Aktuell ...
Nächste ordentliche Mitgliederversammlung am 21. März in Frankfurt am Main

Eschborn/ Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung der Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. findet am Samstag, den 21.03.2008 ab 13 Uhr. im Spenerhaus in 60311 Frankfurt am Main, Dominikanergasse 5, Raum 1 statt. Voraussichtliches Sitzungsende ist gegen 19.00 Uhr. Stimmberechtigt in der Versammlung sind nur ordentliche Mitglieder. Fördermitglieder und Gäste sind jedoch ebenfalls sehr herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Haiti: AoG-Mitarbeiter koordiniert Arzneimittelhilfe für Humedica-Ärzteteam

Eschborn/ Oktober 2008 Seit dem 22. Oktober versorgt Apothekerin Anna Eschweiler die Menschen in Poririer mit lebenswichtigen Medikamenten. Die Pharmazeutin und drei Mediziner kümmern sich um die leidgeprüften Bewohner Haitis, die gleich Opfer mehrere Wirbelstürme wurden.. Ausländische Hilfe ist im ärmsten Land auf dem amerikanischen Doppelkontinent dringend gefragt. Die Hurrikans „Gustav“, „Hanna“ und „Ike“ haben die Jahresernten vernichtet, Häuser hinwegfegt und Infrastruktur zerstört. Die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt, 65 Prozent leben unter der absoluten Armutsgrenze. Medizinische Versorgung ist für sie ein unerschwinglicher Luxus – umso tragischer angesichts der an sich einfach zu behandelnden Erkrankungen: „Am häufigsten treffen wir auf Infekte, Parasiten, Magen- und Atemwegserkrankungen“, berichtet Krankenhausapothekerin Anna Eschweiler aus Münster nach ihrem ersten Einsatztag in Poririer, einem kleinen Dorf circa eine Stunde von der 66.000 Einwohner zählenden Küstenstadt St. Marc entfernt. „Die Zusammenarbeit mit den Ärzten der Partnerorganisation Humedica funktioniert reibungslos. Die Patienten erhalten von mir die Arzneimittel und die Erklärungen zur Einnahme, die Ärzte informiere ich über geeignete Dosierungen und den vorhandenen Bestand an Arzneimitteln. So können wir gemeinsam viel erreichen. Allein heute haben wir über 200 Menschen geholfen.“ Effiziente Zusammenarbeit ist unter den schwierigen Bedingungen eines Notfalleinsatzes nicht immer eine leichte Aufgabe. „Deshalb bereiten wir unsere Einsatzkräfte in Schulungen auf ihre vielseitigen Herausforderungen vor“, erläutert Jochen Schreeck, Zweiter Vorsitzender der Apotheker ohne Grenzen, das Konzept der Hilfsorganisation. Fragen der Arzneimittellogistik stehen dabei ebenso auf dem Programm wie interkulturelle Kommunikation, Teambuilding oder der Umgang mit Gefahrensituationen. „Die Schulungen führen wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation LandsAid unter realen Bedingungen in einem Camp durch“, führt Seminarleiter Jochen Schreeck weiter aus, „schließlich müssen die künftigen Helfer bei einem Nothilfeeinsatz nach einem Erdbeben eventuell auch in einem Zelt übernachten.“ Für Missionen wie in Haiti ist eine gute Vorbereitung dringend nötig: Während die Nachbarn in der Dominikanischen Republik vom Tourismus profitieren, leidet Haiti seit mehr als 20 Jahren unter politischer Instabilität. Im Frühjahr 2008 war es nach einer drastischen Erhöhung der Preise für Reis und Mais zu Unruhen mit Todesopfern gekommen. So wird die Gesundheitsversorgung vernachlässigt, sie braucht bestmögliche Unterstützung aus dem Ausland. Helfen Sie den Apotheker ohne Grenzen bei ihrer Mission auf Haiti.

AoG bietet im September erneut Schulung für Einsatzkräfte an 



Eschborn/ Oktober 2008 Vom 26. bis 28. September veranstalteten die Apotheker ohne Grenzen erneut eine Schulung zur Vorbereitung von Hilfskräften auf einen Katastrophenhilfeeinsatz. Die Schulung fand wieder als Outdoor-Seminar im Allgäu statt. Falls auch Sie Interesse an Seminaren der Apotheker ohne Grenzen haben, wenden Sie sich bitte direkt an die Geschäftstelle der Apotheker ohne Grenzen (info@psfde.org , Telefon (0700-26426400).

Myanmar: AoG beendet Notfallmission in Myanmar

Eschborn/Rangun Juli 2008 Rund drei Monate nachdem der Naturkatastrophe in Myanmar kehrte in den vergangenen Tagen die letzte Einsatzkraft der Apotheker ohne Grenzen aus der Krisenregion zurück nach Europa. Apothekerin Carole Zen Ruffinen koordinierte in den letzten Wochen das AoG-Nothilfeprogramm in Rangun, und konnte dabei erstmals auch bis in das besonders betroffene Delta vordringen. Zuvor war es Mitarbeitern ausländischer Hilfsorganisationen immer wieder untersagt worden, in diese Region zu reisen. Wichtigste Aufgabe der schweizerischen Apothekerin war es, den Bedarf lokaler Partnerorganisationen an Hilfsgütern zu ermitteln, sowie deren pharmazeutische Hilfe zu koordinieren. Insgesamt stellte AoG bei dieser Mission Hilfsgüter im Wert von über 20.000 Euro zur Verfügung. Von Mitte Mai bis Mitte Juli waren dafür drei deutsche Einsatzteams vor Ort.

Myanmar: Apothekerin Dietlinde Kerber übernimmt Koordination in Rangun

Eschborn/Kaufering/Rangun 22. Mai 2008 Die Zahl der Betroffenen des furchtbaren Zyklons "Nagris" ist immer noch unklar. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass an die 100.000 Menschen ihr Leben verloren haben und bis zu 2 Mio. heimatlos geworden sind. Jetzt drohen Infektionskrankheiten, hervorgerufen durch verseuchtes Trinkwasser. Mehrere 100.000 Menschen müssen dringend mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden. Es hat bereits eine Landflucht eingesetzt - Menschen aus dem Iraawaddi-Delta machen sich auf den Weg in die Stadt, in der Hoffnung auf Versorgungschancen. Die Hilfe läuft aufgrund der schwierigen Umstände insgesamt nur schleppend an. Viele Spender sind in Sorge, dass die Hilfe nicht ankommt, und die Folge ist mangelnde Spendenbereitschaft.Die Apotheker ohne Grenzen und ihre Partnerorganisationen Arche Nova e.V. und LandsAid haben eine funktionierende Hilfsstruktur im Land aufgebaut. Ein erstes medizinisches Kit - teilweise gespendet von "Action Medeor e.V."- mit ca. 900kg Medikamenten konnte bereits auf verschiedene Stellen aufgeteilt werden. Medikamente sind weiterhin Mangelware. Selbst die Vereinten Nationen verfügen nicht über genug Bestand in Myanmar, der Nachschub ist schwierig. Hans Musswessels konnte in den vergangenen Tagen mehrere Verteilungen von Lebensmitteln organisieren und durchführen. Nun wird Dietlinde Kerber diese Funktion übernehmen.

 

 

Myanmar: Erkundungsteam in Rangun

Eschborn/Kaufering/Rangun 14.Mai 2008 Über 10 Tage nach der Katastrophe in Myanmar gelingt es ausländischen Helfern kaum zu den Opfern des Zyklons ins Irrawaddy-Delta vorzudringen. Seit heute bemüht sich Hans Musswessels, Projektleiter eines medizinischen Teams der Apotheker ohne Grenzen Deutschland und LandsAid, in Rangun um eine Genehmigung der Militärs. Nur mit der Zustimmung der Regierung können die deutschen Ärzte, Apotheker und Rettungssanitäter endlich in die am stärksten betroffenen Gebiete vordringen. Die Lage im Delta ist weiterhin dramatisch: Während die Schäden des Zyklons „Nargis“ noch nicht zu überblicken sind, droht der notleidenden Bevölkerung nach Angaben des Meteorologie-Zentrums der Vereinten Nationen bereits ein weiterer Wirbelsturm. Die Zahl der Toten und Vermissten schwankt zwischen 30.000 und 100.000, kaum zu zählen sind Obdachlose und Verletzte. Kinder, alte und geschwächte Menschen hat der Zyklon besonders hart getroffen: Windgeschwindigkeiten von über 200 Kilometer pro Stunde hatten sie nichts entgegenzusetzen. Menschen mit empfindlichem Immunsystem sind den Risiken der mangelnden Trinkwasserversorgung und Seuchengefahr besonders ausgesetzt. Einsatzleiter Muswessels kann die guten Kontakte der Partnerorganisation Arche Nova aus Dresden vor Ort nutzen, deren Mitarbeiter bereits in einem Kloster bei Yangun mit der Verteilung von Hygieneartikeln begonnen haben. „Wir konnten gestern ca. 50 km das Deltagebiet südwestlich von Rangun fahren um dort ein beschädigtes buddhistisches Kinderheim aufzusuchen. Drei Kinder starben beim Zusammenbruch des Daches während des Sturmes. Viele der 180 Kinder im Heim sind noch von den Erlebnissen und dem Tod ihrer Freunde traumatisiert“, berichtet ein Mitarbeiter von Arche Nova. Selbst Nichtregierungsorganisationen, die bereits seit langem in Myanmar arbeiten, könnten bisher nur lokales Personal in die betroffenen Gebiete entsenden. Die lokalen Strukturen reichen jedoch nicht aus, um effektiv die dringend benötigte Hilfe an die Menschen zu bringen. Zwar akzeptiert die Militärregierung inzwischen die Einfuhr von Hilfsgütern, sie verweigert aber auch weiterhin ausländischen Helfern den Zugang in die Krisengebiete. „Unser Hilfsteam wartet stündlich auf grünes Licht. Wir wollen die wertvollen Arzneimittel und medizinischen Hilfsgüter nicht einfach der Regierung übergeben “, sagt Ulrich Brunner, Erster Vorsitzender von Apotheker ohne Grenzen. „Ohne fachkundige Anleitung zur Einnahme nützt das beste Medikament nichts. Vor Ort werden einsatzerfahrene Pharmazeuten gebraucht“, so Brunner weiter. Ein „Emergency Health Kit“ von action medeor mit essenziellen Medikamenten zur Versorgung von 1000 Patienten ist bereits in Rangun.

 

 

Zyklon in Myanmar: AoG und LandsAid stellen Einsatzteam bereit

Eschborn/Kaufering, 06. Mai 2008 Nach dem verheerenden Zyklon, der über 20.000 Menschen in Myanmar das Leben kostete, bereiten die Apotheker ohne Grenzen Deutschland gemeinsam mit ihren Partnern von LandsAid einen medizinischen Nothilfeeinsatz vor. Geplant ist die Entsendung eines ersten Teams mit Ärzten, Sanitätern und Apothekern in die Krisenregion. Zudem sollen essenzielle Arzneimittel und Hilfsgüter zur Trinkwasser-Aufbereitung bereitgestellt werden. Für diese Soforthilfe stellt AoG eine erste Anschubfinanzierung von 35.000 Euro zur Verfügung. Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende.

Mehr aktuelle Informationen zum Einsatz lesen Sie hier.

 

Kenia: Medizinische Hilfe für Flüchtlingslager

LandsAid und Apotheker ohne Grenzen leisten gemeinsam Nothilfe




Kaufering/Eschborn/Kisumu, 08. März 2008 Nach den blutigen Unruhen der Wahlen im Dezember hält das Flüchtlingselend in Kenia weiter an. 400.000 Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Die Menschen haben oft kaum mehr bei sich als die Kleider, die sie am Leib tragen. Es fehlt an Decken, Wasserbehältern, Hygieneartikeln. Besonders leiden die Kinder. Sie müssen oft ohne Decken oder Moskitonetz auf dem Boden übernachten. In über 1000m Höhe sind die Nächte empfindlich kalt. Vor allem für die medizinische Versorgung wird ausländische Hilfe dringend gebraucht. „Am häufigsten sehen wir Haut- und Atemwegserkrankungen, blutige Durchfälle, Würmer, Malaria“, berichten die Mediziner des Hilfsteams von LandsAid e.V., die seit Anfang Februar vor Ort in Westkenia sind. Den konkreten Bedarf an Arzneimitteln haben sie bereits erhoben. Die Beschaffung größerer Mengen vor Ort und die Abgabe an die Patienten ist nun Aufgabe von Apothekerin Christl Trischler.



Die Mitarbeiterin von Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. ist am 8. März gemeinsam mit einem zweiten Team von LandsAid nach Kisumu aufgebrochen. Sie kennt die Details, auf die es ankommt, genau: „Ein Inhalator ist für viele Patienten völlig neu. Sie denken oft, dass Medikamente nur geschluckt werden können. Aber gerade Atemwegserkrankungen werde ich in der Kälte der Berge oft erleben.“ Geduldiges Erklären in einer fremden Umgebung ist die 66-jährige aus Erzhausen gewohnt. Sie blickt auf Einsatzerfahrung in Pakistan und Bangladesch zurück. „In Afrika kommt es nicht nur wie überall auf der Welt auf bedarfsgerechte Arzneimittelspenden an, “ sagt Ulrich Brunner, Erster Vorsitzender von Apotheker ohne Grenzen. „Arzneimittelfälschungen haben besonders in afrikanischen Ländern erschreckende Ausmaße angenommen. Die Fachkompetenz von Apothekern ist hier sehr gefragt.“ Wie die Vereinten Nationen nehmen auch die Mitarbeiter von LandsAid und Apotheker ohne Grenzen an, dass die Flüchtlingslager noch Monate, wenn nicht Jahre, weiter bestehen werden. Hans Musswessels, Vorstandsvorsitzender von LandsAid : „Die unter Kofi Annan erwirkte Einigung der Parteien ist ein Schritt in die richtige Richtung, löst aber im Moment nicht die Probleme der Menschen vor Ort.“ Dauerhafte Strukturen und Unterstützung werden benötigt. Für schnelle und unbürokratische Hilfe in Katastrophenfällen sind beide Organisation vor allem auf private Spenden angewiesen.

Zyklon in Bangladesch: Pharmazeutin im Einsatz nach der Flutkatastrophe
 

Am 24.11. ist Christl Trischler, Mitarbeiterin von Apotheker ohne Grenzen, gemeinsam mit einem vierköpfigen Ärzteteam ins Krisengebiet nach Bangladesch aufgebrochen.

6,5 Millionen Betroffene, über 3.500 Tote, eine vernichtete Reisernte und verseuchtes Trinkwasser zählen zu den  Hinterlassenschaften des Zyklons Sidr in Bangladesch. Flutkatastrophen sind am Golf von Bengalen keine Seltenheit. Doch der Klimawandel hat die Häufigkeit der Zahl Hochwasser deutlich erhöht. Die Deiche sind zu niedrig, sie bieten nicht mehr ausreichend Schutz. Es fehlt an sauberem Trinkwasser, die Gefahr von Typhus- und Choleraerkrankungen ist noch nicht gebannt. Schlammberge und zerstörte Straßen erschweren den Hilfsteams den Zugang zu noch unversorgten Dörfern.
 

Die medizinische Versorgung im Distrikt Barguna verbessern zu helfen, ist nun auch die Aufgabe von Christl Trischler. Dieser Katastropheneinsatz ist für die Apothekerin aus Erzhausen beim Darmstadt nichts Neues. Nach dem Erdbeben in Pakistan im Herbst 2005 leistete sie bereits Nothilfe mit einem Ärzteteam.  "Die Zusammenarbeit mit den Medizinern funktioniert sehr effizient", sagt die 66-jährige. Die Beschaffung von Arzneimitteln und die Abgabe an die Patienten bestimmen ihren Tagesablauf.

Nach einem Hilfeaufruf der lokalen Hilfsorganisation Koinonia in der Hauptstadt Dhaka reiste das erste Ärzteteam von Humedica am 20. November ein und versorgt in der Gesundheitsstation von Tatulbaria vor allem Patienten mit Schnitt- und Brandverletzungen, Prellungen und Frakturen.

 "Arzneimittelspenden müssen gerade auch im Notfall am konkreten Bedarf orientiert sein", sagt Ulrich Brunner, Erster Vorsitzender. Unaufgeforderte Arzneimittellieferungen schaden oft weit mehr als sie nützen. Ihre Sortierung nimmt Zeit in Anspruch, die für die Versorgung der Patienten verloren geht. Für schnelle und unbürokratische Hilfe in Katastrophenfällen ist die Organisation vor allem auf private Spenden angewiesen.

AoG auf der Expopharm 2007 in Düsseldorf
Die Apotheker ohne Grenzen waren vom 27. bis 30. September mit einem Stand auf der Expopharm in Düsseldorf vertreten. Mit über 26.000 Gästen verzeichnete die Messe einen neuen Besucherrekord.
 

IMPACT - Taskforce gegen weltweite Arzneimittelfälschungen
Die Apotheker ohne Grenzen engagieren sich bereits seit Jahren mit diversen Aktionen im Kampf gegen den weltweit stark zunehmenden Handel mit gefälschten Medikamenten. Als Reaktion auf die wachsenden globalen Gefahren für die Gesundheitsversorgung initiierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Februar 2006 die International Medical Products Anti-Counterfeiting Taskforce (IMPACT). IMPACT ist ein Netzwerk zwischen zahlreichen Interessenverbänden, Organisationen und staatlichen bzw. internationalen Behörden. AoG beteiligt sich in diesem Netzwerk seit Mitte 2006 und erarbeitet in der Arbeitsgruppe "Kommunikation" Konzepte gegen den skrupellosen Handel mit gefälschten Arzneimitteln. Mehr über IMPACT erfahren Sie unter www.who.int/medicines/services/counterfeit oder per E-Mail bei unserer Ansprechpartnerin Apothekerin Jutta Doebel (j.doebel@psfde.org)


AoG, WHO und PSF CI beenden gemeinsame Mission in Indonesien
Im Mai 2006 wurde der über dem „Feuerring“ am westlichen Pazifikrand gelegene Inselstaat Indonesien wieder einmal von einem Erdbeben erschüttert. Hauptbetroffen von dem Beben mit der Stärke 5.9 auf der Richterskala war die dicht bevölkerte Insel Java mit den Provinzen Yogyakarta und Central Java, in denen 6.740 Todesopfer, 45.000 Verletzte und 1.8 Mio. Obdachlose zu beklagen sind. Innerhalb weniger Stunden erreichten die ersten Hilfsorganisationen mit Rettungsteams, Arzneimitteln und anderen lebensnotwendigen Materialien die Insel. Unter der Koordination der Vereinten Nationen wuchs innerhalb der nächsten Tage ein Netzwerk an Hilfseinheiten heran. Diese akute „ersteterin sowie finanzielle Mittel unterstützt.



Erdbeben auf Java: Deutsche Apotheker mit als erste Helfer vor Ort

Eschborn/ Bantul 02.06.06 Knapp eine Woche nach dem schweren Erdbeben auf der indonesischen Insel Java läuft die Katastrophenhilfe der Apotheker ohne Gre“ Notfallphase wurde von den Apothekern ohne Grenzen in Kooperation mit humedica unterstützt (siehe unten). Aufgrund der nicht ausreichenden Katastrophenvorbereitung der nationalen Gesundheitseinrichtungen und der „überschwemmenden“ und teilweise unkoordinierten Arzneimittelspenden erhielt PSF-CI (Pharmaciens sans Frontieres – Comité Internationale) die Anfrage der WHO zur fachgerechten Unterstützung. In einem gemeinsamen Projekt mit der WHO hat das sechsköpfige Team von PSF-CI und AoG in acht Wochen folgende Schwerpunkte bearbeitet: 1. Erarbeitung eines Konzepts und Hilfe bei der Umsetzung der sach- und umweltgerechten Entsorgung der unbrauchbaren Arzneimittelspenden (50 t). 2. Unterstützung der einheimischen Apotheker im Notfallmanagement mit Arzneimitteln. 3. Schulungen und Workshops zu dem wichtigen Thema der Katastrophenvorbereitung und Hilfe zur Gründung eines „Apotheker-Notfall-Netzwerkes“ mit dem Ziel der schnellen, eigenen Handlungsfähigkeit im Falle eines erneuten Desasters. Die enge Kooperation zwischen der Autorität der WHO und des Fachwissens von PSF führte zu einer sehr erfolgreichen und erfahrungsreichen Arbeit, was wir an dem Feedback der Apotheker vor Ort messen konnten. Mit dem Respekt vor deren pharmazeutischem Wissen und mit einer intensiven Wissensvermittlung sahen wir am Ende des Projektes eine selbst- und risikobewusste Berufsgruppe, die ihr eigenes Potential verstärkt wahrgenommen hat und in Zukunft besser gerüstet sein wird. Eine sehr bewegende Erkenntnis für uns und der höchste Lohn für die zweimonatige Tätigkeit.

 

1. Internationale Schulung für pharmazeutische Einsatzkräfte in der Katastrophenhilfe vom 18. bis 19.11. in Genf/Schweiz
Nach zwei erfolgreichen Schulung für pharmazeutische Katastrophenhelfer in deutscher Snzen Deutschland (AoG) auf vollen Touren. Bereits 12 Stunden nach dem Beben schickte die auf medizinisch und pharmazeutische Hilfe spezialisierte Organisation mit Apotheker Dr. Bernd Stahlhacke einen ersten ehrenamtlichen Mitarbeiter ins Krisengebiet. Stahlhacke betreibt gemeinsam mit Ärzten und Sanitätern der Partnerorganisation Humedica (Kaufbeuren) seitdem eine mobile Klinik in der Umgebung der stark zerstörten Stadt Bantul. „Nach der Erstversorgung werden aus Kapazitäprache bieten die Apotheker ohne Grenzen Deutschland in Kooperation mit PSF Schweiz nun einen Workshop für Notfallhelfer in englischer Sprache an. Das zweitägige Seminar findet vom 18. bis 19. November in Genf/Schweiz statt, und richtet sich vornehmlich an Apothekerinnen und Apotheker aus Europa, die als ehrenamtliche Hilfskräfte einen medizinischen Katastropheneinsatz begleiten wollen. Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie bei Jochen Schreeck (j.schreeck@psfde.org). Mitglieder der AoG finden die Einladung und das detaillierte Programm im internen Bereich.



Weltweite Arzneimittelfälschungen
AoG sucht Mitarbeiter für die Arbeitsgruppe IMPACT

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschäftigt sich seit einiger Zeit im Rahmen der IMPACT (INTERNATIONAL MEDICAL PRODUCTS ANtsgründen bereits viele Patienten aus den Kliniken entlassen. Wir übernehmen nun in den Dörfern die Nachsorge und Basisversorgung“, berichtet Stahlhacke. Inzwischen bemühen sich weitere Apothekerinnen und Apotheker aus Deutschland um eine sachgerechte Versorgung der Opfer mit essenziellen Medikamenten und die Koordination des Nachschubs. „Die Erfahrungen zeigen, dass bei solchen Katastrophen gerade aus Industrieländern oft Arzneimittel gespendet werden, mit denen HiTI-COUNTERFEITING TASKFORCE) mit der Bekämpfung von weltweiten Arzneimittelfälschungen. Um dieses umfangreiche Themengebiet detailliert bearbeiten zu können, werden von der IMPACT mehrere Arbeitsgruppen gebildet. Die Apotheker ohne Grenzen Deutschland werden in einer dieser Arbeitsgruppen mitarbeiten und ihr pharmazeutisches Wissen einbringen. Mitglieder, die Interesse haben, sich mit Ideen, Vorschlägen und ihrer Tatkraft in dieser Arbeitsgruppe zu engagieren, melden sich bitte bei Jutta Doebel (j.doebel@apotheker-ohne-grenzen.de).

 

Erdbeben auf Java

Eschborn/ Yogyarkarta 26.06.06 Die Medien berichten kaum noch über die Folgen des Erdbebens auf der Insel Java. Im Gegensatz dazu beschäftigt die Apotheker ohne Grenzen Deutschland noch immer die Lage vor Ort. Der Notfalleinsatz hilfsbedürftige in akuten Notsituationen nichts anfangen können“, so die Apotheker. Gemeinsam mit Kollegen ihrer internationalen Dachorganisation Pharmaciens sans frontières Comité International (PSF CI), die seit der Fluthilfe in Banda Aceh im Land arbeiten, wollen die Spezialisten aus Deutschland nun flächendeckend die Arzneimittelversorgung in der Region organisieren.

 

Apotheker ohne Grenzen beenden Nothilfeeinsatz auf Java

 Am 7. und 9. Juni kehrten beide AoG-Einsatzkräfte nach Deutschland zurück und beendeten die gemeinsame Mission mit Humedica. Die Versorgung im Erdbebengebiet konnte in die Hände einheimischer Kräfte übergeben werden. Wir halten es für eine sehr positive Entwicklung, dass eine geordnete Versorgung durch lokale Kräfte schon nach wenigen Tagen möglich war und die deutschen Helfer sich nach einer im Vergleich zu den bisherigen Einsätzen kurzen Einsatzdauer zurückziehen konnten. Die Apotheker ohne Grenzen werden in den kommenden Monaten gezielt lokale Strukturen unterstützen. Aus diesem Grund wurde zusammen mit Pharmaciens sans Frontieres Comité International und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Programm zur Schulung und zum Aufbau geeignete pharmazeutischer Strukturen in den betroffenen Gebieten entwickelt. Von deutscher Seite wird das Programm durch den zweimonatigen Einsatz einer AoG-Mitarberin auf Java begleitet.

 

Apotheker ohne Grenzen starten in Erbebenregion auf Java

München/Yogyarkata 28.05.2005 Wieder trifft Südostasien eine Naturkatastrophe. Als gestern morgen die Erde auf Java bebte, setzte sich das nach den Einsätzen in Sri Lanka und Pakistan erstellte Notfallprogramm der Apotheker ohne Grenzen in Gang. Dr. Bernd Stahlhacke von Apotheker ohne Grenzen und ein dreiköpfiges Ärzteteam der Hilfsorganisation Humedica, bestehend aus Dr. Francis Porter, Dr. Mathias Ortmann und Teamleiter Markus Köhler starteten gestern Abend vom Flughafen München aus in das von einem verheerenden Erdbeben betroffene Gebiet in Yogyarkarta auf der indonesischen Insel Java. Die beiden Hilfswerke haben bereits mehrfach gemeinsame Einsätze durchgeführt, wie z.B. nach der Tsunamikatastrophe im Dezember 2004 und dem Erdbeben in Pakistan im Oktober 2005. Das Team führt Ausrüstung und Notfallmedikamente, sogenannte Emergency Health Kit, mit sich, die eine Behandlung von 3.000 Personen ermöglichen. In Jakarta werden die deutschen Helfer von einem Mitarbeiter der Partnerorganisation Helimission (Trogen/Schweiz) in Empfang genommen, die sich um die Weitertransport von Personal und Material in das Notstandsgebiet bemühen.

Das Beben erreichte offiziellen Angaben zufolge eine Stärke von 6,2 auf der Richterskala und ereignete sich in den frühen Morgenstunden, wobei das Epizentrum ca. 37 km südlich der 500.000 Einwohner zählenden Stadt Yogyakarta auf der dichtbesiedelten indonesische Hauptinsel Java lag. Aufgrund der heftigen Erdstösse ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben des Sozialministeriums auf über 4.500 angestiegen. Viele tausend Menschen wurden verletzt und zahllose Personen werden noch unter den Trümmern vermutet. Besonders hart betroffen ist die Universitätsstadt Yogyakarta. Tausende von Häusern wurden zerstört. Der Flughafen von Yogyakarta ist aufgrund starker Beschädigungen der Start- und Landebahnen vorerst gesperrt.

 

Mitgliederversammlung mit Rekordbeteiligung und hohem Besuch
Am 01. April 2006 fand die Mitgliederversammlung der Apotheker ohne Grenzen in Niederursel bei Frankfurt statt. Von den jeweiligen Projektleitern oder durch Fotodokumentationen der Einsatzkräfte erfuhren 61 Mitglieder und Interessierte in zweieinhalb Stunden alles Wichtige aus den laufenden Projekten in Argentinien, Mexiko, Moldaurepublik, Erdbebenhilfe Pakistan und Wiederaufbauhilfe Sri Lanka. Jean Jacques Gaye, Präsident von Pharmaciens sans Frontières Comité International, Andrea Isenegger, Geschäftsführerin PSF Schweiz, sowie 3 Ärzte der Pédiatres du Monde überzeugten sich von der Leistungsfähigkeit unseres deutschen Nationalverbands und boten weitere Kooperationsmöglichkeiten für die Zukunft an. Der Geschäftsbericht des Vorstands wurde zügig vorgestellt, weiten Raum nahmen die Diskussionen zur Einrichtung einer hauptamtlichen Geschäftsstelle und der geplanten Satzungsänderung ein. Turnusgemäß fanden die Neuwahlen von Vorstand und Rechnungsprüfern statt. Wieder angetreten und in ihren Ämtern bestätigt wurden Ulrich Brunner als erster Vorsitzender, Jochen Schreeck als stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister Wolfgang Ernst. Zur Schriftführerin gewählt wurde Jutta Doebel, die seit einem Jahr bereits als Beisitzerin im Vorstand mitgewirkt hatte. Neu gewählt wurden die Beisitzer Dr. Reinhard Behm aus Walzbachtal, Andreas Portugal aus Jarmen und Andrea Schwaben aus Aschaffenburg. Als Rechnungsprüfer stehen erneut Dr. Stephan Jacobi und Dr. Thomas Weppelmann zur Verfügung. Das Protokoll der Mitgliederversammlung lesen Sie demnächst im internen Bereich der Homepage.

Unruhen in Pakistan gefährden Einsatz deutscher Apotheker

18.02.2006 - Antiwestliche Demonstrationen sowie zunehmende Unruhen in Pakistan als Reaktion auf die Veröffentlichung von Karikaturen einer dänischen Zeitung erschweren seit einigen Tagen zunehmend die Arbeit europäischer Hilfsorganisationen in den Erdbebenregionen Pakistans. Auch die Apotheker ohne Grenzen, die mit Unterbrechungen seit Oktober mit ehrenamtlichen Pharmazeuten vor Ort arbeiten, werden in ihrer Arbeit eingeschränkt. Der Bezirk der Nichtregierungsorganisationen in Manshera wurde von der Polizei inzwischen hermetisch abgeriegelt. Der für Anfang März geplante Besuch von US-Präsident George Bush könnte die Lage im Land zudem weiter verschärfen.  "Es ist ganz wichtig zu differenzieren. Nicht alles, was in der Zeitung steht, passt zu der Region, in der wir arbeiten. Wir sind hier von der Bevölkerung herzlich willkommen und wir haben einen Auftrag", berichtete am vergangenen Freitag Dr. Reinhard Behm, AoG-Mitarbeiter vor Ort. Sollte sich die Situation im Land allerdings weiter verschärfen, erwägt AoG jedoch einen zwischenzeitlichen Rückzug aus den Projekten in Pakistan. 

 

AoG koordiniert AM-Programm für Caritas und Mercy Corps in Manshera, Pakistan

12.02.2006 - Nach der Soforthilfe  laufen seit Wochen verschiedene  mittelfristige Hilfsprogramme der Apotheker ohne Grenzen Deutschland in Pakistan. Einsatzort ist die Stadt Manserha im Norden Pakistans. Dort hatten die Apotheker ohne Grenzen zuvor gemeinsam mit einem Humedica-Ärzteteam über Wochen medizinische Nothilfe geleistet. Die Apotheker ohne Grenzen verantworten in Mansehra die sachgerechte Arzneimittelversorgung von Krankenstationen und mobilen Kliniken der Partnerorganisationen Caritas Pakistan und Mercy Corps. Zudem beschaffen die AoG essenzielle Arzneimittel für eine Kinderklinik der französischen Nichtregierungsorganisation Action contre la faim (ACF). AoG plant eine permanente Präsenz in der Krisenregion bis Mitte 2006. Für die einzelnen Projekte stellten die deutschen Apotheker inzwischen circa 50.000 Euro zur Verfügung. Neben der Versorgung mit qualitativ hochwertigen Arzneimitteln berät AoG andere Hilfsorganisationen in verschiedenen Fragen der Arzneimittellogistik sowie dem Stock-Management.

 

AoG-Kalender für 2007 kann ab sofort bestellt werden

10.02.2006 - Auch 2007 wird es wieder einen AoG-Streifenkalender mit gemalten Bildern von Kindern aus den Projektländern geben. Mehr Informationen finden Sie hier   

 

Grundsteinlegung in Kalmunai, Sri Lanka

10.02.2006 - In der vergangenen Woche haben die srilankische Bauministerin Ashroff sowie Mitarbeiter der Apotheker ohne Grenzen und der Littlesmile Association offiziell den Grundstein für das neue Apothekengebäude des Ashroff-Memorial-Hospitals in Kalmunai gelegt. Die Apotheker ohne Grenzen engagieren sich seit Dezember 2004 in der von der Flut stark zerstörten Stadt an der Ostküste Sri Lankas. Der Neubau der Klinikapotheke liegt alleine in der Verantwortung der Apotheker ohne Grenzen. Grundlage für das Hilfsprojekt bildet eine Kooperation zwischen AoG und dem Gesundheitsministerium von Sri Lanka. Alleine die Baukosten werden sich auf rund 350.000 Euro belaufen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2008 geplant. Das Projekt konnte nur Dank der guten Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Little Smile realisiert werden. Im Gegenzug werden sich die Apotheker ohne Grenzen am Neubau der Littlesmile-Kinderklinik in Kalmunai beteiligen. Neben diesen beiden Hilfsprogrammen betreuen die Apotheker ohne Grenzen weitere Aufbauprojekte an der Westküste sowie im Norden der Insel. Das Programm zur pharmazeutischen Betreuung von Diabetikern in der Region Jaffna ruht derzeit aufgrund der Unruhen in den Tamilengebieten.

 

AoG lädt ein zur ersten Schulung für Koordinatoren im Katastropheneinsatz

10.02.2006 - Nach einem turbulenten Jahr und zahlreichen Notfallmissionen im Jahr 2005 werden die Apotheker ohne Grenzen Deutschland ihre Arbeit in der Katastrophenhilfe 2006 weiter professionalisieren. Dazu sollen im Frühjahr 2006 erstmals so genannte Einsatzkoordinatoren für Notfallmissionen geschult werden. Inhalt der zweitägigen Schulung am 11. und 12. März in Aschaffenburg sind unter anderem Teamplanung, Sicherheit im Einsatz, Strukturaufbau verschiedener NGO, das Essential-Drug-Programm der WHO sowie Kommunikation. Die Schulung richtet sich an ehrenamtliche Mitarbeiter, die bereits an einem Einsatz der AoG teilgenommen haben. Aber auch andere Interessenten sind herzlich eingeladen. Programm oder Einladung finden Sie im internen Bereich.

 

Mittelfristiges Hilfsprogramm für Pakistan läuft an

27.11.2005 - Über einen Monat nach dem Erdbeben leidet die Bevölkerung im Norden Pakistans und angrenzenden Gebieten noch immer unter den Folgen der verheerenden Naturkatastrophe. Zehntausende starben, Millionen Menschen verloren ihr Obdach. Inzwischen steht der Wintereinbruch unmittelbar bevor. Nach der Soforthilfe starten die Apotheker ohne Grenzen Deutschland nun ein mittelfristiges Hilfsprogramm. Vor wenigen Tagen kehrten das letzte AoG-Hilfsteam aus seinem Einsatz in Manserha zurück. Dort hatten die Apotheker ohne Grenzen gemeinsam mit einem Humedica-Ärzteteam über Wochen medizinische Hilfe geleistet. Die Pharmazeuten koordinierten die sachgerechte Arzneimittelversorgung und betrieben eine der Ambulanz angegliederte Behelfsapotheke. Leider landeten wie in den vom Tsunami getroffenen Gebieten auch in Pakistan große Mengen ungeeigneter Arzneispenden. „Der medizinische Müll wurde zum Teil in den Straßengraben gekippt und von dort mit einem kleinen LKW abgeholt, manchmal auch vor Ort verbrannt. Gebrauchte Nadeln lagen direkt auf der öffentlichen Strasse“, so AoG-Mitarbeiterin Apothekerin Christl Trischler. Wie zuletzt während der Flutkatastrophe gefährden in guter Absicht gespendete aber völlig unbrauchbare Medikamente die öffentliche Gesundheitsversorgung und stellen die lokalen Behörden vor Entsorgungsprobleme. Hilfslieferungen mit Medikamenten und medizinischen Gütern müssen daher unbedingt bedarfsorientiert und zielgerichtet stattfinden, warnt Dr. Thomas Bergmann, AoG-Einsatzleiter Pakistan. Die Versorgung der Bevölkerung mit essenziellen Arzneimitteln und Hilfsgütern steht auch im Mittelpunkt des nun anlaufenden mittelfristigen Hilfsprogramms. Die Apotheker ohne Grenzen arbeiten vor Ort mit zwei pakistanischen Hilfsorganisationen zusammen. Die deutschen Helfer betreuen verschiedene Ambulanzen und Kliniken und bemühen sich vor allem um traumatisierte Kinder.

 

Apotheker ohne Grenzen weiten ihre Hilfe in Pakistan aus

20.10.2005 – Knapp 14 Tage nach dem verheerenden Erbeben im Norden Pakistans ist heute die erste Mitarbeiterin der Apotheker ohne Grenzen aus der Krisenregion zurückgekehrt. Die ehrenamtlich tätige Apothekerin aus Lohfelden bei Kassel versorgte in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Ärzten der Partnerorganisation Humedica mehrere tausend Patienten mit dem medizinisch Notwendigsten. Im Mittelpunkt des Engagements der Apotheker ohne Grenzen in der Stadt Manshera, circa 50 Kilometer nördlich von Islamabad, steht vor allem die Logistik und Abgabe von essenziellen Arzneimittel und medizinischen Hilfsgütern. So konnte das Team bereits kurze Zeit nach dem Erbeben eine erste Ambulanz sowie ein Arzneidepot in der Nähe des völlig zerstörten Distriktkrankenhauses aufbauen. Noch immer werden dort täglich Hunderte von Patienten vor allem mit Schmerzmitteln und Antibiotika versorgt. „Unsere Hilfe wird sicherlich noch mehrere Wochen in der Region gebraucht“, berichtete die ehrenamtlich tätige Apothekerin nach ihrer Rückkehr nach Deutschland. Immer wieder erreichen Patienten mit mangelhaft versorgten Wunden, Knochenbrüchen und Quetschungen die Ambulanz. Das AoG-Team wurde inzwischen durch weitere Pharmazeuten ergänzt. Am Samstag brechen zwei weitere Hilfskräfte nach Pakistan auf. Neben der Arbeit mit Humedica bemühen sich die Apotheker ohne Grenzen Deutschland inzwischen für andere Hilfsorganisationen darunter die UNICEF die teilweise unkoordinierten Spendenlieferungen zu sichten und zu sortieren. Die AoG sichern damit den Nachschub an Arzneimitteln für die Ärzteteams. Weitere Arzneidepots sollen nun in der Region eingerichtet werden. „Die Zusammenarbeit mit den anderen Teams läuft hervorragend,“ so die Apotheker. Hilfslieferungen mit Medikamenten und medizinischen Gütern müssen unbedingt bedarfsorientiert und zielgerichtet stattfinden. Auch Manshera erreichen immer unaufgefordert gelieferte und ungeeignete Hilfsgüter. So können Arzneimittel großen Schaden anrichten, warnen die Apotheker ohne Grenzen.

 

Erbeben in Pakistan: AoG-Mitarbeiter leisten Katastrophenhilfe

      
Fotos: Humedica/Pakistan Relief
 

12.10.05 Nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan ist am 11.10.05  ein gemeinsames Einsatzteam der Apotheker ohne Grenzen Deutschland sowie der Partnerorganisation Humedica in die Krisenregion gestartet. Die ehrenamtlich tätigen Apotheker, Ärzte und Krankenschwestern sowie Koordinatoren aus Deutschland werden in der Stadt Mansehra, 50 Kilometer Luftlinie nördlich von Islamabad medizinische Katastrophenhilfe leisten. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation "PAK Relief & Development Agency" soll eine mobile Klinik eingerichtet werden, um möglichst schnell und effektiv Opfern des Erdbebens helfen zu können. Das Team führt Ausrüstung und Notfallmedikamente so genannte Emergency Health Kits mit sich. Die Kits ermöglichen die Basisversorgung von bis zu 3000 Personen. Noch immer sind die Informationen spärlich und das Ausmaß der Katastrophe nicht zu überblicken. Die Infrastruktur in der nordöstlich von der Hauptstadt Islamabad gelegenen Kashmir-Region ist nahezu komplett zusammengebrochen. Nach offiziellen Angaben war das Erdbeben eines der stärksten, das in dieser Region Asiens je gemessen wurde. Wie auch bei dem Einsatz der Apotheker ohne Grenzen in Sri Lanka sind die Apotheker im Hilfsteam vor allem für die Bereitstellung und Abgabe der Medikamente und Verbandsstoffe verantwortlich und koordinieren vor Ort den Nachschub der medizinischen Hilfsgüter.

 

AoG in Sri Lanka: Kalmunai erhält eine neue Krankenhaus-Apotheke
12.09.05 Nach über fünf Monaten mühsamer Planungsarbeit sind nun die entscheidenden Weichen für die langfristige Aufbauhilfe der Apotheker ohne Grenzen in Sri Lanka gelegt. Das Ashraff Memorial Hospital in Kalmunai an der Ostküste des Landes erhält eine komplett neue Krankenhaus-Apotheke. Dazu hatte AoG bereits im Februar 2005 eine Absichtserklärung gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium von Sri Lanka unterzeichnet. Inzwischen wurden die Baupläne genehmigt. Die Bauarbeiten an dem dreistöckigen Gebäude, die in enger Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation Littlesmile Association laufen, wurden bereits begonnen. Nach einer Bauphase von circa 12 bis 16 Monaten soll das komplett eingerichtete Apothekengebäude an die Krankenhausleitung übergeben werden. 2005 reisen immer wieder Spezialisten der Apotheker ohne Grenzen in die Region, um Details des Wiederaufbaus zu koordinieren. Für die langfristige Aufbauarbeit im Land werden die Apotheker ohne Grenzen mehrere Jahre im Land präsent sein. Neben dem Bauvorhaben in Kalmunai unterstützen die Apotheker ohne Grenzen auch das kleine Provinzkrankenhaus in Point Pedro. Hier bemüht sich die Organisation um eine bessere Versorgung von Diabetespatienten. Ziel des Projektes ist es, registrierte Diabetiker besser einzustellen und Neuerkrankungen besser zu erkennen. Dazu wird unter anderem ein Schulungsprogramm zu Prävention aufgebaut. Neben den Einsatzorten in Point Pedro und Kalmunai konnten die Apotheker ohne Grenzen inzwischen auch einer privaten Initiative im Süden der Insel Hilfe zusagen. Die Organisation bezuschusst wichtige Sanierungsarbeiten im Arachichikanda-Hospitals in Hikkaduwa. Insgesamt belaufen sich die von den Apothekern ohne Grenzen eingeplanten Finanzmittel für die langfristige Aufbauhilfe in Sri Lanka auf über 700.000 Euro. Mehr über die Aktivitäten in Sri Lanka lesen Sie hier...


 

Expopharm Köln
3.07.05 Vom 22. September bis zum 25. September finden der Deutsche Apothekertag und die Expopharm in Köln statt. Die Apotheker ohne Grenzen werden sich dort erneut mit einem Stand präsentieren und sind wieder auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Wer beim Standaufbau am Mittwoch, den 21 . September (nachmittags) oder der Standbetreuung zwischen Donnerstag 22. September und Sonntag 25. September mithelfen will, melde sich bitte unter Angabe der möglichen Zeiten bis möglichst 15. Juli 2005 bei Jochen Schreeck, sofern die Meldung zur Mitarbeit nicht bereits in der Liste auf der Mitgliederversammlung erfolgt ist (j.schreeck@apotheker-ohne-grenzen.de ). Die Einteilung erfolgt in Schichten von circa 3 Stunden. Es bleibt also auch Zeit, die restliche Messe zu besuchen. Der Standdienst erfolgt zu zweit oder zu dritt und man hat Gelegenheit auch viele andere Mitglieder zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich und die notwendigen Informationen für die Gespräche werden vorher zur Verfügung gestellt. Bei den bisherigen Messeauftritten des Vereins in München, Berlin, und auch letztes Mal in Köln konnten gute Kontakte geknüpft und die Vereinsarbeit publik gemacht werden. Besonders nach unserem Einsatz in Sri Lanka erwarten wir ein großes Interesse der Messebesucher. An einem oder mehreren Abenden wird es wieder ein zwangloses Treffen in einem Lokal geben. Der genaue Termin und Ort werden noch bekannt gegeben. Jochen Schreeck (Tel. 09561/90476 Fax. 09561/99653).



Mitgliederversammlung am 23.04.2005 im Biozentrum Niederursel

28.04.2005 Frankfurt-Niederursel - Seit dem Einsatz in Sri Lanka ist das Interesse an unserer Vereinsarbeit deutlich gestiegen und erwartungsgemäß konnte ein neuer Teilnehmerrekord verzeichnet werden. Diesmal hatten sich 46 Mitglieder und Gäste auf dem Campus Riedberg in Niederursel eingefunden. Bereits um 13 Uhr war der Versammlungsraum  gut gefüllt, als der Fernsehbericht über unser erstes Sri Lanka Team „Helfer am Rande des Paradieses“ vorgeführt wurde.
Der Geschäftsbericht des Vorstands und Haushaltsprüfung 2004 wurden zügig vorgestellt und der amtierende Vorstand entlastet. Ein Vorstandsposten musste wegen vorzeitigem Rücktritt für die restliche Amtszeit neu besetzt werden. Neu als Beisitzerin gewählt wurde Apothekerin Jutta Doebel aus Erftstadt.
Die jeweiligen Projektleiter berichteten mit ausführlichen Bildvorträgen über die Hilfe in Argentinien, Moldaurepublik, Tansania und Sri Lanka. Zu Honduras und Mexiko gab es kurze Zusammenfassungen. Die Projektpräsentationen nahmen mit der Beantwortung von Fragen diesmal zusammen mehr als drei Stunden in Anspruch.
Nach der Vorstellung und Genehmigung des Haushaltsplans 2005 gab es als letzten Tagesordnungspunkt eine kontroverse Diskussion mit den Mitgliedern über die mögliche Einrichtung einer hauptamtlichen Geschäftsstelle.
Das Protokoll der Mitgliederversammlung wird für Mitglieder wieder in den internen Nutzerbereich eingestellt werden.


AoG bereiten langfristiges Engagement in Sri Lanka vor
12.02.2005 Eschborn/Sri Lanka -
Knapp vier Wochen nach der verheerenden Flutwelle an der Küste Sri Lankas läuft die kurzfristige und mittelfristige Katastrophenhilfe der Apotheker ohne Grenzen noch immer auf Hochtouren. In den letzten Wochen transportierte die Organisation ca. 5 Tonnen Fracht im Wert von rund 80.000 Euro sowie 12 Apothekerinnen und Apotheker in die Einsatzgebiete Point Pedro und Kalmunai. In Point Pedro stellen seit 28.12. Apotheker sowie Ärzte der Partnerorganisation Humedica die Basis-Gesundheitsversorgung sicher. Die Teams wechseln sich jeweils im 3-Wochen-Rythmus ab.


Parallel stellte AoG die Versorgung des Ashraff Memorial Hospitals in Kalmunai an der Ostküste des Landes mit zwei großen Hilfslieferungen wichtiger Medikamente sicher.
Die Region um Kalmunai wurde von der Flut besonders hart getroffen. Allein hier sind bis heute über 8.500 Todesopfer zu beklagen. Die Hälfte der Stadt wurde von der Seewelle für rund 3 Stunden völlig überflutet. Das Ashraff Memorial Hospital ist die zentrale medizinische Einrichtung im Distrikt und versorgt 35 kleinere Stationen in der Region mit über 400.000 Einwohnern. Die Infrastruktur wurde durch die Flut nachhaltig zerstört. Es besteht dringender Bedarf an Versorgungseinheiten und Fachkräften. Die Versorgung mit Medikamenten ist dagegen inzwischen ausreichend, da sehr viele Spenden eingingen. Inzwischen bemühen sich die Apotheker ohne Grenzen vor Ort um langfristige Aufbaumaßnahmen. Geplant ist der Neubau einer modern ausgestatteten Krankenhaus-Apotheke sowie eines zentralen Lagerhauses. Die Aufbauarbeiten sollen in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium von Sri Lanka sowie lokalen Nicht-Regierungsorganisationen erfolgen. In den nächsten Tagen reisen weitere AoG-Fachkräfte in die Region um Details des Wiederaufbaus zu koordinieren.
Die Erfahrungen der letzten Wochen zeigen einmal: Hilfslieferungen mit Medikamenten und medizinischen Gütern müssen unbedingt bedarfsorientiert und zielgerichtet stattfinden. Inzwischen türmen sich in den von der Flut betroffenen Regionen unaufgefordert gelieferte und ungeeignete Hilfsgüter. Besonders Arzneimittel können so großen Schaden anrichten.



Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend

12.01.2005 Eschborn/Sri Lanka - Die schreckliche Flutkatastrophe in Südost-Asien hat eine unglaubliche Hilfsbereitschaft in den Apotheken und allen Kreisen der Bevölkerung hervorgerufen. Der Spendeneingang für unsere Arbeit in Sri Lanka ist überwältigend. Allen, die bisher mit ihren spontanen, großzügigen Spenden diese Arbeit ermöglicht haben, danken die Apotheker ohne Grenzen auf das Herzlichste. Über der notwendigen Hilfe für die überlebenden Opfer dürfen jedoch die Menschen in anderen Regionen der Erde nicht vergessen, die bereits vor der Flutkatastrophe nur mit unserer Hilfe Zugang zu sicheren Arzneimitteln hatten und die unsere Unterstützung auch noch lange nach der Beseitigung der materiellen Flutschäden benötigen werden. Wir bitten Sie deshalb,  Spenden nicht mehr unter der Zweckbestimmung „Flutkatastrophe“ zu überweisen. Spenden ohne diese Zweckbestimmung ermöglichen es uns, flexibler auf den aktuellen Bedarf vor Ort in Sri Lanka und in unseren anderen Projekten zu reagieren. Wir sichern allen Spendern zu, dass wir in Sri Lanka, solange dies erforderlich und fachlich vertretbar ist, weiterarbeiten werden, um die Not zu lindern.
 

Projekte in Tansania/Moldau laufen weiter - Einsatzkräfte sind vor Ort
12.01.2005
 Aber auch in unseren anderen Projekten leisten wir sinnvolle pharmazeutische Arbeit, die langfristig ausgelegt ist.
So fliegt am Sonntag ein Team mit zwei AoG-Mitarbeitern in die Republik Moldau. Hier wird nach langer Vorbereitung die erste große Medikamentenlieferung angeliefert und übergeben. Auch in unserem Projekt in Tansania kümmern sich zwei Einsatzkräfte zur Zeit vor Ort um den weiteren Fortgang. Hierfür benötigen wir ebenfalls Ihre Unterstützung.
Die Apotheker ohne Grenzen planen inzwischen gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen den Aufbau einer langfristigen und nachhaltigen Unterstützung in Sri Lanka. Dabei sollen vornehmlich gemeinsam mit lokalen Initiativen und in Absprache mit den Behörden zerstörte Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen wieder aufgebaut werden. Am 12.01 startete ein neues Team von Deutschland nach Colombo. 2 Apotheker übernehmen die Arbeit ihrer Kollegen im Nordosten der Insel. Eine weitere Mitarbeiterin wird ab sofort die Projektarbeit an der Ostküste in Kalmunai koordinieren. Hier kooperieren die Apotheker ohne Grenzen mit der nationalen NGO Little Smile (www.littlesmile.de), die in Koslanda seit Jahren ein Kinderheim betreibt. Bis 18.01 sollen zudem die restlichen 3 Tonnen der vom Ashraff Memorial Hospital angeforderten Arzneimittel in Kalmunai verteilt werden.

Arzneimittelspenden: Vieles geht am Bedarf vorbei
 

11.01.2005 Eschborn/Sri Lanka -
 Berge von Arzneimittelmüll vergrößern das Chaos in den überfluteten Landstrichen. Durchweg Medikame
nte, die Menschen in den Industrieländern in dem Glauben gesammelt haben: Besser irgendwelche Arzneimittel als gar keine. Ein Trugschluss, denn Altarzneimittel-Spenden bringen viele Probleme mit ins Land. Jochen Schreeck, stellvertretender Vorsitzender der Apotheker ohne Grenzen Deutschland: „Aus Industrieländern kommen oft Arzneimittel, mit denen Hilfsbedürftige in akuten Notsituationen nichts anfangen können: Die Mittel wirken gegen Diabetes oder Bluthochdruck. Den Menschen in Not fehlen jedoch zum Beispiel Antibiotika oder Mittel gegen Malaria.“ Außerdem sind die Beipackzettel der Altarzneimittel in Sprachen verfasst, die in Südostasien nicht verstanden werden. Nicht zielgerichtete Arzneispenden treffen nie den Bedarf. Erst, wenn feststeht, was die Notleidenden tatsächlich brauchen, macht es Sinn, die rasche Einfuhr von Arzneimitteln zu veranlassen. Schreeck, kommt gerade vom Einsatz in Südostasien zurück und schildert: „Wir haben in den Spenden viele ungeeignete Arzneien vorgefunden. So machen zum Beispiel Zäpfchen bei den hohen Temperaturen im Land keinen Sinn, ebenso wie Brausetabletten, die bei unzureichender Wasserqualität gar nicht verwendet werden können“. Die Apotheker ohne Grenzen Deutschland sind auf den Umgang mit Arzneimitteln spezialisiert. Die Fachleute greifen bei Notfalleinsätzen auf so genannte Emergency Health Kits zurück. Diese Notfallsortimente mit allen wichtigen Arzneimittel für Katastropheneinsätze sind bereits fertig verpackt und preisgünstig. Mit einem Kit können bis zu 1000 Menschen über drei Wochen mit dem Nötigsten versorgt werden. Mitarbeiter der Apotheker ohne Grenzen sondieren zudem vor Ort den Bedarf an Arzneimitteln und beziehen dann von speziellen Anbietern günstige Großpackungen in der erforderlichen Qualität. Rund vier Tonnen Arzneimittel wurden seit 28. Dezember in die Notstandsgebiete in Sri Lanka transportiert und verteilt. „Der erste Bedarf an dringend nötigen Medikamenten ist gedeckt. Jetzt ist es wichtig, zerstörte Gesundheitsstrukturen wieder aufzubauen. Dabei werden wir wenn möglich auf die lokale Arzneimittelproduktion zurückgreifen“, erklärt der Apotheker.

Apotheker ohne Grenzen senden weitere Hilfe und Einsatzkräfte nach Sri Lanka
 

05.01.2005 Eschborn/Sri Lanka – Ein Team der Apotheker ohne Grenzen (AoG) hat als eine der ersten Hilfsorganisationen im Nordosten Sri Lankas die Arbeit aufgenommen. Seit 28. Dezember 2004 koordinieren die Apotheker die Arzneimittellogistik für den Gesundheitsposten in Point Pedro auf der Jaffna-Halbinsel. In Zusammenarbeit mit den Ärzteteams von Humedica verantworten sie die medizinische Versorgung von 5000 Flüchtlingsfamilien im tamilischen Rebellengebiet, das sind circa 15000 Personen, verteilt auf 28 Flüchtlingslager. Da sich ein Ende der Katastrophe nicht absehen lässt, haben beide Organisationen entschlossen, weitere Kräfte in den Einsatz zu schicken. Ein weiteres Team aus Apothekern, Ärzten und Rettungssanitätern hat Lager im Nordosten Sri Lankas bereits die Arbeit übernommen. Es führte 1,2 Tonnen Medikamente und Verbandsstoffe mit sich. Die von Deutschland eingeflogenen Hilfsgüter, belaufen sich damit auf insgesamt fünf Tonnen. „Wir werden hier noch wochenlang alle Hände voll zu tun haben“, so einer der Apotheker vor Ort. Noch bis mindestens März werden sich Pharmazeuten und Mediziner in Point Pedro einsetzen. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Fachrichtungen hat sich einmal mehr bewährt. Die Kontrolle und Abgabe der Arzneimittel durch die Apotheker hält den Ärzten den Rücken frei für ihre Arbeit.

Das erste Apotheker-Team hält sich weiterhin auf der Insel auf. Als Erkundungstruppe ermitteln sie derzeit die Lage an der von der Flutwelle stark verwüsteten Ostküste. Im zentralen Krankenhaus in dem muslimischen Ort Kalmunai wurden Arzneimittelvorräte durch die Flut nahezu vollständig zerstört. Die Pharmazeuten ermitteln dort nun den Bedarf an wichtigen Medikamenten. Die pharmazeutische Hilfe soll noch in den nächsten Tagen in die Krisenregion transportiert werden. „Es muss unbedingt der Bedarf geprüft werden, bevor aufwändig weitere Hilfsgüter transportiert werden. Zielgerichtete Hilfe ist jetzt essenziell, um nicht unnötig wichtige Kapazitäten zu blockieren“, so die Einsatzkräfte. Der Verband hält sich strikt an die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation zur sinnvollen Arzneimittelspendenpraxis und lehnt daher auch den Versand von Altmedikamenten ab.

 


Erste Einsatzteam in Sri Lanka

31.12.2004 Colombo/Eschborn  Arzneimittel im Wert von 15000 Euro und ein Hilfsteam aus Apothekern und Ärzten starteten noch am Dienstagabend den 28.12.2004  vom Frankfurter Flughafen aus ins Katastrophengebiet Südost-Asiens. Inzwischen ist am 31.12.2004 eine zweites Team mit weiteren 2 Apothekern aufgebrochen, darunter eine Pharmazeutin unserer Partnerorganisation PSF-Schweiz.

Die Apotheker ohne Grenzen Deutschland organisierten den Hilfseinsatz innerhalb weniger Tage. Die Unglücksnachricht riss auch uns aus der Feiertagsstimmung. Schnell entschlossen sich jedoch die Verantwortlichen des Vereins, Hilfe zu leisten.  Ein Team aus 2 Apothekern sowie mehreren Ärzten der Partnerorganisation Humedica aus Kaufbeuren ist seit 28.12. bereits an der Nordostküste Sri Lankas im Einsatz. Die Fluggesellschaft LTU transportierte das Team umsonst nach Colombo. Mit im Gepäck hatten die Pharmazeuten mehrere Paletten lebenswichtiger Medikamente und Verbandsmaterial, verpackt in so genannten Emergency Health Kits. Mit diesen speziell für Kriseneinsätze entwickelten Kits können mehrere tausend Menschen über drei Wochen medizinisch mit dem Notwendigsten versorgt werden. Die Medikamente stellte das Hilfswerk Bayerischer Apotheker in München zur Verfügung.
 

     


Die beiden Apothek
er koordinieren seither die Arzneimittellogistik und sichern so den Nachschub für die Ärzteteams von Humedica.

Da sich ein Ende der Katastrophe nicht absehen lässt, startete am Silvesterabend ein weiteres Team nach Colombo. Diesmal begleiten zwei Hilfskräfte der Apotheker ohne Grenzen ein größeres Humdedica-Team mit Ärzten und Rettungssanitätern. Das Team führt 1,2 Tonnen Medikamente und Verbandsstoffe mit sich. Die von Deutschland eingeflogenen Hilfsgüter, vor allem aus dem medizinischen Bereich, belaufen sich damit auf insgesamt fünf Tonnen. Humedica plant nach großzügigen Spendenzusagen der Industrie weitere Hilfslieferungen von mehr als 10 Tonnen Milchpulver und Hunderte Paletten Verbandsstoffe und Medikamente. Humedica ist in dem zugewiesenen Aufgabengebiet bei Point Pedro (Jaffna-Halbinsel) im tamilischen Rebellengebiet verantwortlich für 5000 Flüchtlingsfamilien, das sind circa 15.000 Personen, verteilt auf 28 Flüchtlingslager. Neben der medizinischen Betreuung verteilt Humedica Nahrungsmittelpakete, Wasserentkeimungstabletten und Decken.


In einer ähnlichen Zusammenstellung konnten die Apotheker ohne Grenzen bereits im Frühjahr 2001, als ein Erdbeben den indischen Bundesstaat Gujarat verwüstete, wertvolle Hilfe leisten. „Ob sich eine langfristige Entwicklungsarbeit an diesen Einsatz anschließt, ist noch nicht klar“, so Ulrich Brunner, 1. Vorsitzender der AoG. Zunächst müsse das Team die Lage sondieren und sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut machen. Allein auf der an der Südspitze Indiens gelegenen Insel kamen nach Angeben lokaler Behörden weit über 10.000 Menschen ums Leben, hunderttausende wurden obdachlos. Schon jetzt sind die Krankenhäuser überlastet,  Seuchengefahr droht. 

Apotheker ohne Grenzen Deutschland
Spendenkonto 5077591
BLZ 50090607
 


  

Benefiz-Golfturnier für AoG am 26. September 2004 in Mannheim

Der Golfclub Heddesheim hat am 26. September 2004 auf seiner Anlage im Gut Neuzenhof bei Mannheim das erste Benefiz-Golfturnier zu Gunsten der Apotheker ohne Grenzen ausgerichtet. An dem Wettbewerb auf dem Meisterschaftsplatz des GC Heddesheim im Rhein-Neckar-Gebiet nahmen knapp 100 Golferinnen und Golfer aus dem ganzen Bundesgebiet teil. Die Apotheker ohne Grenzen Deutschland freuen sich über einen Reingewinn von rund 3600 Euro.


Informationsstand in der Fußgängerzone München

Erstmalig präsentierten sich die Apotheker ohne Grenzen Deutschland außerhalb eines pharmazeutischen Umfelds mit einem Informationsstand in der Münchner Innenstadt der breiten Öffentlichkeit. Aktive Mitglieder aus der Münchner Gegend bewiesen handwerkliches Geschick und viel Kreativität beim Eigenbau der Info-Stellwand und der Ausstattung. Die Standbetreuung erfolgte von 9 bis 17 Uhr ständig mit mindestens vier kompetenten Ansprechpartnern. Passanten in der belebten Fußgängerzone wurden vorwiegend unsere Projekte in Argentinien und Tansania vorgestellt. Hierfür waren vor allem die anwesenden Projektkoordinatoren begehrte Ansprechpartner. Neben reichlich Informationsmaterial über den Verband sowie dessen Projekte wurden am Stand geschnitzte Brieföffner aus Tansania und die dekorativen Schmetterlinge aus Argentinien angeboten.
 


Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main erfolgreich

25 Mitglieder und Gäste informierten sich am 20. März 2004 im Frankfurter Spenerhaus über die Arbeit des Vereins im vergangenen Jahr und den aktuellen Stand der Projektarbeit in Argentinien, Mexiko, Moldawien und Tansania. Neben Planungen für das Haushaltsjahr 2004 stand turnusgemäß die Neuwahl des siebenköpfigen Vorstands an. Neu gewählt wurde Beisitzer Tobias Mauz aus Hamburg. Die restlichen sechs Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt: Ulrich Brunner als erster Vorsitzender, Jochen Schreeck als stellvertretender Vorsitzender, Schatzmeister Wolfgang Ernst, Schriftführerin Sonja Thümer sowie die Beisitzerinnen Dr. Ursula Schultz-Borchard und Dr. Annette Kunkel. Mitglieder finden im geschlossenen Benutzerbereich den zur Versammlung vom Vorstand vorgelegten Geschäftsbericht.


AoG planen erstes gemeinsames Projekt mit französischen Partnern in Moldawien

Rund 55 Prozent der moldawischen Bevölkerung haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Das Arzneimittelbudget des Gesundheitsministeriums beträgt pro Einwohner und Jahr knapp 70 Cent beträgt. Bereits seit über zehn Jahren sind die Pharmaciens Sans Frontières erfolgreich in Moldawien tätig. Sie unterhalten einen Stützpunkt in einem Kinderhospital in der Hauptstadt Chisinau und arbeiten seit neun Jahren eng mit der französischen Kinderärzte-Organisation (AFPA - Association Française de Pédiatrie Ambulatoire) zusammen. Die Apotheker ohne Grenzen planen nun in Zusammenarbeit mit ihren französischen Partnern eine Wiederaufnahme der pharmazeutisch-medizinischen Versorgung der Kinder, die nach Ablauf des ECHO-Programms seit einem knappen Jahr keine nennenswerte Hilfe mehr erfahren...mehr lesen Sie hier


AoG unterstützen Gesundheitsposten in Tansania

Die Apotheker ohne Grenzen betreuen derzeit ein Projekt in der Region Chimala im Süden Tansanias vor. Hier werden drei Krankenstationen, die das kirchlich getragene Krankenhaus Ilembula verwaltet, unterstützt. Die Stationen werden von einem Arzt und einigen Krankenschwestern betreut...mehr lesen Sie hier


Spendenbüchsen für ihre Apotheke

Wenn auch Sie, zum Beispiel in Ihrer Offizin, die Apotheker ohne Grenzen beim Spendensammeln unterstützen wollen, können Sie ab sofort zwei verschieden große Spendendose aus Acryl bestellen. Die handlichen Gefäße sind aus Acryl und mit einem variablen Infoaufsteller sowie auf Wunsch mit einer Kette zum Schutz vor Diebstahl ausgerüstet. Parallel können zudem Plakate geliefert werden. Die Spendendose sowie Plakate und anderes Infomaterial können kostenlos bei der Geschäftsstelle in Eschborn angefordert. Einen Anforderungsbogen gibt es hier. 

 

 

...oder lieber ein Kunstobjekt

AoG-Mitglied Andreas Portugal und der Töpfer Jochen Löber hatten die Idee: Warum nicht einmal ein attraktives Gefäß für Spendengelder auf den Handverkaufstisch? Der Apotheker aus Jarmen und der Töpfer aus Neu Tellin setzten die Idee in die Tat um. Der Künstler kreierte ein originelles Spendengefäß aus Ton. Vorbild war das Logo der Apotheker ohne Grenzen. Andreas Portugal platzierte das Tongefäß in seiner Apotheke und weckte damit die Aufmerksamkeit seiner Kunden für die Hilfsorganisation. Wer auch mit einem solch kunstvollen Gefäß für die Apotheker ohne Grenzen sammeln will, kann die Tondosen für 25 Euro pro Stück hier bestellen.


Broschüre zur guten Spendenpraxis für Verbraucher

Die Apotheker ohne Grenzen haben gemeinsam mit dem Deutschen Institut für ärztliche Mission (DIFÄM) in Tübingen, der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, dem Bayerischen Apothekerverband  sowie der Partnerorganisation Action medeor eine Infobroschüre zur guten Arzneimittelspendenpraxis herausgegeben, die sich speziell an Verbraucher wendet. Der Flyer soll unter anderem Apothekenkunden über den sachgerechten Umgang mit ungenutzten Arzneimitteln aufklären und gibt wichtige Tipps, wie Medikamente sinnvoll gespendet werden.

 

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