts Neues. Nach dem Erdbeben
in Pakistan im Herbst 2005 leistete sie bereits Nothilfe mit einem
Ärzteteam. "Die Zusammenarbeit mit den Medizinern funktioniert sehr
effizient", sagt die 66-jährige. Die Beschaffung von Arzneimitteln und die
Abgabe an die Patienten bestimmen ihren Tagesablauf.
Nach einem Hilfeaufruf der lokalen Hilfsorganisation Koinonia in der
Hauptstadt Dhaka reiste das erste Ärzteteam von Humedica am 20. November ein
und versorgt in der Gesundheitsstation von Tatulbaria vor allem Patienten
mit Schnitt- und Brandverletzungen, Prellungen und Frakturen.
"Arzneimittelspenden müssen
gerade auch im Notfall am konkreten Bedarf orientiert sein", sagt Ulrich
Brunner, Erster Vorsitzender. Unaufgeforderte Arzneimittellieferungen
schaden oft weit mehr als sie nützen. Ihre Sortierung nimmt Zeit in
Anspruch, die für die Versorgung der Patienten verloren geht. Für schnelle
und unbürokratische Hilfe in Katastrophenfällen ist die Organisation vor
allem auf private Spenden angewiesen.
AoG auf der Expopharm 2007 in Düsseldorf
Die Apotheker ohne Grenzen
waren vom 27. bis 30. September mit einem Stand auf der Expopharm in
Düsseldorf vertreten. Mit über 26.000 Gästen verzeichnete die Messe einen
neuen Besucherrekord.
IMPACT - Taskforce gegen weltweite
Arzneimittelfälschungen
Die Apotheker ohne Grenzen
engagieren sich bereits seit Jahren mit diversen Aktionen im Kampf gegen den
weltweit stark zunehmenden Handel mit gefälschten Medikamenten. Als Reaktion
auf die wachsenden globalen Gefahren für die Gesundheitsversorgung
initiierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Februar 2006 die
International Medical Products Anti-Counterfeiting Taskforce (IMPACT).
IMPACT ist ein Netzwerk zwischen zahlreichen Interessenverbänden,
Organisationen und staatlichen bzw. internationalen Behörden. AoG beteiligt
sich in diesem Netzwerk seit Mitte 2006 und erarbeitet in der Arbeitsgruppe
"Kommunikation" Konzepte gegen den skrupellosen Handel mit gefälschten
Arzneimitteln. Mehr über IMPACT erfahren Sie unter
www.who.int/medicines/services/counterfeit oder per E-Mail bei unserer
Ansprechpartnerin Apothekerin Jutta Doebel
(j.doebel@psfde.org)
AoG, WHO und PSF CI beenden gemeinsame Mission in
Indonesien
Im
Mai 2006 wurde der über dem
„Feuerring“ am westlichen Pazifikrand gelegene Inselstaat Indonesien wieder
einmal von einem Erdbeben erschüttert. Hauptbetroffen von dem Beben mit der
Stärke 5.9 auf der Richterskala war die dicht bevölkerte Insel Java mit den
Provinzen Yogyakarta und Central Java, in denen 6.740 Todesopfer, 45.000
Verletzte und 1.8 Mio. Obdachlose zu beklagen sind. Innerhalb weniger
Stunden erreichten die ersten Hilfsorganisationen mit Rettungsteams,
Arzneimitteln und anderen lebensnotwendigen Materialien die Insel. Unter der
Koordination der Vereinten Nationen wuchs innerhalb der nächsten Tage ein
Netzwerk an Hilfseinheiten heran. Diese akute „ersteterin sowie finanzielle Mittel unterstützt.
Erdbeben auf Java: Deutsche Apotheker mit als erste
Helfer vor Ort
Eschborn/
Bantul 02.06.06 Knapp eine Woche nach dem schweren Erdbeben auf der
indonesischen Insel Java läuft die Katastrophenhilfe der Apotheker ohne
Gre“ Notfallphase wurde von
den Apothekern ohne Grenzen in Kooperation mit humedica unterstützt (siehe
unten). Aufgrund der nicht ausreichenden Katastrophenvorbereitung der
nationalen Gesundheitseinrichtungen und der „überschwemmenden“ und teilweise
unkoordinierten Arzneimittelspenden erhielt PSF-CI (Pharmaciens sans
Frontieres – Comité Internationale) die Anfrage der WHO zur fachgerechten
Unterstützung. In einem gemeinsamen Projekt mit der WHO hat das sechsköpfige
Team von PSF-CI und AoG in acht Wochen folgende Schwerpunkte bearbeitet: 1.
Erarbeitung eines Konzepts und Hilfe bei der Umsetzung der sach- und
umweltgerechten Entsorgung der unbrauchbaren Arzneimittelspenden (50 t). 2.
Unterstützung der einheimischen Apotheker im Notfallmanagement mit
Arzneimitteln. 3. Schulungen und Workshops zu dem wichtigen Thema der
Katastrophenvorbereitung und Hilfe zur Gründung eines
„Apotheker-Notfall-Netzwerkes“ mit dem Ziel der schnellen, eigenen
Handlungsfähigkeit im Falle eines erneuten Desasters. Die enge Kooperation
zwischen der Autorität der WHO und des Fachwissens von PSF führte zu einer
sehr erfolgreichen und erfahrungsreichen Arbeit, was wir an dem Feedback der
Apotheker vor Ort messen konnten. Mit dem Respekt vor deren pharmazeutischem
Wissen und mit einer intensiven Wissensvermittlung sahen wir am Ende des
Projektes eine selbst- und risikobewusste Berufsgruppe, die ihr eigenes
Potential verstärkt wahrgenommen hat und in Zukunft besser gerüstet sein
wird. Eine sehr bewegende Erkenntnis für uns und der höchste Lohn für die
zweimonatige Tätigkeit.
1. Internationale Schulung für pharmazeutische
Einsatzkräfte in der Katastrophenhilfe vom 18. bis 19.11. in Genf/Schweiz
Nach zwei erfolgreichen
Schulung für pharmazeutische Katastrophenhelfer in deutscher Snzen Deutschland (AoG) auf vollen Touren. Bereits 12 Stunden nach dem
Beben schickte die auf medizinisch und pharmazeutische Hilfe spezialisierte
Organisation mit Apotheker Dr. Bernd Stahlhacke einen ersten ehrenamtlichen
Mitarbeiter ins Krisengebiet. Stahlhacke betreibt gemeinsam mit Ärzten und
Sanitätern der Partnerorganisation Humedica (Kaufbeuren) seitdem eine mobile
Klinik in der Umgebung der stark zerstörten Stadt Bantul. „Nach der
Erstversorgung werden aus Kapazitäprache bieten
die Apotheker ohne Grenzen Deutschland in Kooperation mit PSF Schweiz nun
einen Workshop für Notfallhelfer in englischer Sprache an. Das zweitägige
Seminar findet vom 18. bis 19. November in Genf/Schweiz statt, und richtet
sich vornehmlich an Apothekerinnen und Apotheker aus Europa, die als
ehrenamtliche Hilfskräfte einen medizinischen Katastropheneinsatz begleiten
wollen. Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie bei Jochen
Schreeck (j.schreeck@psfde.org). Mitglieder der AoG finden die Einladung und
das detaillierte Programm im internen Bereich.
Weltweite Arzneimittelfälschungen
AoG sucht Mitarbeiter für die Arbeitsgruppe IMPACT
Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschäftigt sich seit einiger Zeit im
Rahmen der IMPACT (INTERNATIONAL MEDICAL PRODUCTS ANtsgründen bereits viele Patienten aus den
Kliniken entlassen. Wir übernehmen nun in den Dörfern die Nachsorge und
Basisversorgung“, berichtet Stahlhacke. Inzwischen bemühen sich weitere
Apothekerinnen und Apotheker aus Deutschland um eine sachgerechte Versorgung
der Opfer mit essenziellen Medikamenten und die Koordination des Nachschubs.
„Die Erfahrungen zeigen, dass bei solchen Katastrophen gerade aus
Industrieländern oft Arzneimittel gespendet werden, mit denen
HiTI-COUNTERFEITING
TASKFORCE) mit der Bekämpfung von weltweiten Arzneimittelfälschungen. Um
dieses umfangreiche Themengebiet detailliert bearbeiten zu können, werden
von der IMPACT mehrere Arbeitsgruppen gebildet. Die Apotheker ohne Grenzen
Deutschland werden in einer dieser Arbeitsgruppen mitarbeiten und ihr
pharmazeutisches Wissen einbringen. Mitglieder, die Interesse haben, sich
mit Ideen, Vorschlägen und ihrer Tatkraft in dieser Arbeitsgruppe zu
engagieren, melden sich bitte bei Jutta Doebel (j.doebel@apotheker-ohne-grenzen.de).
Erdbeben auf Java
Eschborn/ Yogyarkarta 26.06.06 Die Medien berichten kaum noch über die
Folgen des Erdbebens auf der Insel Java. Im Gegensatz dazu beschäftigt die
Apotheker ohne Grenzen Deutschland noch immer die Lage vor Ort. Der
Notfalleinsatz hilfsbedürftige in akuten Notsituationen nichts anfangen können“, so die
Apotheker. Gemeinsam mit Kollegen ihrer internationalen Dachorganisation
Pharmaciens sans frontières Comité International (PSF CI), die seit der
Fluthilfe in Banda Aceh im Land arbeiten, wollen die Spezialisten aus
Deutschland nun flächendeckend die Arzneimittelversorgung in der Region
organisieren.
Apotheker ohne Grenzen beenden Nothilfeeinsatz auf
Java
Am 7. und 9. Juni kehrten
beide AoG-Einsatzkräfte nach Deutschland zurück und beendeten die gemeinsame
Mission mit Humedica. Die Versorgung im Erdbebengebiet konnte in die Hände
einheimischer Kräfte übergeben werden. Wir halten es für eine sehr positive
Entwicklung, dass eine geordnete Versorgung durch lokale Kräfte schon nach
wenigen Tagen möglich war und die deutschen Helfer sich nach einer im
Vergleich zu den bisherigen Einsätzen kurzen Einsatzdauer zurückziehen
konnten. Die Apotheker ohne Grenzen werden in den kommenden Monaten gezielt
lokale Strukturen unterstützen. Aus diesem Grund wurde zusammen mit
Pharmaciens sans Frontieres Comité International und der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Programm zur Schulung und zum Aufbau
geeignete pharmazeutischer Strukturen in den betroffenen Gebieten
entwickelt. Von deutscher Seite wird das Programm durch den zweimonatigen
Einsatz einer AoG-Mitarberin auf
Java begleitet.
Apotheker ohne Grenzen starten in Erbebenregion
auf Java
München/Yogyarkata 28.05.2005 Wieder trifft Südostasien eine
Naturkatastrophe. Als gestern morgen die Erde auf Java bebte, setzte sich
das nach den Einsätzen in Sri Lanka und Pakistan erstellte Notfallprogramm
der Apotheker ohne Grenzen in Gang. Dr. Bernd Stahlhacke von Apotheker ohne
Grenzen und ein dreiköpfiges Ärzteteam der Hilfsorganisation Humedica,
bestehend aus Dr. Francis Porter, Dr. Mathias Ortmann und Teamleiter Markus
Köhler starteten gestern Abend vom Flughafen München aus in das von einem
verheerenden Erdbeben betroffene Gebiet in Yogyarkarta auf der indonesischen
Insel Java.
Die beiden Hilfswerke haben bereits mehrfach gemeinsame Einsätze
durchgeführt, wie z.B. nach der Tsunamikatastrophe im Dezember 2004 und dem
Erdbeben in Pakistan im Oktober 2005. Das Team führt Ausrüstung und
Notfallmedikamente, sogenannte Emergency Health Kit, mit sich, die eine
Behandlung von 3.000 Personen ermöglichen. In Jakarta werden die deutschen
Helfer von einem Mitarbeiter der Partnerorganisation Helimission
(Trogen/Schweiz) in Empfang genommen, die sich um die Weitertransport von
Personal und Material in das Notstandsgebiet bemühen.
Das
Beben erreichte offiziellen Angaben zufolge eine Stärke von 6,2 auf der
Richterskala und ereignete sich in den frühen Morgenstunden, wobei das
Epizentrum ca. 37 km südlich der 500.000 Einwohner zählenden Stadt
Yogyakarta auf der dichtbesiedelten indonesische Hauptinsel Java lag.
Aufgrund der heftigen Erdstösse ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben des
Sozialministeriums auf über 4.500 angestiegen. Viele tausend Menschen wurden
verletzt und zahllose Personen werden noch unter den Trümmern vermutet.
Besonders hart betroffen ist die Universitätsstadt Yogyakarta. Tausende von
Häusern wurden zerstört. Der Flughafen von Yogyakarta ist aufgrund starker
Beschädigungen der Start- und Landebahnen vorerst gesperrt.
Mitgliederversammlung mit Rekordbeteiligung und
hohem Besuch
Am 01. April 2006 fand die
Mitgliederversammlung der Apotheker ohne Grenzen in Niederursel bei
Frankfurt statt. Von den jeweiligen Projektleitern oder durch
Fotodokumentationen der Einsatzkräfte erfuhren 61 Mitglieder und
Interessierte in zweieinhalb Stunden alles Wichtige aus den laufenden
Projekten in Argentinien, Mexiko, Moldaurepublik, Erdbebenhilfe Pakistan und
Wiederaufbauhilfe Sri Lanka. Jean Jacques Gaye, Präsident von Pharmaciens
sans Frontières Comité International, Andrea Isenegger, Geschäftsführerin
PSF Schweiz, sowie 3 Ärzte der Pédiatres du Monde überzeugten sich von der
Leistungsfähigkeit unseres deutschen Nationalverbands und boten weitere
Kooperationsmöglichkeiten für die Zukunft an. Der Geschäftsbericht des
Vorstands wurde zügig vorgestellt, weiten Raum nahmen die Diskussionen zur
Einrichtung einer hauptamtlichen Geschäftsstelle und der geplanten
Satzungsänderung ein. Turnusgemäß fanden die Neuwahlen von Vorstand und
Rechnungsprüfern statt. Wieder angetreten und in ihren Ämtern bestätigt
wurden Ulrich Brunner als erster Vorsitzender, Jochen Schreeck als
stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister Wolfgang Ernst. Zur
Schriftführerin gewählt wurde Jutta Doebel, die seit einem Jahr bereits als
Beisitzerin im Vorstand mitgewirkt hatte. Neu gewählt wurden die Beisitzer
Dr. Reinhard Behm aus Walzbachtal, Andreas Portugal aus Jarmen und Andrea
Schwaben aus Aschaffenburg. Als Rechnungsprüfer stehen erneut Dr. Stephan
Jacobi und Dr. Thomas Weppelmann zur Verfügung. Das Protokoll der
Mitgliederversammlung lesen Sie demnächst im internen Bereich der Homepage.
Unruhen in Pakistan gefährden Einsatz deutscher
Apotheker
18.02.2006 -
Antiwestliche Demonstrationen sowie zunehmende Unruhen in Pakistan als
Reaktion auf die Veröffentlichung von Karikaturen einer dänischen Zeitung
erschweren seit einigen Tagen zunehmend die Arbeit europäischer
Hilfsorganisationen in den Erdbebenregionen Pakistans. Auch die Apotheker
ohne Grenzen, die mit Unterbrechungen seit Oktober mit ehrenamtlichen
Pharmazeuten vor Ort arbeiten, werden in ihrer Arbeit eingeschränkt. Der
Bezirk der Nichtregierungsorganisationen in Manshera wurde von der Polizei
inzwischen hermetisch abgeriegelt. Der für Anfang März geplante Besuch von
US-Präsident George Bush könnte die Lage im Land zudem weiter verschärfen.
"Es ist ganz wichtig zu differenzieren. Nicht alles, was in der Zeitung
steht, passt zu der Region, in der wir arbeiten. Wir sind hier von der
Bevölkerung herzlich willkommen und wir haben einen Auftrag", berichtete am
vergangenen Freitag Dr. Reinhard Behm, AoG-Mitarbeiter vor Ort. Sollte sich
die Situation im Land allerdings weiter verschärfen, erwägt AoG jedoch einen
zwischenzeitlichen Rückzug aus den Projekten in Pakistan.
AoG koordiniert AM-Programm für Caritas und Mercy
Corps in Manshera, Pakistan
12.02.2006 -
Nach der
Soforthilfe laufen seit Wochen verschiedene mittelfristige
Hilfsprogramme der Apotheker ohne Grenzen Deutschland in Pakistan.
Einsatzort ist die Stadt Manserha im Norden Pakistans. Dort hatten die
Apotheker ohne Grenzen zuvor gemeinsam mit einem Humedica-Ärzteteam über Wochen
medizinische Nothilfe geleistet. Die Apotheker ohne Grenzen verantworten in
Mansehra die sachgerechte Arzneimittelversorgung von Krankenstationen und
mobilen Kliniken der Partnerorganisationen Caritas Pakistan und Mercy Corps.
Zudem beschaffen die AoG essenzielle Arzneimittel für eine Kinderklinik der
französischen Nichtregierungsorganisation Action contre la faim (ACF). AoG
plant eine permanente Präsenz in der Krisenregion bis Mitte 2006. Für die
einzelnen Projekte stellten die deutschen Apotheker inzwischen circa 50.000
Euro zur Verfügung. Neben der Versorgung mit qualitativ hochwertigen
Arzneimitteln berät AoG andere Hilfsorganisationen in verschiedenen Fragen
der Arzneimittellogistik sowie dem Stock-Management.
AoG-Kalender für 2007 kann ab sofort bestellt
werden
10.02.2006 -
Auch 2007 wird es wieder einen AoG-Streifenkalender mit gemalten Bildern von
Kindern aus den Projektländern geben. Mehr Informationen finden Sie
hier
Grundsteinlegung in Kalmunai, Sri Lanka
10.02.2006 -
In der vergangenen Woche haben die srilankische Bauministerin Ashroff sowie
Mitarbeiter der Apotheker ohne Grenzen und der Littlesmile Association
offiziell den Grundstein für das neue Apothekengebäude des
Ashroff-Memorial-Hospitals in Kalmunai gelegt. Die Apotheker ohne Grenzen
engagieren sich seit Dezember 2004 in der von der Flut stark zerstörten
Stadt an der Ostküste Sri Lankas. Der Neubau der Klinikapotheke liegt
alleine in der Verantwortung der Apotheker ohne Grenzen. Grundlage für das
Hilfsprojekt bildet eine Kooperation zwischen AoG und dem
Gesundheitsministerium von Sri Lanka. Alleine die Baukosten werden sich auf
rund 350.000 Euro belaufen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2008 geplant.
Das Projekt konnte nur Dank der guten Zusammenarbeit mit der
Hilfsorganisation Little Smile realisiert werden. Im Gegenzug werden sich
die Apotheker ohne Grenzen am Neubau der Littlesmile-Kinderklinik in
Kalmunai beteiligen. Neben diesen beiden Hilfsprogrammen betreuen die
Apotheker ohne Grenzen weitere Aufbauprojekte an der Westküste sowie im
Norden der Insel. Das Programm zur pharmazeutischen Betreuung von
Diabetikern in der Region Jaffna ruht derzeit aufgrund der Unruhen in den
Tamilengebieten.
AoG lädt ein zur ersten Schulung für Koordinatoren
im Katastropheneinsatz
10.02.2006 -
Nach einem turbulenten Jahr und zahlreichen Notfallmissionen im Jahr 2005
werden die Apotheker ohne Grenzen Deutschland ihre Arbeit in der
Katastrophenhilfe 2006 weiter professionalisieren. Dazu sollen im Frühjahr
2006 erstmals so genannte Einsatzkoordinatoren für Notfallmissionen geschult
werden. Inhalt der zweitägigen Schulung am 11. und 12. März in Aschaffenburg
sind unter anderem Teamplanung, Sicherheit im Einsatz, Strukturaufbau
verschiedener NGO, das Essential-Drug-Programm der WHO sowie Kommunikation.
Die Schulung richtet sich an ehrenamtliche Mitarbeiter, die bereits an einem
Einsatz der AoG teilgenommen haben. Aber auch andere Interessenten sind
herzlich eingeladen. Programm oder Einladung finden Sie im
internen Bereich.
Mittelfristiges Hilfsprogramm für Pakistan läuft
an
27.11.2005 -
Über einen Monat nach dem Erdbeben leidet die Bevölkerung im Norden Pakistans
und angrenzenden Gebieten noch immer unter den Folgen der verheerenden
Naturkatastrophe. Zehntausende starben, Millionen Menschen verloren ihr
Obdach. Inzwischen steht der Wintereinbruch unmittelbar bevor. Nach der
Soforthilfe starten die Apotheker ohne Grenzen Deutschland nun ein
mittelfristiges Hilfsprogramm. Vor wenigen Tagen kehrten das letzte AoG-Hilfsteam aus seinem Einsatz in Manserha zurück. Dort hatten die
Apotheker ohne Grenzen gemeinsam mit einem Humedica-Ärzteteam über Wochen
medizinische Hilfe geleistet. Die Pharmazeuten koordinierten die
sachgerechte Arzneimittelversorgung und betrieben eine der Ambulanz
angegliederte Behelfsapotheke. Leider landeten wie in den vom Tsunami
getroffenen Gebieten auch in Pakistan große Mengen ungeeigneter
Arzneispenden. „Der medizinische Müll wurde zum Teil in den Straßengraben
gekippt und von dort mit einem kleinen LKW abgeholt, manchmal auch vor Ort
verbrannt. Gebrauchte Nadeln lagen direkt auf der öffentlichen Strasse“, so
AoG-Mitarbeiterin Apothekerin Christl Trischler. Wie zuletzt während der
Flutkatastrophe gefährden in guter Absicht gespendete aber völlig
unbrauchbare Medikamente die öffentliche Gesundheitsversorgung und stellen
die lokalen Behörden vor Entsorgungsprobleme. Hilfslieferungen mit
Medikamenten und medizinischen Gütern müssen daher unbedingt
bedarfsorientiert und zielgerichtet stattfinden, warnt Dr. Thomas Bergmann,
AoG-Einsatzleiter Pakistan. Die Versorgung der Bevölkerung mit essenziellen
Arzneimitteln und Hilfsgütern steht auch im Mittelpunkt des nun anlaufenden
mittelfristigen Hilfsprogramms. Die Apotheker ohne Grenzen arbeiten vor Ort
mit zwei pakistanischen Hilfsorganisationen zusammen. Die deutschen Helfer
betreuen verschiedene Ambulanzen und Kliniken und bemühen sich vor allem um
traumatisierte Kinder.
Apotheker ohne Grenzen weiten ihre Hilfe in
Pakistan aus
20.10.2005 –
Knapp 14 Tage nach dem verheerenden Erbeben im Norden Pakistans ist heute
die erste Mitarbeiterin der Apotheker ohne Grenzen aus der Krisenregion
zurückgekehrt. Die ehrenamtlich tätige Apothekerin aus Lohfelden bei Kassel
versorgte in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Ärzten der
Partnerorganisation Humedica mehrere tausend Patienten mit dem medizinisch
Notwendigsten. Im Mittelpunkt des Engagements der Apotheker ohne Grenzen in
der Stadt Manshera, circa 50 Kilometer nördlich von Islamabad, steht vor
allem die Logistik und Abgabe von essenziellen Arzneimittel und
medizinischen Hilfsgütern. So konnte das Team bereits kurze Zeit nach dem
Erbeben eine erste Ambulanz sowie ein Arzneidepot in der Nähe des völlig
zerstörten Distriktkrankenhauses aufbauen. Noch immer werden dort täglich
Hunderte von Patienten vor allem mit Schmerzmitteln und Antibiotika
versorgt. „Unsere Hilfe wird sicherlich noch mehrere Wochen in der Region
gebraucht“, berichtete die ehrenamtlich tätige Apothekerin nach ihrer
Rückkehr nach Deutschland. Immer wieder erreichen Patienten mit mangelhaft
versorgten Wunden, Knochenbrüchen und Quetschungen die Ambulanz. Das
AoG-Team wurde inzwischen durch weitere Pharmazeuten ergänzt. Am Samstag
brechen zwei weitere Hilfskräfte nach Pakistan auf. Neben der Arbeit mit
Humedica bemühen sich die Apotheker ohne Grenzen Deutschland inzwischen für
andere Hilfsorganisationen darunter die UNICEF die teilweise unkoordinierten
Spendenlieferungen zu sichten und zu sortieren. Die AoG sichern damit den
Nachschub an Arzneimitteln für die Ärzteteams. Weitere Arzneidepots sollen
nun in der Region eingerichtet werden. „Die Zusammenarbeit mit den anderen
Teams läuft hervorragend,“ so die Apotheker. Hilfslieferungen mit
Medikamenten und medizinischen Gütern müssen unbedingt bedarfsorientiert und
zielgerichtet stattfinden. Auch Manshera erreichen immer unaufgefordert
gelieferte und ungeeignete Hilfsgüter. So können Arzneimittel großen Schaden
anrichten, warnen die Apotheker ohne Grenzen.
Erbeben in Pakistan: AoG-Mitarbeiter leisten
Katastrophenhilfe

Fotos:
Humedica/Pakistan Relief
12.10.05 Nach dem verheerenden Erdbeben in
Pakistan ist am 11.10.05 ein gemeinsames Einsatzteam der Apotheker
ohne Grenzen Deutschland sowie der Partnerorganisation Humedica in die
Krisenregion gestartet. Die ehrenamtlich tätigen Apotheker, Ärzte und
Krankenschwestern sowie Koordinatoren aus Deutschland werden in der Stadt
Mansehra, 50 Kilometer Luftlinie nördlich von Islamabad medizinische
Katastrophenhilfe leisten. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation
"PAK Relief & Development Agency" soll eine mobile Klinik eingerichtet
werden, um möglichst schnell und effektiv Opfern des Erdbebens helfen zu
können. Das Team führt Ausrüstung und Notfallmedikamente so genannte
Emergency Health Kits mit sich. Die Kits ermöglichen die Basisversorgung von
bis zu 3000 Personen. Noch immer sind die Informationen spärlich und das
Ausmaß der Katastrophe nicht zu überblicken. Die Infrastruktur in der
nordöstlich von der Hauptstadt Islamabad gelegenen Kashmir-Region ist nahezu
komplett zusammengebrochen. Nach offiziellen Angaben war das Erdbeben eines
der stärksten, das in dieser Region Asiens je gemessen wurde. Wie auch bei
dem Einsatz der Apotheker ohne Grenzen in Sri Lanka sind die Apotheker im
Hilfsteam vor allem für die Bereitstellung und Abgabe der Medikamente und
Verbandsstoffe verantwortlich und koordinieren vor Ort den Nachschub der
medizinischen Hilfsgüter.
AoG in Sri Lanka: Kalmunai erhält eine neue
Krankenhaus-Apotheke
12.09.05 Nach über fünf Monaten mühsamer
Planungsarbeit sind nun die entscheidenden Weichen für die langfristige
Aufbauhilfe der Apotheker ohne Grenzen in Sri Lanka gelegt. Das Ashraff
Memorial Hospital in Kalmunai an der Ostküste des Landes erhält eine
komplett neue Krankenhaus-Apotheke. Dazu hatte AoG bereits im Februar 2005
eine Absichtserklärung gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium von Sri
Lanka unterzeichnet. Inzwischen wurden die Baupläne genehmigt. Die
Bauarbeiten an dem dreistöckigen Gebäude, die in enger Zusammenarbeit mit
der Partnerorganisation Littlesmile Association laufen, wurden bereits
begonnen. Nach einer Bauphase von circa 12 bis 16 Monaten soll das komplett
eingerichtete Apothekengebäude an die Krankenhausleitung übergeben werden.
2005 reisen immer wieder Spezialisten der Apotheker ohne Grenzen in die
Region, um Details des Wiederaufbaus zu koordinieren. Für die langfristige
Aufbauarbeit im Land werden die Apotheker ohne Grenzen mehrere Jahre im Land
präsent sein. Neben dem Bauvorhaben in Kalmunai unterstützen die Apotheker
ohne Grenzen auch das kleine Provinzkrankenhaus in Point Pedro. Hier bemüht
sich die Organisation um eine bessere Versorgung von Diabetespatienten. Ziel
des Projektes ist es, registrierte Diabetiker besser einzustellen und
Neuerkrankungen besser zu erkennen. Dazu wird unter anderem ein
Schulungsprogramm zu Prävention aufgebaut.
Neben den Einsatzorten in Point Pedro und Kalmunai konnten die Apotheker
ohne Grenzen inzwischen auch einer privaten Initiative im Süden der Insel
Hilfe zusagen. Die Organisation bezuschusst wichtige Sanierungsarbeiten im
Arachichikanda-Hospitals in Hikkaduwa. Insgesamt belaufen
sich die von den Apothekern ohne Grenzen eingeplanten Finanzmittel für die
langfristige Aufbauhilfe in Sri Lanka auf über 700.000 Euro. Mehr über die
Aktivitäten in Sri Lanka lesen Sie hier...
Expopharm Köln
3.07.05 Vom 22. September bis zum 25. September finden der Deutsche
Apothekertag und die Expopharm in Köln statt. Die Apotheker ohne Grenzen
werden sich dort erneut mit einem Stand präsentieren und sind wieder auf
Ihre Mitarbeit angewiesen. Wer beim Standaufbau am Mittwoch, den 21 .
September (nachmittags) oder der Standbetreuung zwischen Donnerstag 22.
September und Sonntag 25. September mithelfen will, melde sich bitte unter
Angabe der möglichen Zeiten bis möglichst 15. Juli 2005 bei Jochen Schreeck,
sofern die Meldung zur Mitarbeit nicht bereits in der Liste auf der
Mitgliederversammlung erfolgt ist
(j.schreeck@apotheker-ohne-grenzen.de
). Die Einteilung erfolgt in Schichten von circa 3 Stunden. Es bleibt also
auch Zeit, die restliche Messe zu besuchen. Der Standdienst erfolgt zu zweit
oder zu dritt und man hat Gelegenheit auch viele andere Mitglieder zu
treffen und Erfahrungen auszutauschen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich
und die notwendigen Informationen für die Gespräche werden vorher zur
Verfügung gestellt. Bei den bisherigen Messeauftritten des Vereins in
München, Berlin, und auch letztes Mal in Köln konnten gute Kontakte geknüpft
und die Vereinsarbeit publik gemacht werden. Besonders nach unserem Einsatz
in Sri Lanka erwarten wir ein großes Interesse der Messebesucher. An einem
oder mehreren Abenden wird es wieder ein zwangloses Treffen in einem Lokal
geben. Der genaue Termin und Ort werden noch bekannt gegeben. Jochen
Schreeck (Tel. 09561/90476 Fax. 09561/99653).
Mitgliederversammlung am 23.04.2005 im Biozentrum Niederursel
28.04.2005 Frankfurt-Niederursel - Seit dem
Einsatz in Sri Lanka ist das Interesse an unserer Vereinsarbeit deutlich
gestiegen und erwartungsgemäß konnte ein neuer Teilnehmerrekord verzeichnet
werden. Diesmal hatten sich 46 Mitglieder und Gäste auf dem Campus Riedberg
in Niederursel eingefunden. Bereits um 13 Uhr war der Versammlungsraum gut
gefüllt, als der Fernsehbericht über unser erstes Sri Lanka Team „Helfer am
Rande des Paradieses“ vorgeführt wurde.
Der Geschäftsbericht des Vorstands und Haushaltsprüfung 2004 wurden zügig
vorgestellt und der amtierende Vorstand entlastet. Ein Vorstandsposten
musste wegen vorzeitigem Rücktritt für die restliche Amtszeit neu besetzt
werden. Neu als Beisitzerin gewählt wurde Apothekerin Jutta Doebel aus
Erftstadt.
Die jeweiligen Projektleiter berichteten mit ausführlichen Bildvorträgen
über die Hilfe in Argentinien, Moldaurepublik, Tansania und Sri Lanka. Zu
Honduras und Mexiko gab es kurze Zusammenfassungen. Die
Projektpräsentationen nahmen mit der Beantwortung von Fragen diesmal
zusammen mehr als drei Stunden in Anspruch.
Nach der Vorstellung und Genehmigung des Haushaltsplans 2005 gab es als
letzten Tagesordnungspunkt eine kontroverse Diskussion mit den Mitgliedern
über die mögliche Einrichtung einer hauptamtlichen Geschäftsstelle.
Das Protokoll der Mitgliederversammlung wird für Mitglieder wieder in den
internen Nutzerbereich eingestellt werden.
AoG bereiten langfristiges
Engagement in Sri Lanka vor
12.02.2005 Eschborn/Sri Lanka -
Knapp vier Wochen nach der verheerenden Flutwelle an der Küste
Sri Lankas läuft die kurzfristige und mittelfristige Katastrophenhilfe der
Apotheker ohne Grenzen noch immer auf Hochtouren. In den letzten Wochen
transportierte die Organisation ca. 5 Tonnen Fracht im Wert von rund 80.000
Euro sowie 12 Apothekerinnen und Apotheker in die Einsatzgebiete Point Pedro
und Kalmunai. In Point Pedro stellen seit 28.12. Apotheker sowie Ärzte der
Partnerorganisation Humedica die Basis-Gesundheitsversorgung sicher. Die
Teams wechseln sich jeweils im 3-Wochen-Rythmus ab.
 
Parallel stellte AoG die Versorgung des Ashraff Memorial Hospitals in
Kalmunai an der Ostküste des Landes mit zwei großen Hilfslieferungen
wichtiger Medikamente sicher.
Die Region
um Kalmunai wurde von der Flut besonders hart getroffen. Allein hier sind
bis heute über 8.500 Todesopfer zu beklagen. Die Hälfte der Stadt wurde von
der Seewelle für rund 3 Stunden völlig überflutet. Das Ashraff Memorial
Hospital ist die zentrale medizinische Einrichtung im Distrikt und versorgt
35 kleinere Stationen in der Region mit über 400.000 Einwohnern. Die
Infrastruktur wurde durch die Flut nachhaltig zerstört. Es besteht
dringender Bedarf an Versorgungseinheiten und Fachkräften.
Die Versorgung mit Medikamenten ist dagegen inzwischen ausreichend, da sehr
viele Spenden eingingen.
Inzwischen bemühen sich die Apotheker ohne Grenzen vor Ort um langfristige
Aufbaumaßnahmen. Geplant ist der Neubau einer modern ausgestatteten
Krankenhaus-Apotheke sowie eines zentralen Lagerhauses. Die Aufbauarbeiten
sollen in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium von Sri Lanka sowie
lokalen Nicht-Regierungsorganisationen erfolgen. In den nächsten Tagen
reisen weitere AoG-Fachkräfte in die Region um Details des Wiederaufbaus zu
koordinieren.
Die Erfahrungen der letzten Wochen zeigen einmal: Hilfslieferungen
mit Medikamenten und medizinischen Gütern müssen unbedingt bedarfsorientiert
und zielgerichtet stattfinden. Inzwischen türmen sich in den von der Flut
betroffenen Regionen unaufgefordert gelieferte und ungeeignete Hilfsgüter.
Besonders Arzneimittel können so großen Schaden anrichten.
Die Hilfsbereitschaft ist
überwältigend
12.01.2005 Eschborn/Sri Lanka - Die
schreckliche Flutkatastrophe in Südost-Asien hat eine unglaubliche Hilfsbereitschaft
in den Apotheken und allen Kreisen der Bevölkerung hervorgerufen. Der
Spendeneingang für unsere Arbeit in Sri Lanka ist überwältigend. Allen, die
bisher mit ihren spontanen, großzügigen Spenden diese Arbeit ermöglicht
haben, danken die Apotheker ohne Grenzen auf das Herzlichste. Über der
notwendigen Hilfe für die überlebenden Opfer dürfen jedoch die Menschen in
anderen Regionen der Erde nicht vergessen, die bereits vor der
Flutkatastrophe nur mit unserer Hilfe Zugang zu sicheren Arzneimitteln
hatten und die unsere Unterstützung auch noch lange nach der Beseitigung der
materiellen Flutschäden benötigen werden. Wir bitten Sie deshalb, Spenden
nicht mehr unter der Zweckbestimmung „Flutkatastrophe“ zu überweisen.
Spenden ohne diese Zweckbestimmung ermöglichen es uns, flexibler auf den
aktuellen Bedarf vor Ort in Sri Lanka und in unseren anderen Projekten zu
reagieren. Wir sichern allen Spendern zu, dass wir in Sri Lanka, solange
dies erforderlich und fachlich vertretbar ist, weiterarbeiten
werden, um die Not zu lindern.
Projekte in Tansania/Moldau laufen weiter - Einsatzkräfte
sind vor Ort
12.01.2005
Aber auch in unseren anderen Projekten
leisten wir sinnvolle pharmazeutische Arbeit, die langfristig ausgelegt ist.
So fliegt am Sonntag ein Team mit zwei AoG-Mitarbeitern
in die Republik Moldau.
Hier wird nach langer Vorbereitung die erste große Medikamentenlieferung
angeliefert und übergeben. Auch
in unserem Projekt in Tansania kümmern sich zwei Einsatzkräfte zur Zeit vor
Ort um den weiteren Fortgang.
Hierfür benötigen wir ebenfalls Ihre Unterstützung.
Die Apotheker ohne Grenzen planen inzwischen gemeinsam mit ihren
Partnerorganisationen den Aufbau einer langfristigen und nachhaltigen
Unterstützung in Sri Lanka. Dabei sollen vornehmlich gemeinsam mit lokalen
Initiativen und in Absprache mit den Behörden zerstörte
Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen wieder aufgebaut werden. Am 12.01
startete ein neues Team von Deutschland nach Colombo. 2 Apotheker übernehmen
die Arbeit ihrer Kollegen im Nordosten der Insel. Eine weitere Mitarbeiterin
wird ab sofort die Projektarbeit an der Ostküste in Kalmunai koordinieren.
Hier kooperieren die Apotheker ohne Grenzen mit der nationalen NGO Little
Smile (www.littlesmile.de), die in
Koslanda seit Jahren ein Kinderheim betreibt. Bis 18.01 sollen zudem die
restlichen 3 Tonnen der vom Ashraff Memorial Hospital angeforderten
Arzneimittel in Kalmunai verteilt werden.
Arzneimittelspenden: Vieles geht am Bedarf vorbei
11.01.2005 Eschborn/Sri Lanka - Berge von Arzneimittelmüll
vergrößern das Chaos in den überfluteten Landstrichen. Durchweg Medikamente,
die Menschen in den Industrieländern in dem Glauben gesammelt haben: Besser
irgendwelche Arzneimittel als gar keine. Ein Trugschluss, denn
Altarzneimittel-Spenden bringen viele Probleme mit ins Land. Jochen Schreeck,
stellvertretender Vorsitzender der Apotheker ohne Grenzen Deutschland: „Aus
Industrieländern kommen oft Arzneimittel, mit denen Hilfsbedürftige
in akuten Notsituationen nichts anfangen können: Die Mittel wirken gegen
Diabetes oder Bluthochdruck. Den Menschen in Not fehlen jedoch zum Beispiel
Antibiotika oder Mittel gegen Malaria.“ Außerdem sind die Beipackzettel der
Altarzneimittel in Sprachen verfasst, die in Südostasien nicht verstanden
werden. Nicht zielgerichtete
Arzneispenden treffen nie den Bedarf. Erst, wenn feststeht, was die
Notleidenden tatsächlich brauchen, macht es Sinn, die rasche Einfuhr von
Arzneimitteln zu veranlassen. Schreeck, kommt gerade vom Einsatz in
Südostasien zurück und schildert: „Wir haben in den Spenden viele
ungeeignete Arzneien vorgefunden. So machen zum Beispiel Zäpfchen bei den
hohen Temperaturen im Land keinen Sinn, ebenso wie Brausetabletten, die bei
unzureichender Wasserqualität gar nicht
verwendet werden können“. Die Apotheker ohne Grenzen Deutschland sind auf
den Umgang mit Arzneimitteln spezialisiert. Die Fachleute greifen bei
Notfalleinsätzen auf so genannte Emergency Health Kits zurück. Diese
Notfallsortimente mit allen wichtigen Arzneimittel für Katastropheneinsätze
sind bereits fertig verpackt und preisgünstig. Mit einem Kit können bis zu
1000 Menschen über drei Wochen mit dem Nötigsten versorgt werden.
Mitarbeiter der Apotheker ohne Grenzen sondieren zudem vor Ort den Bedarf an
Arzneimitteln und beziehen dann von speziellen Anbietern günstige
Großpackungen in der erforderlichen Qualität. Rund vier Tonnen Arzneimittel
wurden seit 28. Dezember in die Notstandsgebiete in Sri Lanka transportiert
und verteilt. „Der erste Bedarf an dringend nötigen Medikamenten ist
gedeckt. Jetzt ist es wichtig, zerstörte Gesundheitsstrukturen wieder
aufzubauen. Dabei werden wir wenn möglich auf die lokale
Arzneimittelproduktion zurückgreifen“, erklärt der Apotheker.
Apotheker ohne Grenzen
senden weitere Hilfe und Einsatzkräfte nach Sri Lanka
05.01.2005
Eschborn/Sri Lanka – Ein Team der Apotheker ohne Grenzen (AoG) hat als eine
der ersten Hilfsorganisationen im Nordosten Sri Lankas die Arbeit
aufgenommen. Seit 28. Dezember 2004 koordinieren die Apotheker
die Arzneimittellogistik für den Gesundheitsposten in Point Pedro auf der Jaffna-Halbinsel. In Zusammenarbeit mit den Ärzteteams von Humedica
verantworten sie die medizinische Versorgung von 5000 Flüchtlingsfamilien im
tamilischen Rebellengebiet, das sind circa 15000 Personen, verteilt auf 28
Flüchtlingslager. Da sich ein Ende der Katastrophe nicht absehen lässt,
haben beide Organisationen entschlossen, weitere Kräfte in den Einsatz zu
schicken. Ein weiteres Team aus Apothekern, Ärzten und Rettungssanitätern
hat Lager im Nordosten Sri Lankas bereits die Arbeit übernommen. Es führte
1,2 Tonnen Medikamente und Verbandsstoffe mit sich. Die von Deutschland
eingeflogenen Hilfsgüter, belaufen sich damit auf insgesamt fünf Tonnen.
„Wir w erden
hier noch wochenlang alle Hände voll zu tun haben“, so einer der Apotheker
vor Ort. Noch bis mindestens März werden sich Pharmazeuten und Mediziner in
Point Pedro einsetzen. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Fachrichtungen hat sich einmal mehr bewährt. Die Kontrolle und Abgabe der
Arzneimittel durch die Apotheker hält den Ärzten den Rücken frei für ihre
Arbeit.
Das erste Apotheker-Team hält sich weiterhin auf der Insel auf. Als
Erkundungstruppe ermitteln sie derzeit die Lage an der von der Flutwelle
stark verwüsteten Ostküste. Im zentralen Krankenhaus in dem muslimischen Ort
Kalmunai wurden Arzneimittelvorräte durch die Flut nahezu vollständig
zerstört. Die Pharmazeuten ermitteln dort nun den Bedarf an wichtigen
Medikamenten. Die pharmazeutische Hilfe soll noch in den nächsten Tagen in
die Krisenregion transportiert werden. „Es muss unbedingt der Bedarf geprüft
werden, bevor aufwändig weitere Hilfsgüter transportiert werden.
Zielgerichtete Hilfe ist jetzt essenziell, um nicht unnötig wichtige
Kapazitäten zu blockieren“, so die Einsatzkräfte. Der Verband hält sich
strikt an die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation zur sinnvollen
Arzneimittelspendenpraxis und lehnt daher auch den Versand von
Altmedikamenten ab.
Erste Einsatzteam
in Sri Lanka
31.12.2004 Colombo/Eschborn Arzneimittel im Wert
von 15000 Euro und ein Hilfsteam aus Apothekern und Ärzten starteten noch am
Dienstagabend den 28.12.2004 vom Frankfurter Flughafen aus ins
Katastrophengebiet Südost-Asiens. Inzwischen ist am 31.12.2004 eine zweites
Team mit weiteren 2 Apothekern aufgebrochen, darunter eine Pharmazeutin
unserer Partnerorganisation PSF-Schweiz.
Die Apotheker ohne Grenzen Deutschland
organisierten den Hilfseinsatz innerhalb weniger Tage. Die
Unglücksnachricht riss auch uns aus der Feiertagsstimmung. Schnell
entschlossen sich jedoch die Verantwortlichen des Vereins, Hilfe zu leisten.
Ein Team aus 2 Apothekern sowie mehreren Ärzten der Partnerorganisation Humedica aus Kaufbeuren ist
seit 28.12. bereits an der Nordostküste Sri Lankas im
Einsatz. Die Fluggesellschaft LTU transportierte das Team umsonst nach
Colombo. Mit im Gepäck hatten die Pharmazeuten mehrere Paletten
lebenswichtiger Medikamente und Verbandsmaterial, verpackt in so genannten Emergency Health Kits. Mit diesen speziell für Kriseneinsätze entwickelten
Kits können mehrere tausend Menschen über drei Wochen medizinisch mit dem
Notwendigsten versorgt werden. Die Medikamente stellte das Hilfswerk
Bayerischer Apotheker in München zur Verfügung.

Die beiden Apotheker
koordinieren
seither die Arzneimittellogistik
und sichern so den Nachschub für die Ärzteteams von Humedica.
Da sich ein Ende der Katastrophe nicht
absehen lässt, startete am Silvesterabend ein weiteres Team nach Colombo.
Diesmal begleiten zwei Hilfskräfte der Apotheker ohne Grenzen ein größeres
Humdedica-Team mit Ärzten und Rettungssanitätern. Das Team führt 1,2 Tonnen
Medikamente und Verbandsstoffe mit sich. Die von Deutschland eingeflogenen
Hilfsgüter, vor allem aus dem medizinischen Bereich, belaufen sich damit auf
insgesamt fünf Tonnen. Humedica plant nach großzügigen Spendenzusagen der
Industrie weitere Hilfslieferungen von mehr als 10 Tonnen Milchpulver und
Hunderte Paletten Verbandsstoffe und Medikamente. Humedica ist in dem
zugewiesenen Aufgabengebiet bei Point Pedro (Jaffna-Halbinsel) im
tamilischen Rebellengebiet verantwortlich für 5000 Flüchtlingsfamilien, das
sind circa 15.000 Personen, verteilt auf 28 Flüchtlingslager. Neben der
medizinischen Betreuung verteilt Humedica Nahrungsmittelpakete,
Wasserentkeimungstabletten und Decken.
In einer ähnlichen Zusammenstellung konnten die Apotheker ohne Grenzen
bereits im Frühjahr 2001, als ein Erdbeben den indischen Bundesstaat Gujarat
verwüstete, wertvolle Hilfe leisten. „Ob sich eine langfristige
Entwicklungsarbeit an diesen Einsatz anschließt, ist noch nicht klar“, so
Ulrich Brunner, 1. Vorsitzender der AoG. Zunächst müsse das Team die Lage
sondieren und sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut machen. Allein auf
der an der Südspitze Indiens gelegenen Insel kamen nach Angeben lokaler
Behörden weit über 10.000 Menschen ums Leben, hunderttausende wurden obdachlos.
Schon jetzt sind die Krankenhäuser überlastet, Seuchengefahr droht.
Apotheker ohne Grenzen Deutschland
Spendenkonto 5077591
BLZ 50090607
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